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Über Korea

Kultur und Künste

Dramen und Filme

Dramen und Filme

Koreanische Schauspiele haben ihren Ursprung in prähistorischen religiösen Riten; Musik und Tanz spielen eine wesentliche Rolle bei allen traditionellen Theateraufführungen. Ein gutes Beispiel für diese klassische Theaterform ist der Maskentanz, Sandaenori, eine Kombination von Tanz, Lied und Erzählung mit satirischen und humoristischen Einlagen. Je nach Region mit kleineren Variationen in Stil, Dialog und Kostümen, erfreute er sich bis ins frühe 20. Jahrhundert großer Beliebtheit bei der Landbevölkerung. Pansori, die langen dramatischen Lieder, zogen ebenfalls ein großes Publikum an. Die schamanistischen Rituale, bekannt als “Gut”, sind eine andere Form des religiösen Theaters für das Volk. Sie alle werden auch heute noch aufgeführt, wenn auch nicht besonders häufig.

Es gibt einige Institutionen, die verschiedene Darstellende Künste unter einem Dach anbieten, so z. B. das Jeong-dong-Theater im Zentrum Seouls, das eine Reihe traditioneller Darstellender Künste, Dramen und Musik präsentiert.

Die erste Aufführung eines Singeuk (Neues Schauspiel), eine veränderte Form des Maskentanzes und anderer traditioneller Schauspielformen, fand im Dezember 1902 statt. Das moderne Schauspiel fasste jedoch erst in der Zeit zwischen 1910 und 1920 Fuß in Korea, nämlich nach der Eröffnung des ersten Theaters im westlichen Stil 1908 in Seoul. Dieses Theater, Wongaksa, war bis November 1909 in Betrieb.

Theatergruppen, wie Hyeoksindan und Munsuseong, wurden von denen ins Leben gerufen, die nach ihrem Studium aus Japan zurückkehrten und Sinpa- (Neue Welle) Schauspiele inszenierten. Diese neuen Schauspiele standen im Gegensatz zu denen der Alten Welle (Gupa), den Kabuki-Schauspielen aus Japan. Die neuen Theaterstücke beschäftigten sich zunächst mit politischen und militärischen Themen, später gab es auch Detektivgeschichten, Seifenopern und Tragödien.

Während das Interesse an den Sinpa-Schauspielen langsam nachließ, wurde eine echte neue Welle von Theaterstücken von den Künstlern gefördert, die sich um das Wongaksa scharten. Durch sie hob sich der Vorhang für das moderne Schauspiel. 1922 wurde Towolhoe, ein Theaterkreis, gebildet, der durch 87 Aufführungen dem ganzen Land die neuen Schauspiele näher brachte. Bis in die 1930er Jahre waren solche Schauspiele populär, das Interesse ließ jedoch während der sozialpolitischen Unruhen in den 1940er und 1950er Jahren nach. Im darauf folgenden Jahrzehnt erlosch es durch die rasch zunehmende Produktion von Filmen und das Aufkommen des Fernsehens nahezu völlig.

Koreanische Fernsehdramen

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Winter Sonata
(2002, KBS)
”Winter Sonata” war der zweite Teil des KBS-Fernsehdramas ”Endlose Liebe”. Es wurde auf dem japanischen Fernsehsender NHK ausgestrahlt und verhalf der Hallyu- (koreanische Popkultur) Welle zur Popularität, die Japan und Asien überschwemmte.

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Daejanggeum
(2003, MBC)
Dieses Fernsehdrama basiert lose auf der Geschichte einer historischen Figur aus der Zeit der Joseon-Dynastie und fokussiert auf Jang-geum, Koreas erste weibliche Ärztin am Königshof.

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IRIS
(2009, KBS)
IRIS ist das erste Blockbuster Spionage-Actiondrama Koreas, das die Geschichte von Agenten erzählt, deren Mission darin besteht einen zweiten koreanischen Krieg zu verhindern.

In den 1970er Jahren begann eine Gruppe junger Künstler mit dem Studium und der Adaption der Stilrichtungen und Themen der traditionellen Theaterkunst, wie den Maskentänzen, den schamanistischen Ritualen und dem Pansori. Die Stiftung für Koreanische Kunst und Kultur unterstützte ein jährlich stattfindendes Theaterfestival, um lokale Aufführungen zu fördern. Gegenwärtig ist eine große Zahl von Schauspieltruppen das ganze Jahr hindurch aktiv; in den kleinen Theatern entlang der Daehangno-Straße im Zentrum Seouls beschäftigen sie sich mit allen Genres, von Komödien bis zu historischen Schauspielen. Einige Inszenierungen sind sehr erfolgreich, so dass ihre Spielzeit verlängert wird.

1919 wurde der erste, in Korea produzierte Film dem Publikum vorgestellt. Er trug den Titel “Gerechte Rache” und war ein so genanntes Kino-Schauspiel, das gleichzeitig mit einer Bühnenaufführung gezeigt wurde. 1923 entstand der erste Spielfilm mit dem Titel “Schwur im Mondschein”. 1926 drehte der charismatische Schauspieler und Regisseur Na Ungyu den Film “Arirang”, ein filmischer Protest gegen die Unterdrückung durch die Japaner, der vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.

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Nach dem Ende des Koreakrieges 1953 wuchs die koreanische Filmindustrie allmählich und erfreute sich ein Jahrzehnt lang eines erfolgreichen Geschäfts. Das stagnierte jedoch in den darauf folgenden zwei Jahrzehnten, vornehmlich aufgrund der raschen Verbreitung des Fernsehens. Seit den frühen 1980er Jahren erlebte die Filmindustrie jedoch einen neuen Aufschwung, den sie hauptsächlich einigen jungen Regisseuren zu verdanken hat, die auf die alten Stereotypen verzichteten und mutig genug waren, neue Wege zu beschreiten. Ihre Bemühungen hatten Erfolg und fanden bei verschiedenen internationalen Festivals, u.a. in Cannes, Chicago, Berlin, Venedig, London, Tokio und Moskau, Anerkennung. Dieser positive Trend verstärkte sich in den 1990er Jahren, da immer mehr koreanische Regisseure Filme produzierten, die einzigartige koreanische Geschichten erzählen, die Menschen in aller Welt angesprochen haben.

Ende 2000 war mit “Chunhyangjeon” (Die Geschichte von Chunhyang) unter der Regie von Im Kwon-taek zum ersten Mal ein koreanischer Film beim Filmfestival in Cannes vertreten. Vier weitere Filme von Im Kwon-taek liefen in der Kategorie “Nicht im Wettbewerb”. 2000 der Film “Seom” (Island) und 2001 der Film “Adress Unknown” von Kim Ki-duk lief bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig im Wettbewerb. Im selben Jahr wurde der Film “Joint Security Area” von Park Chan-wook für die Berlinale nominiert.

Der Filmregisseur Park Chan-wook wurde 2004 beim Filmfestival in Cannes für seinen Film “Old Boy” mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Er gewann auch beim Internationalen Filmfestival in Bangkok die Auszeichnung “Bester Regisseur” für seinen Film “Old Boy” im Jahr 2005 sowie für seinen Film “Sympathy for Lady Vengeance” im Jahr 2006.

Das öffentliche Interesse am Film ist stark gestiegen. Kommunalverwaltungen oder private Organisationen in Korea organisierten einige internationale Filmfestivals, darunter das Internationale Filmfestival in Busan, das Internationale Festival des Fantastischen Films in Bucheon, das Internationale Filmfestival in Jeonju und das Frauenfilmfestival in Seoul.

Wie in anderen Ländern verzeichnet auch das koreanische Kino einen bemerkenswerten Zuwachs im Bereich der Animation und des Cartoons. Mehr als 200 Firmen sind im Produktionsbereich dieser modernen Gattungen tätig.

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Die Film-, Video-, Animations- und Online-Industrie erlebt zurzeit einen Boom in Korea, der noch dadurch angeheizt wird, dass Internetdienste über Hochgeschwindigkeitsnetze zur Verfügung stehen. 2007 wurden, nach starken Reduzierungen beim Leinwand-Quotensystem im Vorjahr, 392 Spielfilme in Korea gezeigt; das bedeutete einen 60-prozentigen Anstieg gegenüber 2003. Davon waren fast 30 Prozent oder 112 Spielfilme koreanische Produktionen.

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