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Herausforderungen der Koreanischen Wirtschaft

Herausforderungen der Koreanischen Wirtschaft

Seit Jahrzehnten verzeichnete Korea ein jährliches Durchschnittswachstum von 8,6 Prozent und ist damit die elftgrößte Handelsnation der Welt. Innerhalb von weniger als zwei Generationen hat sich Korea als einer der weltweit führenden Schiffbauer, Elektronik-, Halbleiter- und Autoproduzenten etabliert.

Die internationalen Finanzmärkte haben Koreas wirtschaftliche Entwicklung positiv begrüßt, vor allem das anhaltend hohe Wachstum, die moderate Inflation, die hohen Sparrücklagen, die geringe Auslandsverschuldung und die erheblichen Überschüsse des Staatshaushalts. Dieser positive Ausblick auf die Wirtschaft wurde aber überschattet durch die schwierige Lage verschiedener Konzerne und Finanzinstitutionen. Diese ließ bei einigen ausländischen Investoren Zweifel an der koreanischen Wirtschaft aufkommen, was 1997 zu einer ernsthaften Liquiditätskrise führte. Diese wiederum hatte eine besorgniserregende Arbeitslosigkeit zur Folge.

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(Einheit: Milliarden US$)
Quelle: Bank von Korea

Nach dem Regierungswechsel 1998 war Korea bereit, mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammenzuarbeiten und umfassende Reformen durchzuführen. Es war entschlossen, strikte Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaftskrise zu überwinden.

Die neue Regierung leitete Reformen im Finanz-, Unternehmens-, im öffentlichen und Arbeitssektor ein, um das Vertrauen der ausländischen Investoren wiederherzustellen, Koreas freie Marktwirtschaft zu stützen und die Umstrukturierung der Jaebeols (Großkonzerne) zu ermöglichen. Außerdem sollten die Reformen zu einer größeren Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt führen.

Die Devisenreserven Koreas, die Ende 1997 nur 20,4 Milliarden US-Dollar ausmachten, beliefen sich bis Ende 2008 auf 201,2 Milliarden US-Dollar, so dass das Land in der Lage war, die insgesamt 13,5 Milliarden US-Dollar an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzuzahlen. Am 16. Dezember 1999 erklärte die Geschäftsführung des IWF die Devisenkrise der Republik Korea offiziell für beendet. Koreas Kreditwürdigkeit entspricht inzwischen wieder der Anlagebonität.

Finanzielle Umstrukturierung
Eine moderne, auf der freien Marktwirtschaft basierende Wirtschaft kann ohne dynamische und gut kontrollierte Finanzinstitute nicht funktionieren. Die Kommission der Finanzdienstleistungen (FSC), ein Organ zur Einführung allgemeingültiger Bankpraktiken, hat ein neues System der umsichtigen Überwachung und Kontrolle sowie einen Plan zur Durchführung von Reformen entwickelt. Im Rahmen der Reformen auf dem Finanzsektor hat die Regierung einige nicht lebensfähige Finanzinstitute geschlossen. Viele andere Banken müssen hohe Auflagen der FSC erfüllen, um in Zukunft auf einer gesunden Grundlage arbeiten zu können.
Auch außerhalb der Banken hat es in Korea eine Umstrukturierung des Finanzwesens gegeben. Als Folge der Umstrukturierungsmaßnamen sind seit 1997 koreaweit ca. 40 Prozent aller Finanzinstitute — insgesamt 867 einschließlich Sparkassen und Kreditgenossenschaften — aufgelöst worden. Ende 2006 waren in Korea 1.377 Finanzinstitutionen tätig.
Umstrukturierung der Unternehmen
Im Unternehmensbereich sind die Ergebnisse der Umstrukturierung insgesamt recht positiv. Die Schulden-Eigenkapital-Rate hat sich in der verarbeitenden Industrie wesentlich verbessert, von 396% Ende 1997 auf 81,5% im September 2006. Der Mythos der Konglomerate, die glaubten, “zu groß zu sein, um scheitern” zu können, wurde zerstört, als viele der 30 größten Unternehmen verkauft oder aufgelöst wurden oder fusionierten. Die Regeln für ein transparentes und verantwortungsvolles Management wurden festgelegt und durch die Ernennung von Direktoren von außen, die Einführung von Revisionsausschüssen und die obligatorische Veröffentlichung aller Finanzberichte untermauert.
Ziel der Unternehmensreform ist es, durch die Etablierung eines effizienten und fairen Marktes die Produktivität und das Wachstumspotenzial der koreanischen Wirtschaft zu steigern.
Die Strukturreform der Unternehmen wird, basierend auf folgenden Prinzipien, weiter fortgesetzt: Erstens ist es zur Verbesserung der Transparenz in den Bereichen des Managements und der Buchführung notwendig, sich auf die Schaffung eines marktfreundlichen Überwachungssystems zu konzentrieren und so das Vertrauen der Marktteilnehmer zu gewinnen. Zweitens sollte die Unternehmensreform kontinuierlich durchgeführt werden. Die Umstrukturierung der Unternehmen sollte so lange gefördert werden, bis die Transparenz der Unternehmen globalen Standards entspricht.
Es werden Maßnahmen zur Förderung der Transparenz und Solidität der Unternehmenskontrolle durchgeführt und verstärkt. Das System zur Kontrolle des Managements wird innerhalb der Firmen weiter ausgebaut, indem man dem Revisionsausschuss und dem Vorstand eine größere Einflussnahme ermöglicht und die Rechte der Minderheitsaktionäre erweitert. Um illegale Praktiken, wie Bilanzschönung und Manipulation von Aktienkursen, zu verhindern, wurden im Januar 2006 bei Streitigkeiten im Bereich von Wertpapieren Gruppenklagen zugelassen.
                               

http://german.korea.net/AboutKorea/Economy/Challenges-Facing-the-Korean-Economy

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