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Über Korea

Korea auf einen Blick

Inter-Koreanische Beziehungen

Inter-Koreanische Beziehungen

Historischer Hintergrund

Das Ende des Zweiten Weltkriegs, gekennzeichnet durch die offizielle Niederlage Japans, wurde von den Koreanern mit großer Freude begrüßt, die sich davon eine vereinte, unabhängige Nation erhofften. Zu ihrem Leidwesen fanden sich die Koreaner im Mittelpunkt des folgenden Kalten Krieges zwischen Ost und West wieder und mussten die Schande der nationalen Teilung erleiden. Die nationale Teilung und die Bildung getrennter Regierungen im Süden und im Norden führte schließlich zu einem Bürgerkrieg, der als Koreakrieg (1950-1953) in die Geschichte einging. Während der Koreakrieg ein Nebenprodukt interner ideologischer Konflikte war, wurde er von vielen auch als Stellvertreterkrieg zwischen dem Westen und dem kommunistischen Block betrachtet.

Der Koreakrieg weitete sich zu einem groß angelegten, internationalen militärischen Konflikt aus, bei dem 16 UNNationen auf Seiten des Südens kämpften, während sich China und die UdSSR den Kampfhandlungen ihres kommunistisches Verbündeten Nordkorea anschlossen. Der Krieg endete mit einem Waffenstillstand, infolgedessen eine 155 Meilen lange Waffenstillstandslinie gezogen wurde, welche die koreanische Halbinsel wirksam trennte.

Nach Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens verschärfte sich der Kalte Krieg auf der koreanischen Halbinsel. Während die südkoreanische Regierung mit ihrer Politik gegenüber Nordkorea das Ziel verfolgte, durch die Niederlage des Kommunismus die Wiedervereinigung zu erreichen, schlug Nordkorea einen harten Kurs ein, der sich auf den Versuch konzentrierte, den Süden kommunistisch zu machen.

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Seit Beginn der 1970er Jahre ließen die Spannungen im Kalten Krieg langsam nach, als sich die kapitalistischen und die kommunistischen Länder engagiert um Entspannung bemühten. Vor diesem Hintergrund verkündeten Seoul und Pjöngjang das Gemeinsame Kommuniqué des Südens und des Nordens vom 4. Juli 1972. Darüber hinaus pflegten sie in einen begrenzten Dialog und Austausch in Form der Rot-Kreuz-Gespräche zwischen dem Süden und dem Norden sowie der Sitzungen des Koordinationsausschusses des Südens und des Nordens. Dennoch erwies es sich als unmöglich, die Jahre der Feindseligkeiten und des Misstrauens zu vergessen, die sich zwischen dem Süden und dem Norden aufgebaut hatten, so dass die Bemühungen zum Aufbau eines gegenseitigen Vertrauens auf der politischen Ebene vergeblich waren.

1979 stand die Welt wieder einmal am Abgrund, als infolge des Einmarsches der UdSSR in Afghanistan eine neue Konfrontation im Kalten Krieg entstand. Im Ergebnis dessen verschlechterten sich auch die innerkoreanischen Beziehungen. Mitte der 1980er Jahre haben Reformen und Offenheit die Beschleunigung dieses Prozesses in den kommunistischen Ländern Osteuropas ausgelöst. Die innerkoreanischen Beziehungen erreichten einen bedeutsamen Wendepunkt, als sich die Struktur des Kalten Krieges aufzulösen begann.

Als Teil der Bemühungen, auf die rapide Veränderung der internationalen Situation zu reagieren, die sich Ende der 1980er Jahre vollzog, ergriff Korea zahlreiche Maßnahmen. Dazu zählten die Sondererklärung des Präsidenten im Interesse des nationalen Selbstbewusstseins, der Wiedervereinigung und des Wohlstands vom 7. Juli 1988, die Schaffung der Vereinigungsklausel der nationalen Gemeinschaft Korea, die Verabschiedung des Gesetzes über den innerkoreanischen Austausch und die Zusammenarbeit und die Schaffung des innerkoreanischen Kooperationsfonds. Durch den Dialog mit Nordkorea wurden weitere konkrete Maßnahmen, wie das innerkoreanische Basisabkommen, erreicht. 1991 schlossen sich beide Koreas den Vereinten Nationen an. Dadurch wurde das Rahmenwerk der innerkoreanischen Versöhnung und Zusammenarbeit geschaffen.

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Dennoch gelang es trotz der internen Bemühungen Koreas, ein Rahmenwerk für die Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen zu etablieren, und trotz aller wichtigen Abkommen zwischen den beiden Koreas nicht, die nächste Stufe der innerkoreanischen Beziehungen zu erreichen, nämlich die der Versöhnung. Nordkoreas nachfolgender Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) hatte wieder einmal eine Abkühlung der innerkoreanischen Beziehungen und einen erneuten Stillstand zur Konsequenz. Während im Prinzip ein Abkommen über die Veranstaltung eines innerkoreanischen Gipfels 1994 erreicht worden war, wurde die Idee aufgrund des plötzlichen Todes von Kim Il-sung verschoben.

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Während der nächsten vier Jahre etablierte Nordkorea eine Regierungsstruktur, bei der alle Entscheidungen weiterhin auf den Anweisungen Kim Il-sungs basierten. Das führte wieder einmal zu einem Stillstand in den innerkoreanischen Beziehungen. In dieser Zeit sah sich Nordkorea auch mit ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Zwischenzeitlich hatte es den Versuch gegeben, die erste nordkoreanische Atomkrise durch den Bau von Leichtwasserreaktoren koreanischer Art in Nordkorea zu lösen, die über eine Leistung von 2 Millionen Kilowatt verfügten. Darüber hinaus waren die so genannten 'Vier-Parteien-Gespräche' Teil der Bemühungen, ein dauerhaftes Friedensregime auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen.

Kurz nach Einführung der Regierung Kim Dae-jung 1998 genehmigte die Regierung als Teil ihrer Politik der Trennung von politischen und wirtschaftlichen Angelgenheiten, umfangreiche Wirtschaftskooperationsprojekte unter Einbeziehung des Privatsektors. Darüber hinaus wurde im November 1998 das Tourismusprojekt Geumgangsan ins Leben gerufen. All diese positiven Entwicklungen ebneten den Weg für den Beginn eines bedeutenden Durchbruchs in den innerkoreanischen Beziehungen. Im Juni 2000 fand der erste Gipfel zwischen den Staatschefs der beiden Koreas seit der Teilung des Landes statt. Dieses Treffen diente als Impuls und markierte den Beginn umfassender humanitärer Hilfe für Nordkorea, diverse Termine zur Zusammenführung getrennter Familien fanden statt. Im wirtschaftlichen Bereich gab es Bemühungen, die Bahnstrecken Gyeongui und Donghae sowie Straßenverbindungen zwischen den beiden Koreas wieder herzustellen. Zudem wurde der Industriekomplex Gaeseong geschaffen. Die Umsetzung solcher Projekte in Folge des innerkoreanischen Gipfels führte zum Abbau von Spannungen zwischen den beiden Koreas und zur veränderten Wahrnehmung Südkoreas durch Nordkorea.

Allerdings sorgte die Durchführung eines nordkoreanischen Atomtests im Oktober 2006 für große Aufregung in der koreanischen Öffentlichkeit, und die Kritik an der Sonnenscheinpolitik der Regierung gegenüber Nordkorea wurde schärfer. Inmitten dieser Begebenheiten fand im Oktober 2007 der zweite innerkoreanische Gipfel statt, wenngleich diese Zusammenkunft wenig dazu beitrug, die Bedenken der Öffentlichkeit in Bezug auf den nordkoreanischen Atomkonflikt abzuschwächen.

Vor diesem Hintergrund übernahm die Regierung Lee Myungbak die Amtsgeschäfte und verfolgte ihre Politik der 'Vision 3000', der Entnuklearisierung und der Offenheit. Die Regierung Lee Myung-bak stellte eine Politik der Koexistenz und des gemeinsamen Wohlstands mit Nordkorea vor, die auf Maßnahmen der Versöhnung und Zusammenarbeit basierte. Diese Politik der Koexistenz und des gemeinsamen Wohlstands mit Nordkorea hat die Lösung der nordkoreanischen Atomkrise und die Gründung eines neuen Friedensregimes zum Ziel sowie den Aufbau der nordkoreanischen Wirtschaft und die Bildung einer innerkoreanischen Wirtschaftsgemeinschaft durch Wirtschaftskooperation, die einen gemeinsamen Wohlstand anvisiert. Diese Politik hat auch zum Ziel, durch die Lösung humanitärer Angelegenheiten das Glück koreanischer Bürger auf beiden Seiten der Grenze sicherzustellen. Die Regierung Lee Myung-bak hat sich bemüht, diese politischen Ziele zu erreichen, indem sie ihre Nordkorea-Politik trotz der Einhaltung grundlegender Prinzipien auf flexible Art und Weise umsetzte.

Innerkoreanischer Austausch und Zusammenarbeit

Die Bekanntgabe der Präsidialen Erklärung im Interesse des Nationalen Selbstbewusstseins, der Vereinigung und des Wohlstands vom 7. Juli 1988 markierte einen offiziellen Beginn des innerkoreanischen Austausches und der Zusammenarbeit. Während des innerkoreanischen Gipfels 2000 haben sich beide Seiten auf die Schaffung regelmäßiger innerkoreanischer Ministertreffen und die Gründung eines innerkoreanischen Komitees für Wirtschaftskooperation verständigt. Des Weiteren wurden drei Wirtschaftskooperationsprojekte in vollem Umfang umgesetzt, und zwar der Bau des Industriekomplexes Gaeseong, innerkoreanischer Eisenbahn- und Straßenverbindungen sowie das Tourismusprojekt Geumgangsan.

Der innerkoreanische Austausch und die Zusammenarbeit haben nicht nur dazu beigetragen, wirtschaftliche Profite zu erzielen, sondern militärische Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen, die Abhängigkeit der nordkoreanischen Wirtschaft von Südkorea zu erhöhen und einen allmählichen Wandel im Norden einzuleiten. Die Regierung strebt die weitere Intensivierung des innerkoreanischen Austausches und der Kooperation als Teil ihrer Bemühungen an, Öffnung und Reformen in Nordkorea zu erleichtern. Darüber hinaus wird die derzeitige Basis für die Wiedervereinigung durch die Förderung einer innerkoreanischen Wirtschaftsgemeinschaft geschaffen.

Industriekomplex Gaeseong

Der Industriekomplex Gaeseong (GIC) nahe der Grenzstadt Gaeseong in der nordkoreanischen Provinz Hwanghae ist ein Wirtschaftskooperationsprojekt, das von beiden Koreas gemeinsam entwickelt und verfolgt wurde. Nach offiziellen innerkoreanischen Beratungen und einem Abkommen zwischen Hyundai Asan und Nordkorea, begannen die Bauarbeiten am 22. August 2000. Der tatsächliche Betrieb des Komplexes wurde Ende Dezember 2007 aufgenommen, nachdem die erste Entwicklungsphase und die Vergabe von Baugrundstücken abgeschlossen waren.

In beiderseitigem Interesse vereint der Industriekomplex Gaeseong das Kapital und die Technologie des Südens mit der Arbeit und dem Grund und Boden des Nordens. Der Komplex verwandelt ein Gebiet der Konfrontation und der Spannungen schrittweise in eines der Versöhnung und des Friedens. Auf der Gyeongui-Fernstraße passieren täglich etwa 700 Fahrzeuge und 1200 südkoreanische Mitarbeiter mit Zubehör die Demilitarisierte Zone, um den Bedarf der bestehenden Unternehmen zu decken und die Vorbereitungen für neue Niederlassungen in der Industriezone zu treffen. Ende Dezember 2008 waren 93 Firmen auf dem Komplex tätig. 2008 wurden dort Waren im Wert von etwa 251,42 Millionen US-Dollar produziert, von denen fast 36 Millionen aus dem Exportgeschäft kamen. Wie die Schätzung des GIC-Gesamtproduktionswertes in Höhe von 524,8 Millionen US-Dollar seit 2005 belegt, konnte im Jahr 2008 eine Erhöhung der Produktionsleistung innerhalb des Komplexes verzeichnet werden.

Die Regierung wird sich auf Basis der von beiden Koreas geschlossenen Abkommen dauerhaft um enge Beratungen mit den nordkoreanischen Behörden und Firmen bemühen und die Entwicklungen beobachten, so dass die Unternehmen investieren und ihren Geschäften in dem Komplex weiterhin nachgehen können.

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Quelle: Ministerium für Wiedervereinigung www.unikorea.go.kr

Zusammenführungen getrennter Familien

http://german.korea.net/AboutKorea/Korea-at-a-Glance/Inter-Korean-Relations

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