
1-2. Bukchon (nördliches Dorf) im Viertel Gahoe-dongvon Seoul.
3-4. Das Zuhause von Im Jin-su im Stil Hanok, in Anseong, Provinz Gyeonggi-do.
(Fotos mit freundlicher Genehmigung der Kulturerbverwaltung)
Es wird allgemein vermutet, dass die Menschen des Paläolithikums vor etwa 40.000 bis 50.000 Jahren die ersten waren, die die koreanische Halbinsel besiedelten. Dennoch fehlt bis jetzt der Beweis dafür, dass es sich um die ethnischen Vorfahren der heutigen Koreaner handelt. Einige dieser Bewohner lebten in Höhlen, während andere sich eine Unterkunft zu ebener Erde bauten. Sie ernährten sich von Früchten und essbaren Wurzeln und lebten vom Jagen und Fischen.
Die Menschen des Neolithikums traten in Korea gegen 4.000 v.Chr. in Erscheinung. Auf der gesamten Halbinsel findet man konkrete Spuren ihrer Existenz aus der Zeit um 3.000 v.Chr. Man geht davon aus, dass sie die Vorfahren der Koreaner sind. Sie lebten zunächst in der Nähe der Küste und an Flussufern, bevor sie ins Landesinnere wanderten. Ihr Nahrungslieferant war hauptsächlich das Meer. Sie benutzten Netze, Angelhaken und Angelschnüre, um Fische und Schalentiere zu fangen. Auch die Jagd diente der Nahrungsbeschaffung. Pfeil- und Speerspitzen wurden an Ausgrabungsstätten aus dem Neolithikum gefunden. Später begannen die Menschen, das Land zu kultivieren und benutzten hierfür Steinhacken, Sicheln und Mühlsteine.
Der Reisanbau begann während des Bronzezeitalters, das in Korea bis etwa 400 v.Chr. dauerte. Die Menschen lebten in dieser Zeit in Erdhöhlen, bestattet wurden sie überwiegend in Dolmen- und Steingräbern.
Als die Landwirtschaft zum Hauptnahrungserwerb wurde, bildeten sich Dörfer, denen ein Anführer mit höchster Autorität vorstand. Um diese Gemeinschaften zu regieren, wurde die Einführung von Gesetzen erforderlich. In Gojoseon (2.333 v.Chr.-194 v.Chr.) wurde ein Gesetzeskodex, bestehend aus acht Artikeln, in Kraft gesetzt, von denen heute lediglich drei bekannt sind. Sie lauten wie folgt. Erstens: Jeder, der einen anderen tötet, soll sofort getötet werden. Zweitens: Derjenige, der einem anderen körperlichen Schaden zufügt, muss diesen Schaden in Getreide ersetzen. Drittens: Derjenige, der das Eigentum eines anderen stiehlt, soll Sklave des Bestohlenen werden.
Die Form der traditionellen koreanischen Häuser, Hanok, blieb von der Zeit der Drei Königreiche bis in die späte Joseon-Zeit (1392- 1910) relativ unverändert.
Ondol, die einzigartige koreanische Fußbodenheizung, wurde zunächst im Norden verwendet. Rauch und Hitze wurden durch Rohre unter die Böden geleitet. Im wärmeren Süden fand dieses Heizsystem bei Holzböden Anwendung. Die traditionellen Häuser bestanden im Wesentlichen aus Lehm und Holz. Giwa, spezielle schwarze Ziegel für die Dächer, wurden in der Regel aus rotem Lehm hergestellt. Der Sitz des Präsidenten wird heute aufgrund der blauen Dachziegel Cheong Wa Dae oder Blaues Haus genannt.

Ondol
Die moderne Nutzung bezieht sich auf jegliche Art von Fußbodenheizung und folgt damit der traditionellen Lebensweise, auf dem Fußboden zu essen und zu schlafen.
Zum Bau der traditionellen Häuser verwendete man keine Nägel, sondern hölzerne Pflöcke. Die Häuser der Oberschicht bestanden aus einer Reihe separater Räumlichkeiten. Ein Teil war für die Unterbringung der Frauen und Kinder bestimmt, ein anderer für die Männer der Familie und deren Gäste, ein weiterer für die Bediensteten. Sie alle wurden von einer Mauer umschlossen. Hinter dem Haus befand sich der Ahnenschrein der Familie. Gelegentlich wurde außerhalb der Mauer, an der Vorderseite des Hauses, auch ein Lotusteich angelegt.


1-2. Bukchon (nördliches Dorf) im Viertel Gahoe-dongvon Seoul.
3-4. Das Zuhause von Im Jin-su im Stil Hanok, in Anseong, Provinz Gyeonggi-do.
(Fotos mit freundlicher Genehmigung der Kulturerbverwaltung)
Die Form der Häuser im kälteren Norden unterschied sich von der im wärmeren Süden. Waren sie hier relativ einfach und L-förmig geschnitten mit einem rechtwinkligen Flur und einer Küche an einem sowie einem Zimmer am anderen Ende, so waren sie im Norden U-förmig oder quadratisch mit einem Garten in der Mitte angelegt.
In den späten 1960er Jahren änderte sich die Form der Häuser rasch durch den Bau von Apartmenthäusern im westlichen Stil. Seit den 1970er Jahren schießen im ganzen Land Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden, aber das Ondol-System blieb populär und heiße Wasserrohre ersetzten die Rauchableitungsrohren unter dem Fußboden.
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