Traditionelle Sportarten
Es ist überliefert, dass die Koreaner in früheren Zeiten zahlreiche traditionelle Sportarten ausübten, wie Drachensteigen, Tauziehen, Geune, Jegichagi, Neolttwigi und auch Taekwondo und Ssireum.
Von den traditionellen Sportarten, die auch heute wieder ausgeübt werden, ist der Kampfsport Taekwondo international am meisten bekannt. Er ist der einzige international anerkannte Sport, der in Korea seinen Ursprung hat und heute weltweit ausgeübt wird. Beim Taekwondo kommt der gesamte Körper zum Einsatz, insbesondere Hände und Füße. Dieser Sport stärkt nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern dient auch der Charakterbildung durch physisches und mentales Training in Kombination mit Techniken zum Erlernen von Disziplin. Dieser Kampfsport zur Selbstverteidigung ist im letzten Vierteljahrhundert international zu einem beliebten Sport geworden, mehr als 3000 koreanische Trainer lehren heute Taekwondo in mehr als 150 Ländern.
Beweise für die Existenz von Taekwondo als Mittel zur systematischen Verteidigung, bei dem die instinktiven Reflexe des Körpers genutzt werden, können bis in die Zeit der alten Stammesgemeinschaften zurückverfolgt werden.
Während religiöser Zeremonien wie Yeonggo, Dongmaeng (eine Art Erntedankfeier) und Mucheon (Tanz zum Himmel), praktizierten die Koreaner eine einzigartige Übung für das körperliche Training, aus der sich später Taekwondo entwickelte.

Taekwondo hat sich mittlerweile als internationale Sportart etabliert.
(Foto : Yonhap News)
In Korea gehören über 3,8 Millionen Menschen dem Taekwondo-Verband an. Dieser ist somit der größte, dem Koreanischen Sportrat angeschlossene Verband. Der Taekwondo-Weltverband mit Sitz in Seoul wurde 1980 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) als die den Taekwondo-Sport offiziell vertretende Organisation anerkannt. Taekwondo war bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul ein Demonstrationssport, ein Zeichen dafür, dass Taekwondo weltweit immer populärer wird. Seit den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 ist es eine reguläre olympische Disziplin. Der frühere olympische Taekwondo-Kämpfer Moon Dae-sung wurde während der Olympischen Spiele in Peking zum Mitglied der Athletenkomission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt.
Ssireum, eine traditionelle koreanische Form des Ringens, ist ein Volkssport, bei dem sich die beiden Gegner an der Satba (eine Art Schärpe, die um Hüfte und Oberschenkel gebunden wird) festhalten und ihre Stärke sowie verschiedene Techniken einsetzen, um den Gegner zu Boden zu zwingen. Der Ursprung des Ssireum geht bis in die Zeit zurück, als sich die ersten Gemeinschaften bildeten. In diesen primitiven Gemeinschaften waren die Menschen gezwungen, gegen wilde Tiere zu kämpfen, nicht nur zum Zwecke der Selbstverteidigung, sondern auch zur Nahrungsbeschaffung. Auch war es diesen Gemeinschaften unmöglich, Konflikten mit anderen Gemeinschaften aus dem Weg zu gehen. Folglich entwickelten und praktizierten sie verschiedene Formen des Kampfes, um sich selbst zu schützen.
Der endgültige Gewinner eines Ssireum-Turniers erhielt nach alter Sitte einen Bullen. Dieser war nicht nur ein Symbol der Stärke, sondern stellte in einer auf Ackerbau und Viehzucht ausgerichteten Gesellschaft auch ein Vermögen dar.

Ssireum, eine Art des traditionellen koreanischen Ringkampfes. (Foto mit freundlicher Unterstützung der Organisation Korea Ssireum)
Heute ist Ssireum ein Sport, der sich einer großen Anhängerschaft erfreut. Er ist nicht länger nur ein traditioneller Volkssport, der lediglich an Feiertagen ausgeübt wird. Der koreanische Ssireum-Verband hat durch das Sponsern von Wettbewerben mit hochrangiger Konkurrenz einen landesweiten Boom hervorgerufen. Der Sport ist bei den Zuschauern so populär, dass diese Turniere regelmäßig im Fernsehen übertragen werden. Durch die Aufstellung von Regeln und Vorschriften hat sich Ssireum vom traditionellen Sport, der auch eine Methode zur Selbstverteidigung darstellte, zu einem beliebten und modernen Volkssport gewandelt, der einen Platz im Leben der modernen Koreaner einnimmt.
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