Ausland



Von Christine Kottig 


Südkorea ist ein Land der Zukunft. Es ist bekannt für technische Wagnisse, Erfindungen und Innovationen. Hier sind weltweit bekannte Tech-Giganten wie Samsung (삼성) oder LG, der Automobilhersteller Hyundai (현대) und die multinationale Mischkonzern SK zu Hause. Dank der Hallyu (한류, dt. Koreanische Welle) mischt koreanische Musik, Kunst und Kultur in der globalen Kulturindustrie mit. In vielen Weltstädten schießen koreanische Restaurants wie Pilze aus dem Boden. Das Land der flächenmäßig kleinen koreanischen Halbinsel ist heute ein fester Bestandteil der Weltwirtschaft. 

Dies war bis vor wenigen Jahren jedoch nicht der Fall. Während Deutschland, die USA und Co. bereits international gefestigte Größen waren, litt Südkorea noch unter den Folgen der jahrzehntelangen Krisen und Kriege. Das Land war vorwiegend landwirtschaftlich geprägt und das BIP niedrig. Durch gekonnte Industriepolitik, Förderung der Bildung und eine eiserne Arbeitsethik gelang es dem Land ab den 60er-Jahren, ein stetiges Wachstum der Industrie zu generieren. Durch die Spezialisierung auf Technologieprodukte erlebte Südkorea seinen Durchbruch in den Weltwirtschaftsmarkt. Heute gehört Südkorea zu den Top 10 größten Volkswirtschaften der Welt, ist auf Platz sechs der weltweiten Automobilproduktion und globaler Spitzenreiter in der Halbleiter- und Displayproduktion.


Und diese Position wird Südkorea in Zukunft auch wohl kaum verlieren, wenngleich das Land mittlerweile auch in die Richtung noch weitestgehend neuer Techniken wie Künstliche Intelligenz oder Robotik denkt und seinen Fokus immer mehr Richtung IT ausweitet. Gezielt wird in zukunftsweisende Techniken investiert und in dem Land eine Oase für IT-Entrepreneure geschaffen. Mit Blick auf die durch Krisen geschwächte Weltwirtschaft erlaubt diese neue Wirtschaftsausrichtung Südkorea weiterhin in den ersten Reihen der globalen IT-Branche zu stehen.


Über die Autorin:

Christine Kottig, Masterstudentin der Kunstgeschichte an der Universität zu Köln. Sie absolvierte 2024 ein Praktikum im Koreanischen Kulturzentrum und hat ein ausgeprägtes Interesse an der koreanischen Kultur von der Prähistorie bis zur Gegenwart.