Wirtschaft

27.05.2026

Die Regierung des Präsidenten Lee Jae Myung feiert ihr erstes Amtsjahr. Nach seinem Amtsantritt am 4. Juni 2025 versuchte er viele Veränderungen in den verschiedenen Bereichen. Korea.net beleuchtet in fünf Teilen die wichtigsten Erfolge der Regierung in fünf Teilen. Im zweiten Teil geht es um das durch KI, die Halbleiterindustrie und finanzielle Innovationen getriebene Wirtschaftswachstum.



Von Kang Gahui | Fotos: Cheong Wa Dae

Im vergangenen Jahr befand sich die koreanische Wirtschaft inmitten der in- und ausländischen Unsicherheiten – von der Amtsenthebung über Zollverhandlungen mit den USA und den Krieg im Nahen Osten bis hin zur unsicheren Lieferkette. Doch die Faktoren, die die koreanische Wirtschaft belebten, waren deutlich: KI, Halbleiter und KOSPI.

Die Regierung von Präsident Lee Jae Myung stellte im vergangenen Jahr KI und Halbleiter als die wichtige Wachstumsstrategie in den Vordergrund. In der Folge korrigierten ausländische Investmentbanken ihre Wachstumsprognose für Korea nach oben und die koreanische Wirtschaft zeigte eine schnellere wirtschaftliche Erholung als erwartet.

Im Mittelpunkt der Erholung steht der Superboom der Halbleiterindustrie. Durch die weltweit steigenden Investitionen in KI explodierte die Nachfrage nach KI-Halbleitern wie HBM (High Bandwidth Memory), wodurch sowohl die Exporte als auch die Anlageinvestitionen gleichzeitig zunahmen.

Präsident Lee Jae Myung äußerte sich im Juni vergangenen Jahres bei der Eröffnungsfeier des KI-Datenzentrums in Ulsan

Präsident Lee Jae Myung äußerte sich im Juni vergangenen Jahres bei der Eröffnungsfeier des KI-Datenzentrums in Ulsan


Im ersten Quartal dieses Jahres wuchs die koreanische Wirtschaft im Vergleich zum vergangenen Quartal um 1,7 % und verzeichnete damit seit fünf Jahren und sechs Monaten ein Rekordhoch. Die Leistungsbilanz betrug 73,8 Milliarden Dollar und das Exportvolumen kletterte vom 8. Platz auf den 5. Platz der Welt.

Die koreanische Regierung trieb die Verabschiedung eines Sondergesetzes für die Halbleiterindustrie voran und stärkte die industrielle Wettbewerbsfähigkeit durch den Aufbau von Halbleiterclustern, Steuervergünstigungen und die Ausbildung von Fachkräften.

In Bezug auf die Förderung der KI sicherte die Regierung frühzeitig die Infrastrukturen für Grafikprozessoren (GPU) und entwickelte Gesetze und Institutionen über KI. Darüber hinaus wurde das öffentlich-private Kooperationssystem aufgebaut.

Die Regierung weitete die KI-Transformation in der Fertigungs- und Gesundheitsbranche aus und baute die Datennutzung aus. Zudem unterstützte sie den umfassenden industriellen Wandel durch die Einführung des „National Growth Fund“ in Höhe von 100 Billionen Won plus Alpha.

Im September vergangenen Jahres führte Präsident Lee Jae Myung an der New York Stock Exchange in den USA den „Invest Korea Summit durch”

Im September vergangenen Jahres führte Präsident Lee Jae Myung an der New York Stock Exchange in den USA den „Invest Korea Summit durch”


Die dramatische Veränderung zeigte sich an den Börsen.

Präsident Lee stellte im Wahlkampf die „Ära des KOSPI 5000“ als Wahlversprechen in den Mittelpunkt. Als Ergebnis erreichte der KOSPI, der zum Zeitpunkt seines Amtsantritts bei rund 2.770 Punkten lag, am 15. Mai dank der Erholung der Halbleiterindustrie und der KI-Wachstumserwartungen erstmals die Marke von 8.000 Punkten.
Zudem überarbeitete die Regierung das Handelsgesetz, um die Struktur des Kapitalmarkts zu verbessern und den sogenannten „Korea Discount“, die im Verhältnis zur Wirtschaftskraft niedrige Bewertung des koreanischen Aktienmarkts, zu überwinden.

Außerdem nahmen die Zuflüsse des ausländischen Kapitals nach der Aufnahme in den World Government Bond Index (WGBI) zu. Dazu hielten die wichtigen internationalen Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit Koreas stabil, was als Stütze des Marktvertrauens diente.

 Präsident Lee Jae Myung besucht am 8. April ein Logistikzentrum in der Provinz Gyeonggi-do

Präsident Lee Jae Myung besucht am 8. April ein Logistikzentrum in der Provinz Gyeonggi-do


Auch in der expansiven Fiskalpolitik erzielte die Regierung Erfolge.

Im Juli vergangenen Jahres legte die koreanische Regierung einen Haushalt in Höhe von 31,6 Billionen Won auf, um allen Bürgern Konsumgutscheine zur Bewältigung der Rezession bereitzustellen. Im April wurde zudem ein Haushalt im Umfang von 26,2 Billionen Won verabschiedet, als Reaktion auf den Ölpreisschock.

Die Regierung führte eine Senkung der Energiesteuer und eine Preisobergrenze für Erdöl ein, um die Auswirkungen des sprunghaften Anstiegs der internationalen Ölpreise zu dämpfen. In der Folge blieb der Verbraucherpreisindex mit rund 2 % im Vergleich zu anderen großen Ländern relativ stabil.

Zudem wurde die Energiepolitik zur Bewältigung des industriellen Strukturwandels vorangetrieben. Als Reaktion auf die durch die KI-Ausbreitung stark gestiegene Stromnachfrage wurde der Bau von zwei großen Kernkraftwerken beschlossen. Nun zielt die Regierung in Verbindung mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Politik für 100 % erneuerbare Energien (RE100) auf die Förderung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und die Klimaneutralität ab.

kgh89@korea.kr

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