Man denkt vielleicht an den Tiger als wildestes Tier, das jemals auf der koreanischen Halbinsel gelebt hat. Jedoch gab es noch eine andere Art von Großkatze, die genauso wild wie ein Tiger war und diesem zahlenmäßig sogar überlegen war.
In der Joseon-Zeit (1392-1910) war die Zahl der Leoparden groß genug, um es der königlichen Familie zu erlauben, Leopardenfell als Geschenk zu spenden.
Nach Angaben der Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN)gehörten die Leoparden in Korea zur untergeordneten Spezies der Leoparden des russischen fernen Ostens und Teilen von Nordost-China.
Es wird angenommen, dass nur etwa 50 Leoparden zu dieser auf der koreanischen Halbinsel, den maritimen Provinzen Russlands und der Jilin Provinz Chinas verbreiteten Unterart gehören.
Wie im obigen Bild zu erkennen, sind koreanische Leoparden durch dunkleres Fell und größere Kreismusterung auf ihrer Behaarung sowie abstehendes Fell auf ihrem Schwanz charakterisiert. Die Körperlänge beträgt 100 bis 140 Zentimeter, während sder Schwanz 80 bis 90 Zentimeter lang ist.
Dieses Tier war im alten Korea das meist gefürchtetste und stand an der Spitze der natürlichen Nahrungskette, ist jedoch nun vom Aussterben bedroht.
In Incheon läuft nun eine Sonderausstellung, die ein neues Licht auf diese gefährdete Großkatze wirft.
Die Ausstellung mit dem Titel „Vergessener Name, koreanische Leoparden“ begann am 10. Dezember im nationalen Institut für biologische Ressourcen (NIBR). Es zeigt eine große Anzahl an Aufzeichnungen über dieses Tier, die einen Zeitraum, der nicht einmal zehn Jahre zurückliegt bis in die Joseon-Zeit abdeckt. Die Ausstellung läuft bis 31. März kommenden Jahres.
Mit einem Blick auf die hier gezeigten Spuren des Tieres kann man schnell feststellen, dass Korea bis vor rund einem Jahrzehnt, ein Land von Leoparden war.
Nach veröffentlichten Statistiken des Generalgouverneurs von Korea während der Kolonialzeit, belief sich die Zahl der seit 1919 innerhalb von 23 Jahren gefangenen Leoparden auf 624 und war damit sechsmal so hoch wie die Zahl gefangener Tiger im selben Zeitraum von 1919 bis 1942.
Unter den Exponaten befindet sich auch ein Zeitungsausschnitt, der vom Fang eines reifen männlichen Leoparden am 4. März 1970 auf dem Berg Yeohangsan in der südlichen Gyeongsang Provinz berichtet.
Es gibt weitere 18 Dokumente, die von gefangenen Leoparden auf der südlichen Halbinsel nach der Befreiung 1945 bis in die 1970er berichten. Die Aufzeichnungen belegen, dass das Tier bis in die 1940er Jahre über die koreanische Halbinsel hinweg existierte. Der letzte Fang eines Tigers war 1921.
Die Ausstellung „Vergessener Name, koreanische Leoparden” läuft im Nationalen Institut für biologische Ressourcen.
Ausstellungsbesucher werden einen Blick auf weitere Zeitungsausschnitte und Bilder über die Großkatze seit 1945 werfen können sowie auf Aufzeichnungen, die von der Joseon-Zeit bis zum Zeitraum der japanischen Besatzung reichen.
Videoclips zeigen anschauliche Bilder des koreanischen Leoparden, die in den maritimen Provinzen Russlands gefilmt wurden, sowie den gegenwärtigen Erhaltungszustand des Tieres in der Region.
Besuchen berühren mithilfe eines einen dreidimensionalen Computer-Graphik einen virtuellen Leoparden in der Ausstellung „Vergessener Name, koreanische Leoparden".
Darüber hinaus wird eine Originalkopie des seltenen Buches über koreanische Tiger und Leoparden „Jeonghoki“ (征虎記) ausgestellt, das zu Beginn der japanischen Kolonialzeit geschrieben wurde.
Die Ausgabe schrieb der Geschäftsmann Tadasaburo Yamamoto. Im Winter 1917 bildete er für einen Monat eine Jagdgruppe mit Namen „Jeonghojun“, um Leoparden und Tiger zu fangen. In seinem Buch berichtet er von seinen einmonatigen Jagderfahrungen.
Das Buch 'Jeonghoki' (征虎記) aus kolonialer Zeit berichtet von einer einmonatigen Jagd nach Leoparden und Tigern auf der koreanischen Halbinsel, illustriert mit obigen Bildern.
Das offizielle Poster der Ausstellung „Vergessener Name, koreanische Leoparden”.
„Indem wir das Bild und den Wert koreanischer Leoparden - eine Spezies, die bislang wenig bekannt war – beleuchten, trägt diese Ausstellung zum besseren Verständnis des natürlichen Ökosystems der Halbinsel in der Öffentlichkeit bei und hilft, ein Gefühl für die Notwendigkeit der Bewahrung biologischer Ressourcen zu erhalten“, sagte NIBR Präsident Kim Sang-bae.
Von Sohn JiAe
Autor, Korea.net
Photos: Nationales Institut für Biologische Ressourcen
jiae5853@korea.kr