In der Krise der verfestigten demografischen Klippe wurde ein kleines, aber deutliches Zeichen der Hoffnung wahrgenommen: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Neugeborenen im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 %. Korea.net beleuchtet den aktuellen Stand der koreanischen Politik, die zu einer bedeutenden Veränderung der extrem niedrigen Geburtenrate führte, und die besondere koreanische Geburtskultur.
Am 7. April betrachten ausländische Besucher in der Sonderausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea in Jongno-gu, Seoul, die Entwicklung der Babytrage von früher bis heute. Während im Westen Babys nach vorne getragen werden, gab es in Korea eine traditionelle Kultur, in der man Babys mit einer “Podegi”, einem großen gesteppten Tuch mit langen Bändern, auf seinem Rücken trägt
Von Hong Angie | Fotos: Park Daejin/korea.net
Die Sonderausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea ist von großer Bedeutung in dieser Zeit, in der jährlich über 250.000 Babys geboren sind.
Die Exponate der Ausstellung weisen auf die besondere Geburtskultur Koreas und die Weisheit der Vorfahren hin, die die Geburt eines Kindes nicht als ein “Ereignis innerhalb einer Familie”, sondern als ein “Fest einer Gemeinschaft” betrachteten.
Früher brachten koreanische Vorfahren ihren Wunsch nach der Geburt eines Kindes zum Ausdruck, indem sie bei der Geburt eines Babys Geumjul, gedrehte Strohseile, an die Haustür hängten und ein Schriftzeichen, das von 1000 Menschen des Dorfs geschrieben wurde, erstellten, um eine glänzende Zukunft und die Gesundheit des Neugeborenen zu erbitten. Diese Kultur wird heutzutage in neuen Einrichtungen wie Wochenbettzentren sowie in Online-Müttercommunities auf Smartphones fortgeführt.
Am 7. April werden Geumjul, gedrehte Strohseile, bei der Sonderausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea präsentiert
■ Geumjul – gedrehte Strohseile als Zeichen der Geburt eines Babys
In der Vergangenheit wurden gedrehte Strohseile bei der Geburt eines Kindes an die Haustür gehängt. Wenn rote Peperoni in den Strohseilen gewebt waren, war es ein Zeichen für die Geburt eines Sohnes, bei eingewobenen Kohlen hingegen wies es auf die Geburt einer Tochter hin. Die Geumjul diente auch als ein Zeichen, den Zutritt von Außenstehenden für 21 Tage zu beschränken, um die Gesundheit von Müttern und Babys zu schützen.
Diese Geumjul-Kultur ist auch in Japan in Form von “Shimenawa” und im Westen zu finden, wo Schleifen an Türen befestigt werden. Während diese Kultur in diesen Ländern Glückwünsche zur Geburt ausdrückt, bedeutet die Geumjul Koreas einen Versprach einer Gemeinschaft zum Schutz des Lebens.
In der Ausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea wird die traditionelle koreanische Geburt dargestellt
■ Warum essen koreanische Mütter Miyeokguk, eine Seetangsuppe, nach der Geburt?
Miyeokguk, eine koreanische Seetangsuppe, ist ein Symbol der Wochenbettpflege in Korea. Es wird überliefert, dass Wöchnerinnen diese Suppe essen, nachdem es beobachtet wurde, dass Wale nach der Geburt ihre Wunde mit dem Seetang behandelten. Auch die moderne Medizin bestätigt, dass Seetang aufgrund seines hohen Gehalts an Jod und Kalzium Uteruskontraktion und Blutreinigung fördert. Im Westen werden zur Nährstoffzufuhr Steaks und Gemüse empfohlen, während man in Korea eine hehiße Suppe isst.
Früher wurde “Jeogorie”, eine traditionelle koreanische Jacke, die aus 100 Stoffen eingewoben wurde, geschenkt, um den 100. Tag nach ihrer Geburt zu feiern. Bei der Sonderausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea wird “Jeogori” präsentiert
■ “Jeogorie” - ein Wunsch nach Gesundheit und einem langen Leben
In Korea werden Babys “Jeogorie”, eine traditionelle koreanische Jacke, die besonders von 100 Stoffen eingewoben wurde, geschenkt, um den 100. Tag nach der Geburt eines Babys zu feiern. In dieser “Jeogorie” wird ein Wunsch nach Gesundheit und einem langen Leben der Babys widerspiegelt. Besonders gibt es auch Baenaetjeogori, eine erste Oberbekleidung für Neugeborene, die das neugeborene Baby nach der Geburt trägt. Diese Kultur setzt sich bis heute fort, sodass Baenaetjeogori weiterhin zur Gratulation der Geburt überreicht wird.
■ Kontinuität der Mutterschaft von früher bis heute
Die Mutterschaft, die die Angst vor der Geburt in Mut verwandelte, setzt sich über die Zeit hinweg fort. Anfang der 1990er-Jahre hatten Mütter ihren verheirateten Töchtern Briefe geschickt, um ihre Erfahrungen und Ratschläge zu vermitteln. Diese Briefe wurden in den 2000er-Jahren zu einem Ratgeber zur Kinderbetreuung entwickelt. Heutzutage tauschen sich Mütter in Online-Müttercommunities und Gruppenchats auf ihren Smartphones ihre Sorgen um die Kindererziehung und tröstende Nachrichten aus.
Am 7. April betrachten ausländische Besucher in der Sonderausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea in Jongno-gu, Seoul, die ausgestellten modernen Babyartikel
Die Sonderausstellung “Happy Birthday” läuft bis zum 10. Mai im National Folk Museum of Korea. Weitere Informationen sind auf der offiziellen Website des Museums (
https://www.nfm.go.kr/) verfügbar.
shong9412@korea.kr