Kultur

14.05.2026

Der koreanische Filmregisseur Park Chan-wook posiert beim Fototermin der Jury des Wettbewerbs der 79. Filmfestspiele von Cannes für ein Erinnerungsfoto ⓒ Yonhap News

Der koreanische Filmregisseur Park Chan-wook posiert beim Fototermin der Jury des Wettbewerbs der 79. Filmfestspiele von Cannes für ein Erinnerungsfoto ⓒ Yonhap News



Von Charles Audouin | Video: Offizieller YouTube-Kanal von Festival de Cannes

„Die Republik Korea ist kein Land mehr am Rande der Filmwelt.”

Dies sagte der koreanische Filmregisseur Park Chan-wook am 12. Mai bei der Pressekonferenz der Eröffnungszeremonie der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Park wurde als erster Koreaner zum Vorsitzenden der Jury dieses Filmfestivals ernannt.

Er erklärte: „Als ich im Jahr 2004 die Filmfestspiele von Cannes zum ersten Mal besucht habe, wurden koreanische Filme nur selten vorgestellt. Nur innerhalb von 20 Jahren hat sich vieles verändert.”

„Zu diesem Phänomen möchte ich nicht einfach sagen, dass koreanische Filme aufgrund ihrer hohen Qualität in den Wettbewerb von Cannes aufgenommen wurden. Vielmehr würde ich sagen, dass sich das Zentrum der Filmwelt erweitert hat und dadurch verschiedene Filme aus mehr Ländern behandelt werden konnten. Infolgedessen übernehme ich beim 79. Cannes-Festival den Vorsitz der Jury,” fügte er hinzu.

Im Zusammenhang mit der Einladung der koreanischen Filme zum 79. Cannes-Filmfestival von den Regisseuren Na Hong-jin, Yeon Sang-ho und Jung Joo-ri sagte Park, er freue sich, dass vielversprechende Filme eingeladen wurden. „Hope”, der neue Film von Regisseur Na nach zehn Jahren, konkurriert im Wettbewerb mit 21 Filmen um die „Goldene Palme”.

Zugleich betonte Park: „Ich werde die Filme ohne jegliche Vorurteile oder Stereotype sehen und nur mit Vorfreude darauf warten, welche mich überraschen werden. Während der Jurysitzungen werde ich die Filme als Experte beurteilen, der über klare Ansichten zu Filmen und Kenntnisse der Filmgeschichte verfügt.”

Am selben Tag erklärte er seine Überzeugung, dass Politik und Kunst nicht voneinander getrennt werden sollten.

„Ein Film sollte nicht wegen seiner politischen Botschaft als Feind der Kunst angesehen werden. Zudem dürfe ein Film auch nicht ausgeschlossen werden, nur weil er keine politisch bedeutsame Botschaft hat”, betonte er.

„Wenn eine politische Botschaft künstlerisch nicht vermittelt wird, ist sie bloß Propaganda. Kunst und Politik sind keine gegensätzlichen Begriffe. Wenn politische Aussagen künstlerisch gestaltet werden, sind sie hörenswert”, fügte er hinzu.

Der koreanische Filmregisseur Park wurde mit seinen Filmen „Oldboy” (2003), „Durst” (2009), „Die Taschendiebin” (2016) und „Die Frau im Nebel” (2022) zum Filmfestival von Cannes eingeladen und ausgezeichnet.


caudouin@korea.kr