Die Koreanische Nationalbibliothek richtet bis zum 6. Oktober die Sonderausstellung „K-Book to the World“ aus
Von Lee Ji Yae | Fotos: Lee Ji Yae/korea.net
K-Inhalte wie K-Pop, K-Dramen und K-Filme etablierten sich weltweit als ein kulturelles Phänomen. Wie konnten die K-Inhalte über sprachliche und kulturelle Mauern die Herzen der Weltbürger erobern?
Die Koreanische Nationalbibliothek fand die Antwort in Büchern und Dokumenten. Bis zum 6. Oktober präsentiert sie im ersten Obergeschoss die Sonderausstellung „K-Book to the World“.
Die Ausstellung zeigt, wie Geschichten und Kultur in koreanischen Büchern und Dokumenten als moderne Inhalte neu interpretiert und durch Übersetzungen in die Welt getragen werden.
Besonders ins Auge fällt der zweite Teil der Ausstellung „From Stories to K-Content”. Hier lässt sich erkunden, welche kulturellen Inspirationen die heute weltweit beliebten K-Inhalte aus klassischen Werken und alten Erzählungen gewannen.
Der zweite Titel der Ausstellung „From Stories to K-Content”. Von links oben im Uhrzeigersinn: „Squid Game“ und „Rural Pastimes of Joseon“, „Lovely Runner“ und „Azaleas“ von Kim So-wol, „Guardian: The Lonely and Great God“ und „Baridegi“ (Princess Bari) sowie „The Host“ und „Bulgasarijeon“ (Die Geschichte von Bulgasari)
Die Netflix-Serie „Squid Game“ ist repräsentatives Beispiel für die Verbindung traditioneller koreanischer Spiele mit der universellen menschlichen Wettbewerbsmentalität. Bei der Ausstellung wird „Rural Pastimes of Joseon“ zusammen präsentiert, in dem während der japanischen Kolonialherrschaft in Korea landesweit verbreitete Kinderspiele und Volksspiele dokumentiert sind.
Dabei können Besucher verfolgen, wie traditionelle Spiele, zum Beispiel „Mugunghwa kkochi pieotseumnida“ (Rotes Licht, grünes Licht), „Biseokchigi“ (traditionelles koreanisches Steinspiel) und „Ojingeonori“ (traditionelles koreanisches „Tintenfischspiel“) basierend auf historischen Dokumenten für moderne Inhalte neu interpretiert werden.
Mit Erzählungen über Leben und Tod, das Jenseits und Erlösung aus koreanischen schamanistischen Mythen richtet die Ausstellung den Blick auf die kulturellen Ursprünge der koreanischen Fantasy.
Der dritte Titel der „Ausstellung Translation and the Korean Language, K-content Expanding Across the World” fokussiert sich auf koreanische Literatur, die durch Übersetzungen Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt erreichte.
Hier können Besucher anhand der Übersetzungen von „Die Vegetarierin” und „Menschenwerk” von Han Kang sowie „Der Fluch des Hasen” von Chung Bora nachvollziehen, wie sich die einzigartigen Erinnerungen, Emotionen und Denkweisen Koreas bei Leserinnen und Lesern aus anderen Kulturkreisen entfalten.
Die ausgestellten Fremdsprachenlehrbücher aus der Joseon-Zeit machen deutlich, dass auch die heutige weltweite Verbreitung von K-Inhalten dank der Bemühungen von Übersetzerinnen und Übersetzern möglich wurde, die Geschichten und Emotionen aus der koreanischen Sprache in andere Sprachen und Kulturkreise übertragen haben.
Der dritte Titel der „Ausstellung Translation and the Korean Language, K-content Expanding Across the World”
Bei der Ausstellung werden Räume für Erlebnisangebote eingerichtet. Mithilfe von KI können Besucher in die Rolle von Protagonisten aus vier Epochen schlüpfen, die von den Genremalereien der Joseon-Zeit bis hin zu modernen K-Dramen reichen, und Erinnerungsfotos machen.
Zudem können Besucher im Videobereich erleben, wie klassische Romane und historische Erzählungen als Bühnenkunst neu zum Leben erweckt werden.
Am 16. August schaut eine Besucherin in der Sonderausstellung „K-Book to the World“ in der Koreanischen Nationalbibliothek Koreas in Seoul einen Ausschnitt des Theaterstücks „Euigi Nongae“ des Theaters Hyunjang
Wie RM, Mitglied der K-Pop-Boygruppe BTS, in einem Interview mit der spanischen Zeitung „El País“ im Jahr 2023 erklärte, ist das Präfix „K“ als eine Art „Qualitätsgarantie“ zu verstehen, die von den Pionieren über Jahre aufgebaut worden ist. Auch diese Ausstellung zeigt, dass der Name „K“ nicht über Nacht entstanden ist.
Mit dieser Ausstellung präsentiert die Koreanische Nationalbibliothek ihre Vision, über die Bewahrung vergangener Kultur hinaus als Plattform zu fungieren, die basierend auf den gesammelten Aufzeichnungen neue kulturelle Möglichkeiten entdeckt und diese zu Inhalten der Zukunft weiterführt.
ljyhwa@korea.kr