Ehrenberichterstatter

30.04.2026

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Poster der Honorary Reporters Workshops 2025 mit Schwerpunkten auf journalistischem Schreiben, Storytelling und Fotografie © Screenshots offizielle Facebook-Seite der Honorary Reporter

Poster der Honorary Reporters Workshops 2025 mit Schwerpunkten auf journalistischem Schreiben, Storytelling und Fotografie © Screenshots offizielle Facebook-Seite der Honorary Reporter



Von Ehrenberichterstatterin Jasmin Mikolay aus Deutschland

Am 6. April 2026 eröffnete das koreanische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus, kurz MCST, offiziell die Bewerbungsphase für die neue Generation der Korea.net Honorary Reporters. Gleichzeitig markiert dieser Zeitpunkt das Ende der Saison 2025/26 und bietet damit einen passenden Anlass, auf ein Jahr zurückzublicken, das nicht nur durch zahlreiche Beiträge, sondern auch durch persönliche und journalistische Entwicklung geprägt war.

Das internationale Programm richtet sich an kulturinteressierte Menschen weltweit, die ihre Perspektiven auf Korea in journalistischer Form teilen möchten. Veröffentlicht wird in insgesamt zehn Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Japanisch. Neben klassischen Artikeln spielen auch kreative Formate wie Fotostrecken oder Illustrationen eine wichtige Rolle. Dadurch wird der interkulturelle Austausch nicht nur dokumentiert, sondern aktiv mitgestaltet.

Ein Jahr als Honorary Reporter: Vielfalt in der Praxis

Die Saison 2025/26 hat erneut verdeutlicht, wie sich journalistische Arbeit im internationalen Kontext entwickeln kann. Insgesamt fanden im Jahr 2025 rund 70 deutschsprachige Beiträge ihren Weg auf die Hauptseite von Korea.net. Dies unterstreicht die zunehmende Sichtbarkeit und Relevanz der deutschsprachigen Perspektiven innerhalb der globalen Community.

Inhaltlich reichte die Bandbreite von Berichten über koreanische Kulturveranstaltungen in Deutschland und Europa bis hin zu Eindrücken direkt aus Korea. Themen wie die erste gehörlose K-Pop-Band, aktuelle Entwicklungen rund um Squid Game 3, das internationale Großereignis APEC 2025 oder Gwangbokjeol, den achtzigsten Jahrestag der Befreiung Koreas, standen ebenso im Fokus wie Beiträge über K-Food wie Kimchi oder kreative Angebote wie koreanische DIY-Kurse.

Diese thematische Vielfalt zeigt, dass das Programm nicht auf einzelne Schwerpunkte begrenzt ist, sondern ein breites Spektrum an Perspektiven zulässt. Gerade die Verbindung aus persönlicher Erfahrung und journalistischer Einordnung ermöglicht es, Inhalte nicht nur zu vermitteln, sondern auch verständlich einzuordnen und zugänglich zu machen.

Die Pop-up-Mission 2025 ermöglichte internationale Teamarbeit, bei der kreative Magazinprojekte zu vorgegebenen Themen entwickelt wurden © Jasmin Mikolay, Screenshot aus der offiziellen FB-Webseite der Honorary Reporter

Die Pop-up-Mission 2025 ermöglichte internationale Teamarbeit, bei der kreative Magazinprojekte zu vorgegebenen Themen entwickelt wurden © Jasmin Mikolay, Screenshot aus der offiziellen FB-Webseite der Honorary Reporter


Internationale Community und gemeinsame Entwicklung

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1.498 Honorary Reporter:innen aus 101 Ländern ausgewählt. Als ehrenamtliche Kulturvermittler:innen tragen sie gemeinsam dazu bei, ein vielschichtiges Bild Koreas zu zeichnen, das von unterschiedlichen kulturellen Hintergründen geprägt ist.

Für mich persönlich war diese Saison in mehrfacher Hinsicht prägend. Erneut unter die Top 10 gewählt zu werden und Rang 6 zu erreichen, war eine besondere Anerkennung, die ich jedoch nicht nur als individuelle Leistung sehe.

Vielmehr ist sie das Ergebnis eines kontinuierlichen Austauschs mit anderen Honorary Reporter:innen, inspirierenden Gesprächen mit Interviewpartner:innen sowie der Unterstützung durch die Community. Die Auszeichnung als „Outstanding Reporter“ steht für mich daher nicht nur für eigene Arbeit, sondern auch für die vielen Begegnungen und Impulse, die diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht haben. Gleichzeitig wurde mir erneut bewusst, dass journalistische Qualität selten isoliert entsteht. Der Austausch innerhalb der Community trägt maßgeblich dazu bei, Inhalte weiterzuentwickeln und unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen.

Weiterbildung und journalistische Praxis

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Programms sind die begleitenden Workshops. Da Honorary Reporter:innen aus unterschiedlichen beruflichen und akademischen Bereichen kommen, versteht sich das Programm nicht nur als Plattform für Veröffentlichungen, sondern auch als Raum für Weiterentwicklung.

Im Jahr 2025 wurden drei Workshops angeboten, die sowohl online als auch vor Ort stattfanden. Die Inhalte reichten von den Grundlagen des journalistischen Schreibens über fortgeschrittene Techniken bis hin zur Fotografie für moderne Content Creator. Besonders wertvoll war dabei die Möglichkeit, direktes Feedback von erfahrenen Journalist:innen und Honorary Reporter:innen zu erhalten.

Diese Angebote verdeutlichen, dass journalistisches Arbeiten ein fortlaufender Prozess ist, der durch Übung, Reflexion und Austausch kontinuierlich weiterentwickelt wird.

 Kreative Inhalte aus internationalen Projekten ((https://newsroom.korea.net/upload/e-book/ecatalog5.jsp?Dir=653&catimage=&eclang=en)) zeigen die Vielfalt an Themen – von K-Literatur über K-Dramen bis hin zu Interviews und Illustrationen © Screenshot gemacht von Jasmin Mikolay

Kreative Inhalte aus internationalen Projekten (https://newsroom.korea.net/upload/e-book/ecatalog5.jsp?Dir=653&catimage=&eclang=en) zeigen die Vielfalt an Themen – von K-Literatur über K-Dramen bis hin zu Interviews und Illustrationen © Screenshot gemacht von Jasmin Mikolay


Strukturierte Kreativität und internationale Zusammenarbeit

Neben der freien Themenwahl bieten monatliche Missionen zusätzliche Orientierung. Sie greifen kulturelle Ereignisse, saisonale Entwicklungen oder gesellschaftliche Themen in Korea auf und dienen als Ausgangspunkt für neue Inhalte.

Ein besonders prägender Bestandteil war die sogenannte Pop-up Mission, die auf internationaler Teamarbeit basierte. Gemeinsam mit meinem Team, bestehend aus Sanya Bhardwaj, Preeti Rawat und Seema Thomas aus Indien sowie Sabrina Soogrim aus Frankreich, arbeitete ich an einem gemeinsamen Projekt zum Thema „Literature Month“.

Innerhalb kurzer Zeit entstand ein Konzept, das sich bewusst von klassischen Artikelformaten unterschied. Texte, Illustrationen und Interviews wurden miteinander kombiniert und zu einem gemeinsamen Ergebnis zusammengeführt. Diese Zusammenarbeit verdeutlichte, wie unterschiedliche Perspektiven sich nicht nur ergänzen, sondern gemeinsam neue inhaltliche Ansätze hervorbringen können.

Redaktionelle Sichtbarkeit und Einordnung

Ein weiterer Höhepunkt der Saison war die Veröffentlichung ausgewählter Beiträge im digitalen Sammelband „K-Insights“.

Dieses Format bündelt besonders gelungene Artikel aus verschiedenen Ländern und Sprachen und stellt sie in einen kuratierten Kontext. Für mich persönlich bedeutete die Teilnahme an dieser Veröffentlichung eine besondere Form der Einordnung, da sie zeigt, welche Themen und Perspektiven auch im internationalen Vergleich Resonanz finden.

Solche Plattformen tragen dazu bei, die Arbeit der Honorary Reporter:innen sichtbarer zu machen und gleichzeitig die Vielfalt der Beiträge in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

Das digitale Sammelwerk „K-Insights 2025“ (https://newsroom.korea.net/upload/e-book/ecatalog5.jsp?Dir=665&catimage=&eclang=en) bündelt ausgewählte Beiträge aus der globalen Honorary Reporter Community © Jasmin Mikolay

Das digitale Sammelwerk „K-Insights 2025“ (https://newsroom.korea.net/upload/e-book/ecatalog5.jsp?Dir=665&catimage=&eclang=en) bündelt ausgewählte Beiträge aus der globalen Honorary Reporter Community © Jasmin Mikolay


Ausblick auf die neue Saison

Im Mai startet die neue Saison 2026/27 und eröffnet damit ein weiteres Kapitel für die internationale Community der Honorary Reporter:innen. Jedes Jahr kommen neue Stimmen hinzu, die ihre eigenen Perspektiven einbringen und das Gesamtbild kontinuierlich erweitern.

Gerade im deutschsprachigen Raum besteht weiterhin großes Potenzial für engagierte Autor:innen, die sich für Korea interessieren und ihre Erfahrungen teilen möchten. Die thematische Vielfalt des Programms bietet zahlreiche Ansatzpunkte, um individuelle Schwerpunkte zu setzen und neue Blickwinkel einzubringen.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Ihnen, liebe Leser:innen, bedanken. Ihr Interesse an unseren Artikeln und an der koreanischen Kultur trägt wesentlich dazu bei, dass dieses Programm lebendig bleibt und sich kontinuierlich weiterentwickeln kann. Ebenso gilt mein Dank dem Korea.net-Team und den engagierten Manager:innen, die das Programm mit großem Einsatz begleiten und den Honorary Reporter:innen bei Fragen und Herausforderungen jederzeit unterstützend zur Seite stehen.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen: Möge die neue Saison viele neue Einblicke in die koreanische Kultur ermöglichen und Begegnungen schaffen, die Menschen weltweit miteinander verbinden und Korea ein Stück näherbringen.

Dieser Artikel wurde von einer Korea.net-Ehrenberichterstatterin verfasst. Unsere ehrenamtlichen Reporter kommen aus der ganzen Welt und teilen ihre Liebe und Leidenschaft über alle Dinge in Korea.

dlektha0319@korea.kr