Ehrenberichterstatter

15.06.2026

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Die Hafenstadt Busan verbindet moderne Skyline, maritime Infrastruktur und Küstenlandschaften und steht 2026 verstärkt im internationalen Fokus

Die Hafenstadt Busan verbindet moderne Skyline, maritime Infrastruktur und Küstenlandschaften und steht 2026 verstärkt im internationalen Fokus



Von Ehrenberichterstatterin Jasmin Mikolay aus Deutschland | Fotos: Jasmin Mikolay

Als BTS im Oktober 2022 ihr kostenloses „Yet To Come in Busan“-Konzert veranstalteten, rückte Koreas zweitgrößte Stadt für Millionen Fans weltweit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Vier Jahre später steht Busan erneut im internationalen Fokus. Während BTS im Juni 2026 für zwei Konzerte in die Stadt zurückkehren, bereitet sich Busan gleichzeitig auf die 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees vor.

Für viele internationale Besucher:innen mag Busan zunächst durch K-Pop bekannt geworden sein. Doch wer heute in die Hafenstadt reist, entdeckt schnell, dass sie weit mehr bietet als berühmte Fotospots oder Fan-Orte. Zwischen Küstenlandschaften, Kulturvierteln, internationalen Veranstaltungen und kreativen Stadtprojekten präsentiert sich Busan 2026 als eine der dynamischsten Städte Koreas.

Vier Jahre nach „Yet To Come“

Die Verbindung zwischen BTS und Busan ist bis heute sichtbar. Im Gamcheon Culture Village erinnern Wandgemälde und Fan-Kunstwerke weiterhin an die Gruppe. Besonders beliebt bleiben Motive mit Jungkook und Jimin, die Besucher:innen aus aller Welt anziehen.

Als ich durch die engen Gassen des farbenfrohen Viertels lief, fiel mir auf, dass viele Besucher:innen zunächst gezielt nach den BTS-Wandbildern suchten. Gleichzeitig schienen die meisten deutlich länger zu bleiben als geplant. Zwischen kleinen Cafés, Kunstinstallationen und Aussichtspunkten wurde schnell deutlich, dass BTS für viele zwar der Anlass der Reise war, Busan selbst aber zum Erlebnis wurde.

Wandgemälde von BTS-Mitgliedern im Gamcheon Culture Village erinnern an die enge Verbindung zwischen der Gruppe und Busan und ziehen weiterhin Besucher:innen aus aller Welt an

Wandgemälde von BTS-Mitgliedern im Gamcheon Culture Village erinnern an die enge Verbindung zwischen der Gruppe und Busan und ziehen weiterhin Besucher:innen aus aller Welt an


Gerade darin scheint ein Teil des Erfolgs von Busan zu liegen: Popkultur wird häufig zum Ausgangspunkt einer Reise, doch die Stadt bietet genügend eigene Attraktionen, um Besucher:innen weit über den ursprünglichen Anlass hinaus zu begeistern.

Mit den für den 12. und 13. Juni 2026 angekündigten BTS-Konzerten im Busan Asiad Main Stadium steht die Hafenstadt erneut im Fokus internationaler Fans. Bereits Wochen vor den Konzerten berichteten koreanische und internationale Medien von stark steigenden Hotelbuchungen und einer hohen Nachfrage nach Unterkünften. In einigen Stadtteilen waren Zimmer für den Konzertzeitraum nur noch schwer zu finden.

Nach dem „BTS The Comeback Live: ARIRANG“ am 21. März 2026 auf dem Gwanghwamun-Platz in Seoul und dem Auftakt der „ARIRANG“-Welttournee im Goyang Stadium am 9., 11. und 12. April bildet Busan die nächste große Station der Rückkehr der Gruppe nach Korea.

Vier Jahre nach „Yet To Come in Busan“ zeigt sich dabei, dass die Verbindung zwischen BTS und der Hafenstadt weit über ein einzelnes Konzert hinausgeht. Busan präsentiert sich zunehmend als Stadt, die die internationale Aufmerksamkeit rund um K-Pop gezielt für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing nutzt.

Wenn Busan wieder lila wird

Wer Busan bereits während des „Yet To Come in Busan“-Konzerts 2022 erlebt hat, erinnert sich vermutlich an die vielen lilafarbenen Lichtinstallationen, Fan-Events und temporären Ausstellungen, die die Stadt damals prägten. Auch 2026 bereitet sich Busan erneut auf die Rückkehr von BTS vor.

Rund um den Konzertzeitraum entstehen zusätzliche Erlebnisangebote für Fans, darunter Pop-up-Stores, ARMY-Treffpunkte, Ausstellungen und Veranstaltungen entlang der Küste. Dadurch entwickelt sich der Konzertzeitraum zunehmend zu einem stadtweiten Kulturereignis. Selbst Besucher:innen ohne Konzertticket können viele der begleitenden Veranstaltungen erleben und gleichzeitig die Stadt erkunden.

Für Busan ist dies längst mehr als ein Konzertwochenende. Die Stadt nutzt die internationale Aufmerksamkeit, um sich einer neuen Generation von Besucher:innen als Kultur- und Reiseziel zu präsentieren.

UNESCO bringt die Welt nach Busan

Während im Juni vor allem K-Pop-Fans nach Busan reisen, wird die Stadt nur wenige Wochen später Austragungsort einer weiteren internationalen Premiere sein.

Vom 19. bis 29. Juli 2026 findet in Busan die 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees statt. Erstmals wird die Veranstaltung in Busan und zugleich erstmals überhaupt in Korea ausgerichtet. Delegationen, Expert:innen und Medienvertreter:innen aus zahlreichen Ländern kommen zusammen, um über die Aufnahme neuer Welterbestätten, den Schutz bestehender UNESCO-Stätten und aktuelle Herausforderungen des globalen Kulturerbes zu beraten.

Auch wenn viele Besucher:innen Busan vor allem mit Stränden und moderner Skyline verbinden, zeigt die UNESCO-Veranstaltung eine andere Seite der Stadt. Busan positioniert sich zunehmend als Ort des kulturellen Austauschs und als Plattform für internationale Zusammenarbeit.

Gerade die Kombination aus globalen Kulturevents und moderner urbaner Infrastruktur macht die Hafenstadt für internationale Besucher:innen attraktiv.

Die Haeundae-Küste verbindet beliebte Attraktionen wie den Blueline Park, weitläufige Strände und Ausblicke auf das Meer und zählt zu den meistbesuchten Regionen Busans

Die Haeundae-Küste verbindet beliebte Attraktionen wie den Blueline Park, weitläufige Strände und Ausblicke auf das Meer und zählt zu den meistbesuchten Regionen Busans


Zwischen Küste und Skyline

Für viele Reisende gehört die Küste zu den eindrucksvollsten Seiten Busans. Anders als Seoul verbindet die Stadt urbane Skyline mit unmittelbarer Nähe zum Meer.

Besonders deutlich wird dies entlang der Haeundae-Küste. Dort verläuft der Haeundae Blueline Park mit seiner beliebten Sky Capsule und dem Beach Train entlang ehemaliger Bahnstrecken direkt über dem Meer. Die Strecke bietet Ausblicke auf Felsklippen, Sandstrände und moderne Hochhäuser und zählt inzwischen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Auch Haeundae Beach selbst stand 2026 früh im Zeichen eines ereignisreichen Jahres. Beim Haeundae Sand Festival im Mai würdigten großformatige Sandskulpturen unter dem Motto „Busan“ die Identität, Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Hafenstadt. Viele der Werke sind auch nach dem Ende des Festivals noch bis zum 14. Juni 2026 am Strand zu sehen. Eine der Installationen greift mit dem Schriftzug „Keep Swimming“ die Vorfreude auf die BTS-Konzerte im Juni auf und zeigt, wie eng Popkultur und städtische Großveranstaltungen inzwischen miteinander verwoben sind.

Nicht weit entfernt zieht auch Gwangalli Beach jedes Jahr zahlreiche Besucher:innen an. Vor allem nach Sonnenuntergang entsteht hier mit Blick auf die beleuchtete Gwangandaegyo-Brücke eine der ikonischsten Stadtansichten Koreas. Vom 12. bis 14. Juni 2026 findet dort zudem das traditionelle Gwangalli Eobang Festival statt, das die maritime Geschichte Busans mit Fischereivorführungen, Paraden und Kulturprogrammen in den Mittelpunkt stellt.

Während meiner Reisen durch Busan hatte ich oft den Eindruck, dass gerade diese Nähe von Meer, Bergen und Stadt den besonderen Charakter der Region ausmacht. Innerhalb kurzer Zeit wechseln sich moderne Hochhausviertel, Küstenwege, traditionelle Nachbarschaften und ruhige Aussichtspunkte ab.

Das Haeundae Light Festival verwandelt die Umgebung des Haeundae Beach jedes Jahr mit großflächigen Lichtinstallationen in einen beliebten Veranstaltungsort und unterstreicht Busans Rolle als Kultur- und Festivalstadt

Das Haeundae Light Festival verwandelt die Umgebung des Haeundae Beach jedes Jahr mit großflächigen Lichtinstallationen in einen beliebten Veranstaltungsort und unterstreicht Busans Rolle als Kultur- und Festivalstadt


2026 ein Schlüsseljahr für Busan

Busan profitiert 2026 von mehreren Entwicklungen gleichzeitig: internationalen Großveranstaltungen, wachsendem Kulturtourismus und der anhaltenden globalen Popularität koreanischer Popkultur.

Dennoch wirkt die Stadt nicht wie ein reines Event-Ziel. Vielmehr gelingt es Busan, unterschiedliche Interessen miteinander zu verbinden. Manche Besucher:innen kommen wegen BTS, andere wegen der Küste, der Filmfestivals oder kultureller Veranstaltungen.

2026 scheint deshalb nicht nur ein wichtiges Jahr für Busan zu sein, sondern auch ein gutes Beispiel dafür, wie sich moderne koreanische Städte zwischen globaler Aufmerksamkeit und lokalem Charakter neu positionieren.

Mit den BTS-Konzerten im Juni, der UNESCO-Welterbekomitee-Sitzung im Juli sowie zahlreichen weiteren Veranstaltungen – vom Busan International Dance Festival über das Busan International Film Festival bis hin zum Busan International Fireworks Festival – positioniert sich die Stadt 2026 stärker denn je als internationale Kultur- und Eventmetropole Koreas.

Dieser Artikel wurde von einer Korea.net-Ehrenberichterstatterin verfasst. Unsere ehrenamtlichen Reporter kommen aus der ganzen Welt und teilen ihre Liebe und Leidenschaft über alle Dinge in Korea.

dlektha0319@korea.kr