Generalkonsulin Eunjeong Kim überreicht Yeseul Park im Rahmen der K-Food-Fair in Frankfurt die Ernennungsurkunde zur K-Food-Ehrenbotschafterin. Rechts sind die Ernennungsurkunde im Detail sowie der VIP-Ausweis der Veranstaltung zu sehen
Von Ehrenberichterstatterin Jasmin Mikolay aus Deutschland | Fotos: Yeseul Park
Am 24. Juni 2026 erhielt Yeseul Park im Rahmen der K-Food Fair in Frankfurt die Ernennungsurkunde zur K-Food-Ehrenbotschafterin. Die Auszeichnung erfolgte im Namen der koreanischen Ministerin für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten und wurde von Generalkonsulin Eunjeong Kim überreicht.
Im Videointerview am 30. Juni 2026 mit der deutschen Korea.net-Ehrenberichterstatterin Jasmin Mikolay spricht Yeseul Park über ihren Weg als Content-Creatorin und K-Food-Ehrenbotschafterin.
– Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen, Frau Park?
Ich bin auf Social Media unter dem Namen "Saebom2000" unterwegs. Dort möchte ich Menschen die Vielfalt der koreanischen Küche näherbringen. Geboren wurde ich in Seoul. Mit neun Jahren kam ich nach Deutschland, weil mein Vater beruflich hierher versetzt wurde.
– Wie sind Sie auf die Idee gekommen, koreanische Küche auf Social Media zu präsentieren?
Angefangen hat alles während der Corona-Pandemie. Damals habe ich nach einer Beschäftigung neben meinem Beruf gesucht. Mein vietnamesischer Mitbewohner fragte mich irgendwann, warum ich meine Leidenschaft für Essen nicht mit anderen teile. Das hat mich auf die Idee gebracht, erste Videos zu veröffentlichen.
Zunächst habe ich mit einem englischsprachigen Kanal begonnen. Später wurde mir jedoch bewusst, dass ich besonders Menschen im deutschsprachigen Raum erreichen möchte. Da ich in Deutschland aufgewachsen bin, kann ich mich auf Deutsch oft authentischer ausdrücken. Heute mache ich das seit rund fünf Jahren hauptberuflich.
Einblicke hinter die Kulissen: Links dreht Yeseul Park gemeinsam mit ihrer Mutter ein Kochvideo, rechts bereitet sie privat in ihrer Küche ein Gericht zu
– Was möchten Sie mit Ihren Videos erreichen?
Am Anfang war Social Media für mich vor allem Unterhaltung. Heute ist es ein Ort, an dem ich selbst ständig Neues lerne. Für verschiedene Videoformate beschäftige ich mich mit Küchen aus Ländern, die ich selbst noch nie bereist habe. Das erweitert meinen eigenen Horizont und fordert mich immer wieder heraus.
Trotzdem ist mein ursprüngliches Ziel bis heute gleich geblieben: Ich möchte die koreanische Küche auf eine einfache und unterhaltsame Weise vermitteln und sie ein Stück weit entmystifizieren. Viele kennen vor allem Gerichte wie Tteokbokki oder Korean BBQ. Mir ist wichtig zu zeigen, dass die koreanische Küche viel mehr zu bieten hat als diese bekannten "Klassiker".
– Welche Rolle spielt K-Food dabei, Menschen die koreanische Kultur näherzubringen?
Für mich ist Essen der einfachste Zugang zu einer neuen Kultur. Beim gemeinsamen Essen kommen Menschen ins Gespräch. Sie entdecken neue Geschmäcker, lernen andere Zutaten kennen und interessieren sich plötzlich auch für die Kultur dahinter.
Ich habe selbst erlebt, wie verbindend Essen sein kann. Während meines Auslandssemesters in Frankreich hatte ich koreanisches Ramyeon dabei. Nach einer Partynacht habe ich es für meine Freunde gekocht und gesagt: „Probiert das unbedingt – nichts hilft besser gegen einen Kater.“ Sie waren zunächst skeptisch, aber danach total begeistert.
Dieser Moment ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Als ich Ende der 1990er-Jahre nach Deutschland kam, wussten viele Menschen kaum etwas über Korea. Essen war für mich deshalb oft der einfachste Weg, meine Kultur zu erklären und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Genau deshalb sehe ich K-Food als eine Brücke zwischen Menschen und Kulturen.
Für mich ist Essen viel mehr als nur Nahrung. Es ist eine Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen und Kulturen miteinander zu verbinden. Ganz gleich, ob es Mandu, Maultaschen oder Gyoza sind – viele Gerichte zeigen, dass wir oft mehr Gemeinsamkeiten haben, als wir zunächst denken.
– Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie mit Ihren Videos Menschen für die koreanische Küche begeistern?
Eigentlich passiert das bis heute fast täglich. Besonders freue ich mich, wenn mir Menschen schreiben, dass sie eines meiner Rezepte nachgekocht haben und überrascht waren, wie gut es geschmeckt hat. Viele schicken mir sogar Fotos ihrer Gerichte oder erzählen, dass sie sich zum ersten Mal Zutaten besorgt haben, die sie vorher gar nicht kannten.
Mich beeindruckt vor allem, wie viel Zeit, Mühe und Liebe zum Detail sie investieren. Das berührt mich jedes Mal aufs Neue. Viele möchten auch die Geschichte hinter den Gerichten verstehen und die koreanische Esskultur kennenlernen. Genau dann merke ich, dass ich Menschen für Korea begeistern kann.
– Welches Gericht beschreibt Korea für Sie persönlich am besten und warum?
Auch wenn es vielleicht etwas klischeehaft klingt, ist meine Antwort klar: Kimchi.
Schon als Kind habe ich meiner Mutter beim Kimchi-Machen zugeschaut. Ich erinnere mich noch genau daran, wie die ganze Wohnung nach Knoblauch und Fischsoße roch und ich immer wieder ein Stück probieren durfte. Diese gemeinsamen Momente gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen.
Für mich erzählt Kimchi aber auch ein Stück koreanischer Geschichte. Ursprünglich war Kimchi gar nicht scharf. Erst mit der Einführung von Chili entwickelte sich daraus das Kimchi, das wir heute kennen. Das zeigt, wie Korea Einflüsse von außen aufgenommen und etwas Eigenes daraus geschaffen hat. Deshalb steht Kimchi für mich nicht nur für die koreanische Küche, sondern auch für meine Familie, meine Kindheit und die Geschichte Koreas.
Yeseul Park vermittelt die Vielfalt der koreanischen Küche mit einer Mischung aus unterhaltsamen Videos und informativen Rezepten
– Welche drei Gerichte würden Sie Einsteiger:innen empfehlen?
Als Erstes würde ich unbedingt Banchan (kor. 반찬), also die verschiedenen koreanischen Beilagen, empfehlen. Diese machen für mich die koreanische Esskultur aus. Viele sind überraschend einfach zuzubereiten, zum Beispiel blanchierter Spinat mit etwas Sesamöl und Salz. Gerade diese Vielfalt an kleinen Gerichten macht eine koreanische Mahlzeit so besonders.
Außerdem würde ich Cheonggukjang (kor. 청국장), den traditionellen Eintopf mit fermentierten Sojabohnen, empfehlen. Der Geruch ist anfangs vielleicht ungewohnt, aber ähnlich wie bei gut gereiftem Käse entwickelt sich daraus ein Geschmack, den man schnell lieben lernt. Besonders zusammen mit Kimchi schmeckt er einfach hervorragend.
Als drittes Gericht würde ich Biji-jjigae (kor. 비지찌개) empfehlen, einen traditionellen Eintopf aus 비지, also den Sojabohnenresten, die bei der Herstellung von Tofu entstehen. Das Gericht hat einen angenehm nussigen Geschmack und zeigt zugleich, wie nachhaltig die koreanische Küche mit Lebensmitteln umgeht.
– Welche Zutaten dürfen in keiner koreanischen Küche fehlen?
Sojasauce, Sesamöl und Gochujang gehören für mich zur Grundausstattung. Mit diesen drei Zutaten lassen sich bereits viele koreanische Gerichte oder Marinaden zubereiten. Besonders die dunkle Sojasauce verwende ich gerne, weil sie beim Kochen einen intensiveren Geschmack entwickelt und Speisen schön karamellisieren lässt.
Von Kimchi bis Nudelsuppe: Yeseul Park präsentiert eine breite Auswahl koreanischer Alltagsgerichte
– Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Ernennung als K-Food-Ehrenbotschafterin! Wie kam diese Zustande und was bedeutet diese für Sie persönlich?
Vielen Dank! Ehrlich gesagt kann ich es bis heute noch gar nicht richtig glauben.
Durch meine Arbeit auf Social Media wurde das aT Frankfurt (한국농수산식품유통공사 프랑크푸르트 지사) auf mich aufmerksam. Daraus entstand schließlich die Möglichkeit, als K-Food-Ehrenbotschafterin vorgeschlagen zu werden.
Als ich als Kind nach Deutschland kam, musste ich oft erklären, woher ich komme und was Korea eigentlich ist. Damals habe ich mir manchmal gewünscht, irgendwann eine Brücke zwischen Deutschland und Korea sein zu können. Dass ich diese Rolle heute ganz offiziell übernehmen darf, bedeutet mir deshalb unglaublich viel.
– Welche Verantwortung verbinden Sie mit Ihrer neuen Rolle?
Ich möchte zeigen, wie koreanische Küche im Alltag wirklich aussieht. Viele Menschen denken zuerst an Tteokbokki oder Korean BBQ. Das sind wichtige Gerichte, aber sie zeigen nur einen kleinen Teil der koreanischen Esskultur.
Mir ist es wichtig, auch regionale Spezialitäten, einfache Hausmannskost und die große Vielfalt der koreanischen Küche vorzustellen. Jede Region Koreas hat ihre eigenen Traditionen und Geschmacksrichtungen. Genau diese Vielfalt möchte ich künftig noch stärker vermitteln.
Yeseul Park engagiert sich auch außerhalb ihrer Social-Media-Kanäle für die koreanische Küche: Links bei einer Gimbap-Class in Berlin
– Was macht für Sie guten Food-Content aus?
Für mich sollte Food-Content vor allem einfach verständlich sein und Spaß machen. Wenn Menschen beim Zuschauen etwas lernen und gleichzeitig lachen können, habe ich mein Ziel erreicht. Genau das möchte ich mit meinen Videos vermitteln.
– Welches Ihrer Videos ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Vor Kurzem habe ich ein Video veröffentlicht, in dem ich ganz einfach Yangbaechu-ssam (kor. 양배추쌈), also gedämpften Weißkohl mit Reis, gegessen habe – ein Gericht, das ich aus meiner Familie kenne. Ehrlich gesagt hätte ich nie erwartet, dass dieses Video fast zwei Millionen Aufrufe erreicht.
Gerade dieses Beispiel hat mir gezeigt, dass Menschen sich nicht nur für spektakuläre Gerichte interessieren. Oft sind es die einfachen Alltagsgerichte, die besonders viel Interesse wecken.
– Welche Missverständnisse über die koreanische Küche möchten Sie gerne richtigstellen?
Viele denken, koreanisches Essen sei immer extrem scharf oder bestehe hauptsächlich aus Fleisch und schweren Soßen. Tatsächlich spielen Gemüse, saisonale Zutaten und einfache Zubereitungsarten eine viel größere Rolle, als viele vermuten.
Die koreanische Küche kann sehr leicht, ausgewogen und auch vegetarisch sein. Genau diese Seite möchte ich stärker zeigen.
– Welche Projekte planen Sie als Nächstes?
Ich möchte gerne durch verschiedene Regionen Koreas reisen und dort die regionalen Küchen kennenlernen. Diese Erfahrungen möchte ich anschließend mit meiner Community teilen und dokumentieren.
Außerdem wünsche ich mir, irgendwann einen kleinen Kimchi-Guide zu veröffentlichen. Kimchi begleitet mich seit meiner Kindheit und ich würde dieses Wissen gerne an andere weitergeben, weil diese Leidenschaft für Kimchi wirklich irgendwie durch mich fließt.
– Welche Botschaft möchten Sie den Leser:innen mitgeben?
Habt keine Angst, Neues auszuprobieren. Die schönsten kulinarischen Erfahrungen macht man oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet.
Wenn ihr Korea besucht, geht auch einmal in die kleinen, unscheinbaren Restaurants abseits der bekannten Touristenorte. Dort erlebt ihr die koreanische Alltagsküche oft am authentischsten.
– Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg als K-Food-Ehrenbotschafterin.
Mit ihrem Engagement zeigt Yeseul Park, dass K-Food auch in Europa zunehmend wahrgenommen wird und das Interesse an der koreanischen Küche stetig wächst. Für sie ist Essen ein Medium, das Brücken zwischen Menschen und Kulturen schlagen kann.
Dieser Artikel wurde von einer Korea.net-Ehrenberichterstatterin verfasst. Unsere ehrenamtlichen Reporter kommen aus der ganzen Welt und teilen ihre Liebe und Leidenschaft über alle Dinge in Korea.