Ehrenberichterstatter

04.08.2026

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Einige der vom Korean Studies Institute mitgebrachten Pyeon-aek in Busan

Einige der vom Korean Studies Institute mitgebrachten Pyeon-aek in Busan



Von Ehrenberichterstatterin Anneke Mara Schwind aus Deutschland | Fotos: Anneke Mara Schwind

Pyeon-aek (편액) werden sie genannt, die hölzernen Schilder, die in Korea die Eingänge so mancher historischer Stätten verzieren. Vor langer Zeit vergaben koreanische Vorfahren Namen an die Orte, in denen sie lebten, und stellten diese auf hölzernen Schildern über den Eingängen hängend zur Schau.

Dies diente nicht nur der Dekoration, sondern auch der spirituellen Verbundenheit der Bewohner mit diesen Orten. Denn die Namen wurden nicht einfach nur willkürlich gewählt, sondern waren vielmehr die literarische Verkörperung dessen, was diese Räume ausmachte: Die Bedeutung und die Werte, die ein Haus, ein Tempel, ein Platz darstellen sollte, wurden durch seinen Namen bestimmt und über seinem Eingang für alle Welt sichtbar festgehalten.

Entscheidend war dabei nicht nur der Klang des Namens selbst, sondern auch die Wahl des verwendeten Kalligraphie-Stils, die Schriftgröße und -breite sowie die Art des Holzes, auf dem der Name festgehalten wurde. All diese Elemente gemeinsam trugen zur weiteren Bedeutung des benannten Ortes bei. Wurde ein solches Meisterstück fertiggestellt, wurde es zwischen dem Türrahmen und dem Dachüberstand befestigt und trug von dort an die tiefere philosophische Bedeutung des Ortes zur Schau.

Das Korean Studies Institute (KSI) ist heute im Besitz von 550 dieser Plaketten, die 2016 offiziell ins Regionalregister für Asien und den Pazifik des UNESCO-Programms „Memory of the World“ (Gedächtnis der Menschheit) aufgenommen wurden. Einige davon hat das KSI zur 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Busan mitgebracht.

Dort ausgestellt können die Besucherinnen und Besucher so hautnah dieses besondere Detail koreanischer Geschichte und Kultur erleben. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die meisten dieser Pyeon-aek mit chinesischen Schriftzeichen, den sogenannten Hanja, verziert sind und nur seltener mit der heute gebräuchlichen koreanischen Schriftweise Hangeul (한글). Das liegt daran, dass Hanja auch nach der Erfindung des koreanischen Alphabets durch König Sejong im Jahr 1443 noch lange die klassische Schriftsprache für Verwaltung, Bildung und Kultur in Korea war.

Die Messehalle auf der 48. World Heritage Covention, die den Besucherinnen und Besuchern Koreas Welterbe näher bringt

Die Messehalle auf der 48. World Heritage Covention, die den Besucherinnen und Besuchern Koreas Welterbe näher bringt


Das und noch vieles mehr kann man in Busan am Stand des KSI während der Tagung des UNESCO-Welterbekomitees lernen, spielerisch gestaltet durch Stempelstationen, Bastelaktionen und einen Fotoautomaten. Dank Digitalisierung kann man sogar sein eigenes Pyeon-aek gestalten, welches dann auf einem großen Bildschirm am Stand für alle sichtbar wird, auch wenn die Besucherinnen und Besucher heute vorzugsweise Botschaften und Namen in Hangeul hinterlassen.

Eine interaktive Stempelstation macht das Erlebnis für Groß und Klein noch spannender

Eine interaktive Stempelstation macht das Erlebnis für Groß und Klein noch spannender


Besucherinnen und Besucher des KSI-Standes können digital ihre eigenen Schilder gestalten und für alle zur Schau stellen

Besucherinnen und Besucher des KSI-Standes können digital ihre eigenen Schilder gestalten und für alle zur Schau stellen


Dieser Artikel wurde von einer Korea.net-Ehrenberichterstatterin verfasst. Unsere ehrenamtlichen Reporter kommen aus der ganzen Welt und teilen ihre Liebe und Leidenschaft über alle Dinge in Korea.

dlektha0319@korea.kr