Ehrenberichterstatter

11.09.2026

Korea.net in 11 Sprachen
  • 한국어
  • English
  • 日本語
  • 中文
  • العربية
  • Español
  • Français
  • Deutsch
  • Pусский
  • Tiếng Việt
  • Indonesian
K-Trekking wird Chefsache: Koreas Tourismusminister Chae Hwi-young wirbt im Bukhansan-Nationalpark für den Ausbau des Wandertourismus © Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus

K-Trekking wird Chefsache: Koreas Tourismusminister Chae Hwi-young wirbt im Bukhansan-Nationalpark für den Ausbau des Wandertourismus © Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus



Von Ehrenberichterstatter Manuel Guthmann aus Deutschland

Korea will seine Berge und Nationalparks stärker für den internationalen Tourismus nutzen.

Dafür warb der koreanische Minister für Kultur, Sport und Tourismus, Chae Hwi-young, am 30. August 2026 bei einer Wanderung im Bukhansan-Nationalpark in Seoul.

Begleitet wurde Minister Chae Hwi-young von dem bekannten koreanischen Bergsteiger Um Hong-gil und elf Mitgliedern der französischen Fédération Française de la Randonnée. Die Korea Tourism Organization (KTO) hatte zuvor in Frankreich für Wanderreisen nach Korea geworben und damit auch die Teilnehmer der elftägigen Tour gewonnen.

Gilles Vikrobec, Vorsitzender des Internationalen Komitees der Fédération Française de la Randonnée und Leiter der Gruppe, lobte die Infrastruktur und hob hervor, dass die Wanderangebote auch für Menschen mit Behinderungen gut zugänglich seien.

Der koreanische Tourismusminister setzt sich persönlich dafür ein, mit dem Ausbau des Wandertourismus auch den Tourismus in den Regionen zu stärken. „Der besondere Reiz der koreanischen Berge liegt darin, dass man beim Wandern Natur, Geschichte und Kultur zugleich erleben kann“, sagte Minister Chae Hwi-young.

Was hinter K-Trekking steckt

Unter dem Namen „K-Trekking“ sollen mehr internationale Besucher für Koreas Berge und Nationalparks gewonnen werden. Bis 2028 sollen jährlich drei Millionen ausländische Besucher in die Nationalparks kommen. Im Juli wurde dafür die Zusammenarbeit zwischen der KTO und dem Korea National Park Service ausgeweitet.

K-Trekking umfasst dabei unterschiedliche Möglichkeiten. Ein Ausflug in die Natur für einige Stunden gehört ebenso dazu wie eine Tageswanderung oder eine mehrtägige Tour. Wandern kann damit eine einzelne Aktivität während einer Korea-Reise sein oder Teil einer längeren Reise durch verschiedene Regionen werden.

Gerade darin liegt ein Unterschied zu einem klassischen Wanderurlaub. Ein Besuch im Nationalpark muss nicht zum Mittelpunkt der gesamten Reise werden. Er kann zwischen anderen Plänen seinen Platz finden, etwa als Ausflug während einiger Tage in Seoul oder als Naturerlebnis auf einer Reise durch das Land. Für längere Touren sollen Wanderziele wiederum stärker mit weiteren Stationen in den Regionen verbunden werden.

Dass dieses Konzept bereits praktisch umgesetzt wird, zeigt die Reise der französischen Gruppe. Während der elftägigen Tour stehen nicht nur Wanderungen auf dem Programm. Die Reise führt vom Bukhansan unter anderem über Andong, Gyeongju, Busan und Suncheon bis zum Jirisan. Auch ein Tempelaufenthalt im Hwaeomsa gehört dazu.

K-Trekking trifft auf internationales Interesse: Eine französische Wandergruppe besucht den Bukhansan-Nationalpark bei Seoul © Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus

K-Trekking trifft auf internationales Interesse: Eine französische Wandergruppe besucht den Bukhansan-Nationalpark bei Seoul © Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus


Kostenlose Ausrüstung für internationale Besucher

Eine der aktuellen Maßnahmen ist die „K-Trekking Challenge“, die noch bis Ende November läuft. Sie richtet sich an internationale Besucher und umfasst Angebote in Bukhansan, Seoraksan und Odaesan sowie Gyeongju. Ausländische Besucher können dort Wanderschuhe und Trekkingstöcke kostenlos ausleihen und erhalten zusätzlich ein Souvenir.

Das ist gerade für Reisende praktisch, die während ihres Korea-Aufenthalts spontan eine Wanderung unternehmen möchten. Wanderschuhe und Trekkingstöcke müssen nicht für den gesamten Urlaub mitgebracht werden, wenn sie nur für einen Ausflug benötigt werden.

In Seoul gibt es außerdem Hiking Tourism Centers an Bukhansan, Bugaksan und Gwanaksan. Dort können Besucher Wanderausrüstung leihen, Gepäck aufbewahren, Umkleidemöglichkeiten nutzen und sich über geeignete Routen informieren. Die Beratung wird neben Koreanisch auch auf Englisch, Chinesisch und Japanisch angeboten.

Damit richtet sich das Angebot nicht nur an erfahrene Wanderer. Auch internationale Gäste, die Koreas Berge bislang nicht auf ihrer Reiseplanung hatten, bekommen vor Ort Unterstützung bei der Auswahl einer passenden Route und der benötigten Ausrüstung.

 Tourismusminister Chae Hwi-young und Bergsteiger Um Hong-gil unterstützen die internationale Vermarktung von K-Trekking © Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus

Tourismusminister Chae Hwi-young und Bergsteiger Um Hong-gil unterstützen die internationale Vermarktung von K-Trekking © Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus


Mehr Besucher und längere Aufenthalte

Die Nationalparks sind nicht nur bei Koreanern beliebte Ausflugsziele, sondern werden auch von immer mehr internationalen Gästen besucht. Die 23 Nationalparks in Korea verzeichneten 2025 insgesamt rund 43,3 Millionen Besuche. Nach Angaben des Korea National Park Service wurden im selben Jahr rund 2,05 Millionen ausländische Besucher ermittelt. Davon waren 1,13 Millionen ausländische Touristen und 920.000 in Korea lebende Ausländer.

Im Jahr 2024 waren insgesamt rund 890.000 ausländische Besucher registriert worden. Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt.

Besonders gefragt war Jeju. Der Hallasan-Nationalpark war 2025 mit rund 270.000 internationalen Touristen der beliebteste Nationalpark des Landes in dieser Besuchergruppe. Es folgten Dadohaehaesang mit etwa 140.000 sowie Taeanhaean und Hallyeohaesang mit jeweils rund 130.000.

Hallasan auf Jeju: Der höchste Berg Koreas liegt im Hallasan-Nationalpark, der 2025 mit rund 270.000 ausländischen Touristen bei internationalen Gästen besonders gefragt war © Manuel Guthmann

Hallasan auf Jeju: Der höchste Berg Koreas liegt im Hallasan-Nationalpark, der 2025 mit rund 270.000 ausländischen Touristen bei internationalen Gästen besonders gefragt war © Manuel Guthmann


Die Besucher sorgen zugleich für erhebliche Ausgaben in den Regionen. Nach einer im März 2026 veröffentlichten Analyse des Korea National Park Service gaben Besucher der 23 Nationalparks 2025 dort insgesamt rund 3,56 Billionen Won (rund 2,26 Milliarden Euro) aus.

Dabei machte die Aufenthaltsdauer einen deutlichen Unterschied. Tagesbesucher gaben im Schnitt rund 80.000 Won (rund 51 Euro) aus. Bei einem Aufenthalt von mindestens drei Nächten waren es durchschnittlich 350.000 Won (rund 222 Euro).

Genau deshalb spielt die Aufenthaltsdauer bei den weiteren Plänen eine wichtige Rolle. Der Korea National Park Service will mehr Übernachtungsangebote fördern und Nationalparkbesuche stärker mit Reisen in die jeweiligen Regionen verbinden. Ein Nationalparkbesuch soll damit nicht zwangsläufig länger dauern. Vielmehr sollen für Reisende, die mehrere Tage unterwegs sein möchten, zusätzliche Möglichkeiten entstehen, länger in einer Region zu bleiben.

Der Ausbau von K-Trekking fällt in eine Zeit, in der insgesamt mehr internationale Gäste nach Korea reisen. 2025 kamen 18,9 Millionen ausländische Besucher ins Land. K-Trekking soll dazu beitragen, dass sie neben den bekannten touristischen Zielen auch Nationalparks und andere Regionen Koreas kennenlernen.

Fazit

K-Trekking kann ganz unterschiedlich Teil einer Korea-Reise werden. Ein paar Stunden in der Natur sind ebenso möglich wie ein Tagesausflug oder eine längere Tour durch mehrere Regionen. Damit richtet sich das Angebot nicht nur an erfahrene Wanderer, sondern auch an Reisende, die während ihres Aufenthalts eine andere Seite Koreas kennenlernen möchten.

Die eigene Wanderausrüstung muss dafür nicht unbedingt mit ins Gepäck. An verschiedenen Standorten können internationale Gäste Wanderschuhe und Trekkingstöcke kostenlos ausleihen. Vielleicht gehört bei der nächsten Korea-Reise also auch eine Wanderung dazu.

Dieser Artikel wurde von einem Korea.net-Ehrenberichterstatter verfasst. Unsere ehrenamtlichen Reporter kommen aus der ganzen Welt und teilen ihre Liebe und Leidenschaft über alle Dinge in Korea.

dlektha0319@korea.kr