Ehrenberichterstatter

06.11.2026

Korea.net in 11 Sprachen
  • 한국어
  • English
  • 日本語
  • 中文
  • العربية
  • Español
  • Français
  • Deutsch
  • Pусский
  • Tiếng Việt
  • Indonesian
Das Plakat des 15. Korean Film Festival Frankfurt, das vom 20. bis 25. Oktober 2026 stattfindet, stellt das diesjährige Thema „Jeong“ vor und rückt die emotionalen Bindungen zwischen Menschen in den Mittelpunkt © Korean Film Festival Frankfurt

Das Plakat des 15. Korean Film Festival Frankfurt, das vom 20. bis 25. Oktober 2026 stattfindet, stellt das diesjährige Thema „Jeong“ vor und rückt die emotionalen Bindungen zwischen Menschen in den Mittelpunkt © Korean Film Festival Frankfurt



Von Ehrenberichterstatterin Andra Michaela Pena aus Rumänien

Filme können Menschen zusammenbringen, doch die Verbindungen, die dabei entstehen, reichen oft über den Kinosaal hinaus. Dieser Gedanke prägt das 15. Korean Film Festival Frankfurt, das der gemeinnützige Verein Project K e.V. vom 20. bis 25. Oktober 2026 in Frankfurt am Main und im benachbarten Offenbach veranstaltet. Mit 27 Langfilmen, elf Kurzfilmen, Begegnungen mit Filmschaffenden und einem Tag im Zeichen koreanischer Kultur bringt das Festival dem Publikum das koreanische Kino näher und fördert den kulturellen Austausch. Im Mittelpunkt steht Jeong (정): ein koreanischer Begriff für Zuneigung, Fürsorge und emotionale Bindungen, die mit der Zeit wachsen.

Im Vorfeld führte Korea.net-Ehrenreporterin Andra Michaela Pena zwischen dem 14. und 19. Oktober ein E-Mail-Interview mit Anna Charlotte Seel, Mitglied der Festivalleitung und Co-Leiterin des Presseteams. Seel sprach über das Engagement der Ehrenamtlichen, die Förderung aufstrebender Filmschaffender und die Bedeutung des diesjährigen Festivalthemas.

Von einer studentischen Initiative zum gemeinsamen Engagement

Das Festival entstand 2012 als studentische Initiative innerhalb der Koreastudien an der Goethe-Universität Frankfurt. Heute engagieren sich fast 70 ehrenamtliche Teammitglieder das ganze Jahr über für die Veranstaltung. Seel entdeckte das Festival bereits in ihrer ersten Woche in Frankfurt, wohin sie für ein Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft gezogen war. Besonders beeindruckte sie die ehrenamtliche Organisation. Ein Jahr später schloss sie sich dem Team an.

„Das Besondere am Festival war schon immer, dass das Team sehr jung und engagiert ist und das Festival in seiner Freizeit organisiert“, erklärte sie. Die Vorbereitungen beginnen unmittelbar nach dem Ende der vorherigen Ausgabe: Zunächst stehen der Termin, das Festivalthema und die Förderanträge an. Darauf folgt die Filmsichtung. Schritt für Schritt entsteht ein Programm, das Entwicklungen im koreanischen Kino aufgreift.

Frühere Ausgaben beschäftigten sich mit „Generationen“ im Jahr 2024 sowie „Grenzen und Freiheit“ im Jahr 2025. Zugleich entstanden neue Möglichkeiten für Begegnung und Beteiligung. Der Korea Culture Day und der KFFF Newcomer Award, beide 2024 eingeführt, erweitern das Kulturprogramm und unterstützen Filmschaffende am Anfang ihrer Laufbahn.

Schauspieler Teo Yoo (in der Mitte stehend) posiert während des Korean Film Festival Frankfurt 2023 gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitgliedern des Festivalteams © Korean Film Festival Frankfurt

Schauspieler Teo Yoo (in der Mitte stehend) posiert während des Korean Film Festival Frankfurt 2023 gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitgliedern des Festivalteams © Korean Film Festival Frankfurt


Jeong auf der Leinwand und hinter den Kulissen

Für die 15. Ausgabe wählte das Team einen Begriff, der auch die während der Festivalarbeit gewachsenen Beziehungen widerspiegelt. „Jeong lässt sich schwer definieren, aber unser Team verbindet damit emotionale Bindungen, die mit der Zeit wachsen, Zuneigung, Fürsorge und kleine Gesten“, erläuterte Seel. Diese Beschreibung eröffnet einen Zugang zum Thema, ohne den Begriff auf eine einzige Übersetzung festzulegen.

Das Anfang des Jahres gewählte Thema zeigte sich seitdem immer wieder in der Zusammenarbeit mit Partnern, Kunstschaffenden und innerhalb des Teams. Als besonders deutliches Beispiel aus dem Filmprogramm nannte Seel den Eröffnungsfilm „Once We Were Us“. Jeong verbindet damit die Geschichten auf der Leinwand mit der Erfahrung, Menschen durch das Kino zusammenzubringen.

Diese gemeinsame Arbeit brachte auch unerwartete Herausforderungen mit sich. Nach einem Brand im CineStar Metropolis wurden die Eröffnung und sechs weitere Filmvorführungen ins CinemaxX Offenbach verlegt. Die kurzfristige Änderung verdeutlicht die organisatorischen Aufgaben hinter einem Festival, das für das Publikum sechs Tage dauert, dessen Vorbereitung jedoch ein ganzes Jahr beansprucht.

Von links: Koo Kyo-hwan als Eun-ho und Moon Ga-young als Jeong-won in einer Szene aus „Once We Were Us“, dem Eröffnungsfilm des Korean Film Festival Frankfurt 2026. Der Film handelt von emotionalen Bindungen und gemeinsamen Erinnerungen und greift damit das diesjährige Festivalthema „Jeong“ auf © Showbox

Von links: Koo Kyo-hwan als Eun-ho und Moon Ga-young als Jeong-won in einer Szene aus „Once We Were Us“, dem Eröffnungsfilm des Korean Film Festival Frankfurt 2026. Der Film handelt von emotionalen Bindungen und gemeinsamen Erinnerungen und greift damit das diesjährige Festivalthema „Jeong“ auf © Showbox


Von prägenden Filmen zu neuen Stimmen

Das Programmteam sichtet Hunderte Filme, bevor es eine Auswahl aus Independentkino, Dokumentarfilmen und Blockbustern zusammenstellt. Die diesjährige Retrospektive zeigt „The World of Us“, „Train to Busan“ und „The Wailing“, die 2016 erschienen sind und damit ihr zehnjähriges Jubiläum feiern. Die drei Werke eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Beziehungen, Angst und Zugehörigkeit.

„Ein wichtiger Schwerpunkt liegt für uns darin, junge, aufstrebende Regisseurinnen und Regisseure zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Filme im Ausland zu präsentieren“, sagte Seel. Neben dem KFFF Newcomer Award bietet das Festival erstmals zwei eigene Kurzfilmprogramme. Damit würdigt es ein Format, mit dem viele Filmschaffende ihre ersten künstlerischen Schritte machen.

Auch die eingeladenen Gäste spiegeln diese Vielfalt wider. Han Chang-lok präsentiert die Horrorkomödie „Funky Freaky Freaks“, während die deutsch-koreanische Regisseurin Su-jin Song ihren Dokumentarfilm „Doppelter Herzschlag“ vorstellt. Nam So-hyeon ist mit „Those Who Leave Buy Flowers“ zu Gast, der im Kurzfilmprogramm zum Thema „Jeong” gezeigt wird.

Von links: Su-jin Song, Han Chang-lok und Nam So-hyeon. Die Filmschaffenden sind beim 15. Korean Film Festival Frankfurt vom 20. bis 25. Oktober 2026 zu Gast, um ihre Werke vorzustellen und sich mit dem Publikum auszutauschen © Korean Film Festival Frankfurt

Von links: Su-jin Song, Han Chang-lok und Nam So-hyeon. Die Filmschaffenden sind beim 15. Korean Film Festival Frankfurt vom 20. bis 25. Oktober 2026 zu Gast, um ihre Werke vorzustellen und sich mit dem Publikum auszutauschen © Korean Film Festival Frankfurt


Koreanische Kultur jenseits der Leinwand

Am 24. Oktober findet der dritte Korea Culture Day in der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter statt. Das Angebot reicht von Seonmudo und traditionellem Fächertanz bis zu Haegeum und K-Pop. Bühnenauftritte, Workshops und Gesprächsrunden ermöglichen es dem Publikum, koreanische Kultur durch Bewegung, Musik und eigenes Mitmachen kennenzulernen.

Entstanden ist der Korea Culture Day aus dem früheren Begleitprogramm des Festivals. Zwischen den Filmvorführungen konnten Besucherinnen und Besucher basteln, Kalligrafie ausprobieren oder an Quizrunden teilnehmen. Gemeinsam mit koreanischen Vereinen und Restaurants aus ganz Deutschland entwickelte das Team daraus eine ganztägige Veranstaltung. Besonders freut Seel, dass sie Familien, Studierende und Menschen anspricht, die erstmals mit koreanischer Kultur in Berührung kommen.

Das Kino bleibt ein fester Bestandteil des Tages. In Podiumsdiskussionen und Live-Interviews sprechen die eingeladenen Filmschaffenden über ihre Werke, die Filmbranche und ihre Erfahrungen. Diese Gespräche verbinden das Kulturprogramm mit den Filmen und laden dazu ein, den eigenen Interessen über einzelne Programmpunkte hinaus nachzugehen.

Mitwirkende in traditioneller koreanischer Kleidung präsentieren eine Trommeldarbietung beim Korea Culture Day im Rahmen des Korean Film Festival Frankfurt 2025. Die Veranstaltung vermittelt koreanische Kultur durch Musik, Tanz und Mitmachangebote © Korean Film Festival Frankfurt

Mitwirkende in traditioneller koreanischer Kleidung präsentieren eine Trommeldarbietung beim Korea Culture Day im Rahmen des Korean Film Festival Frankfurt 2025. Die Veranstaltung vermittelt koreanische Kultur durch Musik, Tanz und Mitmachangebote © Korean Film Festival Frankfurt


Die Gespräche, die das Festival besonders machen

Für Seel liegt der Reiz eines Festivals darin, Filme zu sehen, die sonst selten im Kino laufen, ihren Filmschaffenden zuzuhören und sich mit anderen Gästen auszutauschen. Auch für die Autorin machen solche Begegnungen einen wesentlichen Teil des Festivalerlebnisses aus. Sie ermöglichen es, die Geschichten auf der Leinwand und die unterschiedlichen Sichtweisen des Publikums besser zu verstehen.

Aus Sicht der Autorin passt Jeong besonders gut zu einer Veranstaltung, die Jahr für Jahr vom persönlichen Einsatz und der Fürsorge vieler Menschen getragen wird. Ein Filmprogramm kann Menschen ins Kino bringen; ein herzlicher Empfang und die anschließenden Gespräche können ihnen einen Grund geben, wiederzukommen. Die Autorin wird das Festival im Laufe dieser Woche besuchen und freut sich darauf, diese Verbindungen durch die Filme und die daraus entstehenden Begegnungen selbst zu erleben.

Regisseur Park Ri-woong signiert beim Korean Film Festival Frankfurt 2025 ein Festivalplakat. Er war zu Gast, um seinen Film „The Land of Morning Calm“ vorzustellen und sich mit dem Publikum über seine Arbeit auszutauschen © Korean Film Festival Frankfurt

Regisseur Park Ri-woong signiert beim Korean Film Festival Frankfurt 2025 ein Festivalplakat. Er war zu Gast, um seinen Film „The Land of Morning Calm“ vorzustellen und sich mit dem Publikum über seine Arbeit auszutauschen © Korean Film Festival Frankfurt


Dieser Artikel wurde von einer Korea.net-Ehrenberichterstatterin verfasst. Unsere ehrenamtlichen Reporter kommen aus der ganzen Welt und teilen ihre Liebe und Leidenschaft über alle Dinge in Korea.

dlektha0319@korea.kr