Anlässlich des 76. Jahrestages des Koreakrieges beleuchtet Korea.net in einer Artikelreihe Kriegsveteranen, die die Freiheit Koreas verteidigten. Den Auftakt bildet der französische General Ralph Monclar, der im Mai vom Ministerium für Patrioten- und Veteranenangelegenheiten zum „Helden des Monats“ gewählt wurde.
Von Yoon Sojung, Uyen Nguyen und Oh Jung Eun | Video: Park Daejin/korea.net
Foto: General Ralph Monclar ⓒ Ministerium für Patrioten- und Veteranenangelegenheiten
„Mein geliebter Sohn, eines Tages wirst du mich fragen, warum ich nach Korea gehen musste. Ich bin hierhergekommen, damit koreanische Kinder in deinem Alter nicht auf den Straßen, im Wasser, im Schlamm oder im Schnee umherirren müssen.“
Diese Worte stammen aus einem Brief, den der französische Kriegsheld Raoul Charles Magrin-Vernerey seinem Sohn hinterließ. Er ist als Ralph Monclar (1892–1964) bekannter als unter seinem eigentlichen Namen.
Um am Koreakrieg teilzunehmen, ließ er sich freiwillig vom Generalleutnant zum Oberstleutnant degradieren und spielte im Februar 1951 eine entscheidende Rolle beim Sieg in der Schlacht von Chipyong-ni.
Im Gedenken an General Monclar und die Leistungen der französischen Veteranen des Koreakrieges besuchte Korea.net am 17. Juni das Monclar Koren War Research Center an der Kookmin-Universität. Dabei führte Korea.net Interviews mit Professor Lee Keunse und Alain Nass, dem Ko-Direktor des Zentrums.
Foto: Professor Lee Keunse von der Kookmin-Universität (links) und Alain Nass, Ko-Direktor des Monclar Korean War Research Center ⓒ Lee Jeong Woo/korea.net
- Wer war der französische General Ralph Monclar?
Lee und Nass: Ralph Monclar war einer der großen Kriegshelden Frankreichs. Er hat sowohl am Ersten als auch am Zweiten Weltkrieg teilgenommen. Als Frankreich von den Nationalsozialisten besetzt wurde, hat er sich der Bewegung des „Freien Frankreichs“ unter General Charles de Gaulle angeschlossen. General Monclar zeichnete sich durch seine Entschlossenheit, seinen tiefen katholischen Glauben und seine große Familienliebe aus.
- Welche Rolle hat das französische Bataillon im Koreakrieg gespielt und welchen Beitrag hat es geleistet?
Nass: Während der drei Jahre seines Einsatzes im Koreakrieg hat das französische Bataillon in allen 14 schweren Gefechten den Sieg erzielt. General Monclar verfügte über reiche Kampferfahrung und gab Hinweise für eine effiziente Operationsführung.
- Gibt es eine Episode, die die Bedeutung der Schlacht von Chipyong-ni und die Führungskräfte General Monclars verdeutlicht?
Nass: Der Sieg in der Schlacht von Chipyong-ni im Februar 1951 hat einen entscheidenden Wendepunkt dargestellt. Er hat die Offensive der chinesischen Streitkräfte zum Stillstand gebracht und den UN-Truppen den Weg für ihren weiteren Vormarsch nach Norden geebnet. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit hat General Monclar einen wundersamen Sieg errungen.
- Was bedeutet, dass sich General Monclar vom Generalleutnant zum Oberstleutnant degradieren ließ?
Nass: Dies bedeutet, dass Monclar die Situation des von Deutschland besetzten und später befreiten Frankreichs mit der Lage des angegriffenen Koreas parallel gesetzt hatte und großes Verständnis für Korea hatte. Daher hat er die Entscheidung getroffen, dass sich Frankreich am Koreakrieg im Rahmen der UN-Koalition beteiligen müsse.
- Es wird berichtet, dass General Monclar den Koreanern und den koreanischen Soldaten eine besondere Verbundenheit gezeigt hat.
Lee: Er respektierte die koreanischen Streitkräfte als reguläres Militär. Zudem sorgte er dafür, dass den koreanischen Soldaten Reis als Militärverpflegung bereitgestellt wurde und dass Uniformen sowie Stiefel speziell an die Körpermaße der koreanischen Soldaten angepasst wurden.
- Wie wünschen Sie sich, dass die junge Generation sich heute an General Monclar erinnert?
Lee: General Monclar war eine Persönlichkeit, die für das Gute und für Effizienz stand. Die Lehren Monclars, der sein Leben lang für die Freiheit kämpfte, müssen der jüngeren Generation in einer Zeit weitergegeben werden, in der die Demokratie bedroht ist.
- Können Sie den Hintergrund der Gründung dieses Zentrums und dessen zukünftige Pläne erklären?
Lee: Im Juli 2023 haben wir dieses Zentrum eingerichtet, um die von Roland Monclar, dem Sohn Monclars, gestifteten Dokumente aufzubewahren. Danach haben wir in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des Projekts des Ministeriums für Patrioten- und Veteranenangelegenheiten zur Aufarbeitung der Einsatzgeschichte der UN-Teilnehmerstaaten tausende relevante Dokumente gesammelt und übersetzt.
Nass: Wir planen derzeit, in den wichtigsten Schlachtgebieten und im Bereich der DMZ (demilitarisierte Zone) einen Friedenspark im Sinne der Wünsche der Kriegsveteranen zu errichten, um Frieden und Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel zu fördern.
- Welche Botschaft möchten Sie anlässlich des 140. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Korea und Frankreich sowie des 76. Jahrestags des Koreakrieges vermitteln?
Lee und Nass: Um die 140-jährige Geschichte der koreanisch-französischen Beziehungen zu verstehen, muss man die Geschichte des Martyriums französischer Geistlicher betrachten. Beide Länder wurden – von der Zeit der Provisorischen Regierung in Shanghai bis zum Koreakrieg – zu wichtigen Partnern, die gemeinsame Werte teilen.
Wir hoffen, dass sich die junge koreanische Generation durch die Hingabe des französischen Bataillons für die Normalisierung und den Frieden auf der koreanischen Halbinsel engagiert.
Foto: Lee Keunse, Professor an der Kookmin-Universität und Direktor des Monclar Koren War Research Center ⓒ Lee Jeong Woo/korea.net
Foto: Alain Nass, Ko-Direktor des Monclar Koren War Research Center ⓒ Lee Jeong Woo/korea.net
Memoiren, die von der Tochter von General Monclar veröffentlicht wurden ⓒ Lee Jeong Woo/korea.net