Der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Finanzen Hong Nam-ki (Mitte) kündigte am 7. Dezember zusammen mit anderen Kabinettsministern den Plan der Regierung an, ihr klimaneutrales Ziel bis 2050 zu erreichen. Von links: Minister für Wissenschaft und IKT Choi Kiyoung, Minister für Handel, Industrie und Energie Sung Yun-mo, Minister Hong, Umweltminister Cho Myung-rae. © Yonhap News
Von
Kim Hyelin und
Elena Kubitzki
Das Hauptquartier für zentrale wirtschaftliche Reaktion im Regierungsbüro Seoul kündigte am 7. Dezember auf seiner 22. Sitzung einen Plan an, wie die Nation bis 2050 CO2-Neutralität erreichen soll.
Der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Finanzen, Hong Nam-ki, erklärte auf einer Pressekonferenz: "Die wirtschaftliche Rangordnung ändert sich angesichts der Verschärfung globaler Vorschriften, da jedes Land auf den Klimawandel reagiert." Man müsse daher aktiv reagieren, indem eine wirtschaftliche und soziale Struktur aufgebaut wird, die auf die Reduzierung von Treibhausgasen ausgerichtet ist.
Der Aktionsplan der Regierung umfasse daher drei wichtige politische Aspekte: eine Wirtschaftsstruktur für geringere CO2-Emissionen, die Förderung eines industriellen Ökosystems für kohlenstoffarme Emissionen und den Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft.
So solle Koreas Hauptenergiequelle von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien verlagert werden, erklärte Hong. Um die Probleme der Schwankungen erneuerbarer Energien zu lösen, werde man das Stromübertragungs- und -verteilungsnetz sowie das Energiesystem, das die regionale Produktion und den regionalen Verbrauch verteilt, erweitern.
Sektoren, die große Mengen an CO2 ausstoßen, wie Stahl, Zement, Petrochemie und Ölraffinerie, werden ebenfalls industriell umstrukturiert. Bei der Stahlproduktion sollen Elektroöfen eingesetzt werden, die anstelle von Kohlenstoff lediglich Wasserstoff ausstoßen. Auch bei der Ölraffination soll Technologie eingesetzt werden, die Kohlendioxid zurückgewinnt.
Das Angebot und die Produktion von Wasserstoff- und Elektroautos werden ebenfalls ausgebaut. Die Installation weiterer Ladestationen für bis zu 20 Millionen Elektroautos sowie Stationen für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge in Städten und Ballungsräumen ist geplant.
Um ein Ökosystem für die neue und vielversprechende kohlenstoffarme Industrie zu schaffen, plant die Regierung, die Kerntechnologie für Batterien der nächsten Generation, darunter Hochleistungs-Lithium-Sekundärbatterien, zu sichern. Durch die Förderung des Einsatzes von grünem Wasserstoff soll bis 2050 mehr als 80 % der Wasserstoff-Energie des Landes in die umweltfreundliche Alternative umgewandelt werden.
Die Regierung werde außerdem ein System zum Schutz der vom Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft betroffenen Sektoren, Regionen und Arbeitnehmer einrichten. So werde man ihnen helfen, auf neue industrielle Systeme umzusteigen.
Der Entwurf von Systemen für technologische Forschung und Entwicklung, steuerliche Unterstützung und umweltfreundliche Finanzierung zur Förderung der Grundlage klimaneutraler Systeme wird ebenfalls vorangetrieben.
Bis zum Jahresende wird Seoul den Vereinten Nationen die emissionsarmen Entwicklungsstrategien vorlegen und seine national festgelegten Ziele für die CO2-Reduzierung bis 2025 ausweiten.
kimhyelin211@korea.kr