Präsident Lee Jae Myung (rechts) und der französische Präsident Emmanuel Macron schütteln sich am 3. April im Cheong Wa Dae in Jongno-gu, Seoul, ihre Hände vor dem Gipfeltreffen ⓒ Yonhap News
Von Charles Audouin
Der koreanische Präsident Lee Jae Myung und der französische Präsident Emmanuel Macron führten am 3. April im Präsidialamt Cheong Wa Dae das Gipfeltreffen durch und vereinbarten, ihre Kooperation in Bereichen wie Spitzenindustrie und Energie zu erweitern.
Es ist der erste Besuch des französischen Präsidenten seit 2015. Nach dem Amtsantritt des Präsidenten Lee Jae Myung ist Macron der erste europäische Staats- und Regierungschef, der einen Staatsbesuch in Korea abstattet. Damit trafen sich der koreanische und der französische Präsident nach dem G7- und G20-Treffen zum dritten Mal.
An diesem Tag betonte Lee bei der gemeinsamen Pressekonferenz, dass Frankreich ein verlässlicher Freund für die Republik Korea sei, der seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Jahr 1886 an der Seite Koreas steht.
„Frankreich war für uns während des Koreakriegs ein Verbündeter und ein Unterstützer bei der Entwicklung der koreanischen Industrie in den Bereichen Kernenergie, Hochgeschwindigkeitszüge und Biotechnologie. Nun vertiefen die beiden Länder ihre Beziehungen auf der Grundlage von Freundschaft und Vertrauen, indem wir K-Pop und K-Inhalte gemeinsam genießen”, fügte er hinzu.
Beim Treffen nahmen sie gemeinsame Erklärungen zur Entwicklung ihrer Beziehungen an, verbesserten drei Abkommen und unterzeichneten 11 Absichtserklärungen. Damit wird ihre Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen ausgeweitet, darunter Kooperationsbereich für Handel, KI, Weltraum, Energie, Verteidigung, Bildung, Forschung, Kultur, internationale Veteranenangelegenheiten und Personalaustausch.
Außerdem vereinbarten sie, das Handelsvolumen zwischen Korea und Frankreich bis 2030 auf 20 Milliarden US-Dollar anzuheben. Um den Personalaustausch zu erweitern, wurde das Teilnahmealter für das koreanisch-französische Programm für Working-Holiday von 18–30 auf 18–35 angehoben.
Der koreanische Präsident bedankte sich bei Präsident Macron für seine Einladung Koreas zum G7-Gipfeltreffen, das im Juni dieses Jahres in Évian in Frankreich stattfindet, und erklärte, dass die beiden Länder als globale strategische Partner ihre Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Herausforderungen weiter verstärken werden.
Im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten werden Korea und Frankreich ihre politischen Erfahrungen und Strategien zum gemeinsamen Vorgehen gegen die wirtschaftliche und energiebezogene Krise teilen und sich für die Beseitigung der globalen Wirtschaftsunsicherheit zusammen einsetzen.
„Wir werden durch den Ausbau unserer Kooperation in den Bereichen Kernenergie und Offshore-Windenergie die Energiesicherheit stärken. Zudem haben wir unseren Willen bestätigt, zur Gewährleistung der sicheren Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus zusammenzuarbeiten”, erklärte der koreanische Präsident.
Darauf antwortete Präsident Macron: „Ich war während des Treffens von der Ehrlichkeit und dem gegenseitigen Vertrauen tief beeindruckt. Ich hoffe, dass Korea und Frankreich anlässlich meines Staatsbesuchs unsere Beziehungen weiterentwickeln und sich für eine von Frieden und Respekt geprägte Welt einsetzen.”
Am 2. April besucht der französische Präsident Emmanuel Macron die Koreanische Kriegsgedenkstätte ⓒ Park Daejin/korea.net
Macron wird nach dem Gipfeltreffen anlässlich des 140. Jahrestags der koreanisch-französischen Beziehungen an einem Mittagessen teilnehmen, bei dem 140 koreanisch-französische Persönlichkeiten wie Felix, ein Mitglied der K-Pop-Boygruppe Stray Kids, und die koreanische Schauspielerin Jun Ji-hyun anwesend sind.
Danach hält er einen Vortrag an der Yonsei-Universität und nimmt am “Zukunftsdialog der koreanisch-französichene Wirtschaft” teil. Nach dem Abendbankett mit Vertretern der Kulturbranche reist er vom Seouler Flughafen ab.
caudouin@korea.kr