Politik

21.04.2026

In der Krise der verfestigten demografischen Klippe wurde ein kleines, aber deutliches Zeichen der Hoffnung wahrgenommen: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Neugeborenen im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 %. Korea.net beleuchtet den aktuellen Stand der koreanischen Politik, die zu einer bedeutenden Veränderung der extrem niedrigen Geburtenrate führte, und die besondere koreanische Geburtskultur.


Der Bezirk Yangchoen-gu weitete die Einrichtungen für die Notfall-Nachtkinderbetreuung von Kindern auf 27 aus ⓒ Yangcheon-gu

Der Bezirk Yangchoen-gu weitete die Einrichtungen für die Notfall-Nachtkinderbetreuung von Kindern auf 27 aus ⓒ Yangcheon-gu



Von Hong Angie

Derzeit werden in Korea jährlich etwa 250.000 Babys geboren. Daher konzentriert sich die koreanische Regierung darauf, dass sich der Anstieg der Geburtenzahlen zu einem nachhaltigen Trend entwickeln wird.

Aus diesem Grund betrachtet die Regierung die grundlegenden Ursachen der niedrigen Geburtenrate, wie Karriereabbrüche, finanzielle Belastungen, die alleinige Hauptlast der Kindererziehung und Betreuungsdefizit als eine staatliche Aufgaben.

Rechtliche Verpflichtung für Mutterschaftsurlaub und Elternzeit

Die auffällige Veränderung ist das starke System für Mutterschaftsurlaub und Elternzeit. Im Vergleich zu anderen Ländern, in denen es an verbindlichen Regelungen auf Bundesebene fehlt, sind in Korea der bezahlte Mutterschaftsurlaub und die bezahlte Elternzeit gesetzlich verankert, um die Rechte der Arbeitnehmer zu gewährleisten.

Arbeitnehmerinnen können vor und nach der Geburt insgesamt 90 Tage Mutterschaftsurlaub in Anspruch nehmen. In diesem Zeitraum erhalten sie 100 % ihrer regulären Gehälter, aber das von der Arbeitslosenversicherung bezahlte Mutterschaftsgeld ist bei Einlingsschwangerschaften auf maximal 2,2 Millionen Won pro Monat beschränkt.

Nach dem Ende des Mutterschaftsurlaubs kann die Elternzeit angetreten werden. Ab diesem Jahr wird das Nachzahlungssystem der Elternzeit, bei dem 25 % des regelmäßigen Gehalts sechs Monate nach der Rückkehr aus der Elternzeit ausgezahlt wurden, abgeschafft, um die finanzielle Belastung der Arbeitnehmer bei der Kindererziehung zu reduzieren.

Neben Mutterschaftsurlaub und Elternzeit gibt es ein System für "6+6-Elternzeit". Im Rahmen dieses Systems können Eltern mit einem Kind unter 18 Monaten in den ersten sechs Monaten der Elternzeit 100 % des regulären Gehaltes unabhängig davon bekommen, ob sie gleichzeitig oder nacheinander in Elternzeit gehen. Wenn beide Elternteile jeweils sechs Monate Elternzeit nehmen, können sie maximal 39 Millionen Won erhalten.

Darüber hinaus bestehen weitere institutionelle Regelungen, wie eine zweitstündige Arbeitszeitreduzierung pro Tag zu Beginn und am Ende der Schwangerschaft und ein 20 Tage bezahlter Vaterschaftsurlaub.

In der Sonderausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea in Jongno-gu, Seoul, werden ein Schwangerschaftsabzeichen und eine Gutscheinkarte des Ministeriums für Gesundheit und Wohlfahrt zur finanziellen Unterstützung für medizinische Kosten bei Schwangerschaft und Geburt ⓒ Park Daejin/korea.net

In der Sonderausstellung “Happy Birthday” im National Folk Museum of Korea in Jongno-gu, Seoul, werden ein Schwangerschaftsabzeichen und eine Gutscheinkarte des Ministeriums für Gesundheit und Wohlfahrt zur finanziellen Unterstützung für medizinische Kosten bei Schwangerschaft und Geburt ⓒ Park Daejin/korea.net


Finanzielle Unterstützung von der Geburt bis zum schulpflichtigen Alter

Was bemerkenswert ist: Die koreanische Regierung ergreift sorgfältige politische Maßnahmen für Schwangere. Das Schwangerschaftsabzeichen und der Sitzplatz für Schwangere im öffentlichen Verkehrsmittel symbolisieren die Kultur der Rücksichtnahme der koreanischen Gesellschaft. Die Stadtregierung Seoul gewährt für Schwangere einen Verkehrsmittelgutschein in Höhe von einer Million Won pro Person, um ihre Mobilität zu erleichtern.

Die Regierung zahlt auch im Rahmen des "Erstbegegnungsgutscheins (First Encounter Voucher)" 2 Millionen Won für das erste Kind und 3 Millionen Won ab dem zweiten Kind aus. Das koreanische Elterngeld beträgt im ersten Lebensjahr monatlich 1 Million Won und im zweiten Lebensjahr 500.000 Won. Außerdem wurde die Altersgrenze für das monatliche Kindergeld in Höhe von 100.000 Won vom 9. auf das 13. Lebensjahr (6. Klasse der Grundschule) angehoben.

In der Provinz Gyeongsangbuk-do wird das sogenannte

In der Provinz Gyeongsangbuk-do wird das sogenannte "K-Bodeum 6000"-Kindererziehungssystem durchgeführt, bei dem eine kostenlose Betreuung rund um die Uhr und das ganze Jahr hindurch angeboten wird ⓒ Gyeongsangbuk-do


Rund-um-die-Uhr-Kinderbetreuung in Schulen und Kommunen

Um die Schwierigkeiten der Doppelverdiener zu verringern, wurde ein staatliches Bildungs- und Betreuungsprogramm im ganzen Land ausgeweitet, bei dem die Grundschüler bis zu 20 Uhr in Schulen betreut werden können. Außerdem gibt es eine Kindertagesstätte, die über die regulären Betreuungsstunden hinaus bis Mitternacht betrieben wird, und einen verlängerten Betreuungsdienst für Grundschüler, die bis 24 Uhr versorgt werden.

Das Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt betreibt seit März eine zentrale Rufnummer (1522-1318) zum Informieren über Betreuungseinrichtungen, damit die Eltern im Notfall wie Nachtdienst schnell reagieren können.

shong9412@korea.kr