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Die Regierung des Präsidenten Lee Jae Myung feiert ihr erstes Amtsjahr. Nach seinem Amtsantritt am 4. Juni 2025 versuchte er viele Veränderungen in den verschiedenen Bereichen. Korea.net beleuchtet in fünf Teilen die wichtigsten Erfolge der Regierung in fünf Teilen. Im ersten Teil geht es um die „interessenorientierte pragmatische Diplomatie” und die „Politik für die koreanische Halbinsel des friedlichen Zusammenlebens und Wohlstands auf der koreanischen Halbinsel”. |
Am 1. Mai schütteln sich Präsident Lee Jae Myung (links) und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes in Peking ihre Hände ⓒ Offizielle Facebook-Seite von Präsident Lee Jae Myung
Von Yoon Sojung
Pragmatische Diplomatie
„Das erste Grundprinzip der Regierungsführung lautet: ‚Nur das Leben der Bürger zählt.’ Die Regierung sollte den Weg eines realistischen Pragmatismus einschlagen, frei von Ideologie, Lagerdenken und parteipolitischen Konflikten”, erklärte Präsident Lee Jae Myung im Januar im Cheong Wa Dae bei der Pressekonferenz zum Neujahr.
Diese Linie von Präsident Lee spiegelte sich auch in seiner außerpolitischen Aktivität. Am 4. Juni vergangenen Jahres unternahm er direkt nach seinem Amtsantritt, beginnend mit dem G7-Treffen in Kanada, neun Auslandsreisen.
Der sichtbarste Erfolg der außenpolitischen Aktivitäten von Präsident Lee ist das Gipfeltreffen zwischen Korea und China, das im Oktober beim APEC-Treffen in Gyeongju stattfand. Dabei bekräftigten die beiden Staats- und Regierungschefs ihren Willen zur Normalisierung der koreanisch-chinesischen Beziehungen. In der Folge schlossen die beiden Länder einen Währungsswap-Vertrag in Höhe von 70 Billionen Won ab und beschleunigten die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen im Bereich Dienstleistungen und Investitionen.
Beim Staatsbesuch von Präsident Lee im Januar in China verständigten sich Lee und Xi auf eine Zusammenarbeit im Bereich der Lebensgrundlagen der Bevölkerung, die Förderung des Friedens auf der koreanischen Halbinsel und den Ausbau des Austauschs von Kultur und Inhalten.
Präsident Lee Jae Myung (Zweiter von links) schüttelt sich am 25. August vergangenen Jahres im Weißen Haus seine Hände mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump ⓒ Yonhap News
In den Beziehungen zwischen Korea und den USA eröffnete sich ein neues Kapitel. Während des APEC-Treffens gewann die koreanische Regierung beim Gipfeltreffen zwischen den beiden Ländern die Unterstützung der US-amerikanischen Regierung für nuklear angetriebene U-Boote und die Urananreicherung.
Damit wurde eine Grundlage geschaffen, die sicherheitspolitischen Fähigkeiten Koreas auf ein neues Niveau zu heben. Die Experten sahen atomgetriebene U-Boote als die beste Methode zur Stärkung der konventionellen Abschreckung.
Präsident Lee Jae Myung (rechts) schüttelt sich am 14. Januar seine Hände mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi in der japanischen Kulturerbestätte Hōryū-ji ⓒ Cheong Wa Dae
Die koreanisch-japanischen Beziehungen wurden durch die Pendeldiplomatie vertieft. Beim G7-Treffen in Kanada führte Präsident Lee sein erstes bilaterales Treffen mit dem japanischen Premierminister Shigeru Ishiba und wählte Japan vor den USA als zweites Reiseziel seiner Auslandsreise. Es ist das Beispiel der pragmatischen Diplomatie der koreanischen Regierung, die unabhängig von der bisherigen Priorität der Allianz mit den USA die nationalen Interessen in den Vordergrund stellt.
Beim Gipfeltreffen zwischen Korea und Japan im August in Tokio verständigten sich die beiden Seiten, die gemeinsame Erklärung vom Jahr 1998 zwischen dem ehemaligen koreanischen Präsidenten Kim Dae-jung und dem japanischen Premierminister Keizo Obuchi vollständig zu übernehmen – einschließlich der Positionen der früheren japanischen Kabinette in Bezug auf das Geschichtsbewusstsein. Bis zum jüngsten Treffen zwischen den beiden Ländern in Andong trafen sich die beiden Staats- und Regierungschefs bereits sechs Mal. Die beiden Länder konzentrieren sich nun auf die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Lieferketten.
Die koreanische Halbinsel für friedliches Zusammenleben und Wohlstand
In der Politik auf der koreanischen Halbinsel stellt Präsident Lee das friedliche Zusammenleben und das pragmatische Risikomanagement in den Mittelpunkt. In seiner Rede zum Befreiungstag im vergangenen Jahr betonte er: „Die beste Sicherheit besteht in einer Lage, in der kein Kampf notwendig ist.”
Um die eingefrorenen innerkoreanischen Beziehungen in Richtung Versöhnung und Zusammenarbeit zu entwickeln, verhinderte Präsident Lee das Verteilen von Flugblättern gegen Nordkorea und stellte die Lautsprecher-Propaganda ein.
Zudem erklärte Präsident Lee in seiner Rede zum Befreiungstag mit Nachdruck: „Die Republik Korea und Nordkorea pflegen eine besondere Beziehung, die die gegenseitigen Systeme respektiert und auf eine friedliche Wiedervereinigung zielt. Wir verfolgen keine Form einer Absorptionsvereinigung.”
Im September vergangenen Jahres sagte er in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung, dass die koreanische Regierung mit der sogenannten END-Initiative (Exchange, Normalization und Denuclearization) den kalten Krieg auf der koreanischen Halbinsel beenden und zum weltweiten Frieden beitragen wolle.
Am 23. September 2025 äußert sich Präsident Lee Jae Myung im UN-Hauptquartier in New York in seiner Rede während der Generalversammlung ⓒ Cheong Wa Dae
Dazu schlug Präsident Lee im Dezember vergangenen Jahres Nordkorea offiziell vor, die innerkoreanischen Kanäle wiederherzustellen, und betonte: „Die Wiederaufnahme des seit sieben Jahren unterbrochenen innerkoreanischen Dialogs ist der Ausgangspunkt für neue Beziehungen zwischen der Republik Korea und Nordkorea.”
Im Januar dieses Jahres erklärte er bei der Pressekonferenz zum Neujahr seinen Willen zur Wiederherstellung des Militärabkommens vom 9.19. Dementsprechend gab das Ministerium für Wiedervereinigung im Februar bekannt, die Wiederherstellung der Flugverbotszonen des Militärabkommens aktiv voranzutreiben.
Diese Bemühungen der Regierung führten zu Ergebnissen im zivilgesellschaftlichen Austausch. Am 17. Mai reisten 39 nordkoreanische Fußballspielerinnen der Naegohyang Women’s FC über den Flughafen Incheon nach Korea ein, um an einem Fußballspiel teilzunehmen. Es ist das erste Mal seit 2018, dass die nordkoreanische Mannschaft in Korea spielt.
Am 17. Mai reisen nordkoreanische Fußballspielerinnen der Naegohyang Women’s FC über den Flughafen Incheon nach Korea ein ⓒ Yonhap News
Die pragmatische Außenpolitik von Präsident Lee wurde auch von ausländischen Medien gelobt. Das außenpolitische Fachmagazin „The Diplomat” nannte am 6. März in einem Artikel Verwaltungskompetenz, pragmatische Außenpolitik, unkonventionelle Kommunikation und dienenden Führungsstil als Gründe für die Popularität von Präsident Lee.
„Indem er einen Durchbruch erzielte, den frühere Präsidenten nicht erreichen konnten, stellte er seine Fähigkeit unter Beweis, den ‚America First‘-Ansatz zu meistern”, fügte es hinzu.
Das außenpolitische Fachmagazin „The Diplomat” veröffentlicht am 16. März einen Artikel über Präsident Lee Jae Myung ⓒ Screenshot der Website von The Diplomat
arete@korea.kr