Foto: Der erste koreanische KI-Roboter-Mönch Hyean und Lim Joong Yeon, Professor für Maschinenbau, Robotik und Energietechnik an der Dongguk-Universität, der die Entwicklung des KI-Roboter-Mönchs Hyean leitete
Von Lee Da Som | Fotos: Lee Jeong Woo/korea.net
Ein kleiner, runder Kopf und ein plumper Körper. Schulter und Arme sind durch Ellbogengelenke verbunden, dazu kommen gegliederte Finger. Obwohl der Körper aus Metall besteht, steckt in ihm ein warmes Herz, das den Menschen Trost spendet. Es ist der erste koreanische KI-Roboter-Mönch Hyean.
Kann ein Roboter Erleuchtung erlangen? Kann der Mensch eine emotionale Verbindung zu einem Roboter aufbauen? Wenn ja, kann ein Mönch dann durch einen Roboter ersetzt werden? Je weiter die KI-Technologie in den religiösen Bereich vordringt, desto größer wird das Interesse am KI-Roboter-Mönch. Um diese Neugier zu stillen, besuchte das Korea.net-Team am 15. Mai das AI·Safety Robot(Googi) Innovation Research Center an der Donguk-Universität in Jung-gu, Seoul.
„Ein warmer Begleiter, der erschöpfte Menschen tröstet”
Lim Joong Yeon, Professor für Maschinenbau, Robotik und Energietechnik an der Dongguk-Universität, der die Entwicklung des KI-Roboter-Mönchs Hyean leitete, stellte den KI-Roboter-Mönch Hyean so vor. Das größte Merkmal des Mönchs Hyean ist, dass er Besucher, sobald er sie erkennt, zunächst mit einer buddhistischen Geste des Händefaltens begrüßt. Dieses nichtverbale Verhalten von Hyean unterscheidet ihn von anderen bestehenden Chatbots oder Informationsroboter.
Darüber hinaus kann der Mönch Hyean in- und ausländischen Besuchern auf Koreanisch und Englisch Informationen zur Wegbeschreibung sowie zum koreanischen Buddhismus vermitteln, darunter die Bedeutung des Händefaltens und die buddhistische Lehre. Dank der On-Device-KI-Technologie kann er auch im Umfeld schlechter Kommunikation ohne Verzögerung kommunizieren. Zudem kann er auf der Grundlage des Softwaresystems, Retrieval-Augmented Generation (RAG), den Benutzern Antworten liefern.
Professor Lim sagte, dass er künftig die mehrsprachigen Funktionen Hyeans mit Fokus auf den Sprachen, die von ausländischen Touristen häufig genutzt werden, insbesondere Chinesisch und Japanisch, ausbauen werde.
Am 16. Mai führte der erste koreanische KI-Roboter-Mönch Hyean zusammen mit dem vierbeinigen Sicherheits- und Patrouillenroboter Googi die Laternenparade der Dongguk-Universität beim Lotus-Laternen-Festival im Gebiet von Jongno-gu
„Ein Helfer für richtiges Denken”
Eine weitere Stärke des Mönchs Hyean ist, dass er mithilfe des Lernens umfangreicher buddhistischer Materialien die buddhistische Lehre einfach und präzise erklären kann. Zwar kann ein Roboter zur Erleuchtung nicht erlangen und eine emotionale Verbindung zu einem Menschen nicht aufbauen. Aber er agiert als ein Vermittler der buddhistischen Lehre und Informationen, damit sich Mönche bei Mission und Selbstüberwindung konzentrieren können.
Lim betonte: „Die Kontrolle über den eigenen Geist liegt allein beim Menschen. Ein Roboter dient lediglich als Helfer, der Menschen auf dem spirituellen Weg an Mitgefühl und Weisheit erinnert, ihre Einsamkeit lindert und sie in die richtige Richtung des Denkens führt.”
Als nächsten Entwicklungsschritt nannte Professor Lim die Funktion der „emotionalen Betreuung“. Daher arbeitet das Forschungsteam des Zentrums an einer auf Seon (禪), einer buddhistischen Meditationsrichtung, basierenden Funktion der mentalen Fürsorge. Zudem ist geplant, eine zusätzliche Funktion als Meditationsbegleiter zu entwickeln.
Lim übermittelte über den Mönch Hyean die Botschaft: „Die Suche nach dem Sinn des Lebens und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, liegen in der Verantwortung des Menschen. Ein Roboter ist lediglich ein Helfer. Ich hoffe, dass KI als Brücke genutzt wird, um die warmen Verbindungen zwischen Menschen weiter zu vertiefen.”
dlektha0319@korea.kr