Gesellschaft

26.08.2026

Lachse, die im Aufzuchtraum für Jungfische bei Eco Aquafarm aufgezogen werden

Lachse, die im Aufzuchtraum für Jungfische bei Eco Aquafarm aufgezogen werden



Von Charles Audouin | Fotos: Eco Aquafarm

Im vergangenen Jahr wurden in Korea vermutlich mehr als 45.000 Tonnen Lachs verzehrt, doch Korea ist auf Lachsimporte angewiesen. Das ändert sich jedoch: Ab dem zweiten Halbjahr dieses Jahres kann Lachs auch in Korea selbst produziert werden.

Im Zentrum dieser Entwicklung steht „Eco Aquafarm“, die größte landbasierte Aquakulturanlage für Atlantischen Lachs in Korea. Die Anlage wurde im Jahr 2024 in Gijang-gun in Busan im Rahmen des vom Ministerium für Ozeane und Fischerei vorangetriebenen Projekts „Smart Aquaculture Cluster“ errichtet.

Eco Aquafarm ist die erste Aquakulturanlage in Korea, die eine großangelegte Rezirkulations-Aquakulturanlage (Recirculating Aquaculture System, RAS) einsetzt. Dabei wird das von den Fischen genutzte Wasser nicht entsorgt, sondern in mehreren Reinigungsschritten aufbereitet und anschließend wieder in die Aufzuchtbecken geleitet. Die Wasserrecyclingquote liegt bei bis zu 99 %.

Dong Sang Jun, Leiter des Business Development Teams, verglich die Funktion des RAS mit der eines Wasserfilters.

Dabei erklärte er: „Durch den Trommelfilter werden Feststoffe und Rückstände und durch den Biofilter giftige Stoffe wie Ammoniak entfernt. Anschließend werden mithilfe von UV-Licht und Ozon krankheitserregende Mikroorganismen und Bakterien beseitigt. Danach wird das Wasser von CO₂ befreit, mit Sauerstoff angereichert und wieder in die Aufzuchtbecken geleitet.“.

Foto: Lachseier im Augenpunktstadium, die im März vergangenen Jahres in die Anlage der Eco Aquafarm eingesetzt wurden

Foto: Lachseier im Augenpunktstadium, die im März vergangenen Jahres in die Anlage der Eco Aquafarm eingesetzt wurden


Eco Aquafarm importiert Lachseier aus Island und zieht sie etwa zwei Jahre lang zu ausgewachsenen Lachsen auf.

Die erste Phase der Aquakultur ist das Schlüpfen. In einem Brutraum, der die winterlichen Bedingungen Norwegens nachbildet, werden die Lachseier bei einer niedrigen Wassertemperatur von 4 bis 8 °C und in einer dunklen Umgebung gehalten. Pro Quartal werden dort rund 40.000 Lachseier aufgezogen. Nach etwa drei Monaten, wenn die Dotterresorption abgeschlossen ist, werden die Jungfische in den Aufzuchtraum gebracht und erstmals gefüttert.

Wenn die Jungfische ein Gewicht von 30 g erreichen, werden sie in den Smolt-Aufzuchtraum gebracht und durchlaufen dort eine Anpassungsphase an das Meerwasser. Anschließend werden die Lachse, die etwa 450 g wiegen, in den mit Meerwasser gefüllten Zwischenaufzuchtraum gebracht, wo sie innerhalb von etwa sechs Monaten auf 2 kg heranwachsen. Schließlich werden sie im Aufzuchtraum für ausgewachsene Lachse bis auf ein Gewicht von 5 kg aufgezogen und anschließend ausgeliefert.

Foto: Die Landschaft der „Eco Aquafarm“, die im Dezember 2024 in Gijang-gun, Busan, eingerichtet wurde

Foto: Die Landschaft der „Eco Aquafarm“, die im Dezember 2024 in Gijang-gun, Busan, eingerichtet wurde


Grundsätzlich ist der Einstieg von Großunternehmen in die Fischereiwirtschaft in Korea eingeschränkt. Nach einer Änderung der entsprechenden Gesetze im Jahr 2019 wurde jedoch ihr Einstieg in die landbasierte Aquakultur erlaubt, die umfangreiche Investitionen in Anlagen und modernste Technologien erfordert.

Min Hojune des Wachstumsmanagement-Teams sagte: „Die Lachse wachsen schnell. Zudem haben sie eine hohe Rentabilität, da sie in Korea viel verbraucht werden.”

Dong erklärte: „Ich sehe dieses Projekt nicht einfach als ein Geschäft, das nur auf Umsatz und Gewinn abzielt, sondern als eine Branche, die sich auf die Zukunft vorbereitet. Die herkömmliche Aquakultur in Netzgehegen im Meer stößt aufgrund von Problemen wie Meeresverschmutzung und Krankheiten an verschiedene Grenzen. Daher wird es künftig darauf ankommen, wer landbasierte Aquakulturtechnologien schneller und in welchem Umfang sichern kann.“

Im Mai bereiten Mitarbeiter von Eco Aquafarm Lachse aus eigener Aufzucht zur Verkostung vor

Im Mai bereiten Mitarbeiter von Eco Aquafarm Lachse aus eigener Aufzucht zur Verkostung vor


Als größten Vorteil von in Korea produziertem Lachs nannte Eco Aquafarm die kürzeren Lieferzeiten, wodurch frischer Lachs schneller als importierter Lachs auf den Markt gebracht werden kann.

Dong betonte: „Da die landbasierte Aquakultur hohe Investitionen in Anlagen und Technologien erfordert, sind die Preise für neu auf den Markt gebrachte Produkte entsprechend hoch.”

„Im Moment konzentrieren wir uns auf die Aquakultur- und Anlagentechnik. Wenn sich weitere Produktionszyklen ansammeln, wollen wir Kostensenkungspotenziale identifizieren und dadurch die Produktionskosten senken“, fügte er hinzu.

Eco Aquafarm plant, zukünftig jährlich rund 500 Tonnen Lachs auszuliefern und zu vermarkten.

Es scheint, dass sich die durch die Förderung des Ministeriums eingereichte Smart-Aquakultur-Infrastruktur von Busan auf andere Regionen verbreiten.

In Pohang in der Provinz Gyeongsangbuk-do ist eine Aquakulturanlage für Atlantischen Lachs mit einer Kapazität von 1.000 Tonnen geplant. In Yangyang in der Provinz Gangwon-do bereitet Dongwon Industries eine groß angelegte landbasierte Aquakulturanlage mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen vor.

caudouin@korea.kr