In Korea befindet sich die Zahl der Eheschließungen im Aufwärtstrend. Im vergangenen Jahr wurden rund 240.000 Ehen geschlossen – so viele wie seit sieben Jahren nicht mehr. Die koreanische Heiratskultur und ihre Institutionen verändern sich von traditionellen bis hin zu modernen Formen. Korea.net beleuchtet mit der Artikelserie die Entwicklung der koreanischen Heiratskultur.
Im Ulsan Museum findet die Sonderausstellung „Ulsan Wedding Chronicles” statt
Von Hong Angie | Fotos: Hong Angie/korea.net
Seit jeher gilt die Eheschließung in Korea als ein gesellschaftliches Ritual, durch das zwei Familien verbunden werden, und als ein Fest, an dem die gesamte Dorfgemeinschaft teilnimmt.
Die bis zum 26. Juli im Ulsan Museum stattfindende Sonderausstellung „Ulsan Wedding Chronicles” weist auf die koreanische Heiratskultur hin, die sich im Laufe der Zeit veränderte. Im ersten Teil der Ausstellung wird der Prozess der Eheschließung dargestellt, die den konfuzianistischen Traditionen und Regeln folgt.
Jokduri und Binyeo
„Jokduri” (Brautkopfschmuck) und „Binyeo” (Haarnadel) in der Sonderausstellung „Ulsan Wedding Chronicles” im Ulsan Museum
Beim Betreten des Ausstellungsraums fallen zunächst traditionelle Hochzeitskleider und Schmuckstücke ins Auge. Die feinen Stickereien und Muster des zeremoniellen Gewandes in violetten und grünen Farben zeigen die Schönheit der Braut und das Ansehen der Familie.
Früher trugen Bräute einen „Jokduri“ (traditionellen Brautkopfschmuck) mit Verzierungen in den fünf traditionellen Farben und steckten eine „Binyeo“ (Haarnadel) ins Haar. Diese symbolisierten Glück und die Vereinigung zweier Familien. Darin zeigt sich die einzigartige Schönheit der koreanischen traditionellen Hochzeitskleidung, die sich von westlichen Brautkleidern unterscheidet.
Hochzeitsgänse aus Holz
Ein Paar Hochzeitsgänse aus Holz
Die holzernen Hochzeitsgänse symbolisieren die unerschütterliche Treue der Eheleute. Die Tradition, nach der die Hochzeitsgänse den Müttern der Bräute geschenkt werden, zeigt, dass die Eheschließung über die Verbindung von Mann und Frau hinaus als Ausdruck des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung zwischen den Familien gilt.
Brautgemach
„Brautgemach” in der Sonderausstellung „Ulsan Wedding Chronicles” im Ulsan Museum
Das traditionelle Brautgemach vermittelt einen Einblick in die koreanische Heiratskultur. Die im Brautgemach ausgestellten Truhen mit Klappdeckel, Hochzeitskisten, traditionelle koreanische Bettdecken mit bunten Stoffstreifen sowie Verzierungen mit Mandarinenten sind weit mehr als bloße Gebrauchsgegenstände. Sie stehen für den Wunsch nach einem stabilen und harmonischen Familienleben.
Auf diese Weise waren die Hochzeitsausstattung und das Brautgemach in Korea Ausdruck der Hoffnungen und Wünsche für einen gelungenen Start in einen neuen Lebensabschnitt.
shong9412@korea.kr