K-Kultur ist längst mehr als ein vorübergehender Trend und inzwischen im Alltag der Menschen weltweit angekommen. Korea.net analysiert die Faktoren für die Beliebtheit von K-Inhalten in fünf Bereichen, darunter Musik, Filme, Kulinarik, Beauty und Literatur.
Von Aisylu Akhmetzianova
Am 11. April besuchte die 40-jährige Russin Elena Zhuravleva die Stadt Goyang in der Provinz Gyeonggi-do, um nach einer dreitägigen Reise die Welttournee der K-Pop-Boygroup BTS zu erleben. Aufgrund der internationalen Sanktionen war es nicht leicht, ein Konzertticket zu bekommen. Dennoch nahm sie alle Schwierigkeiten auf sich, in der Hoffnung, BTS persönlich treffen zu können.
Am 25. Mai gewinnt die K-Pop-Boygruppe BTS bei den American Music Awards (AMA) in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas den Hauptpreis „Artist of the Year“ ⓒ Offizielle Facebook-Seite der American Music Awards
Juliane Tomin Rusa, eine Brasilianerin in ihren Zwanzigern, machte eine ähnliche Erfahrung. Am 3. Juli reiste sie von Genf nach London, um ein Konzert der K-Pop-Girlgroup TWICE zu besuchen.
Elena und Juliane sind keine Einzelfälle. Laut dem Bericht „Global Hallyu Status 2023“ der Korea Foundation überschritt die Zahl der Hallyu-Fans weltweit bereits die Marke von 200 Millionen.
Im vergangenen Jahr waren sieben der zehn weltweit meistverkauften Alben K-Pop-Alben. Auch bei den American Music Awards (AMA), die am 25. Mai in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas stattfanden, bewiesen koreanische Künstler, darunter BTS, mit Auszeichnungen in elf Kategorien erneut ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Am 3. und 4. Juli gibt die K-Pop-Girlgroup TWICE in der O2 Arena in London, Großbritannien, Konzerte im Rahmen ihrer Welttournee ⓒ Offizielle Facebook-Seite von TWICE
Es ist eine Tatsache, dass K-Pop auf der internationalen Musikbühne, etwa bei Billboard und Spotify, große Erfolge erzielt hat. Nun etablierte sich K-Pop unabhängig von Ländern oder Sprachen als globale Kultur.
Kim Taeryong, Assistenzprofessor an der Baekseok-Universität, analysierte, dass der Erfolg von K-Pop vor allem darauf zurückzuführen sei, dass sich K-Pop als alternative Kultur jenseits der westlichen Popkultur etabliert habe.
Damit betonte er, dass K-Pop zu einer kulturellen Plattform geworden sei, auf der K-Pop-Fans weltweit ihre Identität neu definieren und sich mit verschiedenen Kulturen verbinden können.
Elena erklärte, warum sie BTS lieben gelernt habe: „Ich habe BTS im schwierigsten Jahr 2020 kennengelernt. Wenn man in einer Welt voller Grausamkeit und Gewalt jeden Tag mit Schwierigkeiten und Ungerechtigkeit konfrontiert wird, sehnt man sich nach jemandem, der einem hilft, an ein besseres Morgen zu glauben. Für die ‚ARMY‘ ist BTS genau dieser ‚Mensch‘.“
Die Wettbewerbsfähigkeit von K-Pop liegt nicht nur in seiner Musik und seinen Performances. Auch die Art und Weise, wie K-Pop-Künstler mit ihren Fans kommunizieren, ist ein entscheidender Faktor für ihre weltweite Popularität. K-Pop-Künstler teilen über verschiedene Kanäle wie soziale Medien, Unterhaltungssendungen und YouTube-Livestreams Einblicke in ihren Alltag, schaffen dadurch Nähe und Verbundenheit zu ihren Fans und stärken damit ihre Fangemeinden.
Am 19. Juni gibt ein Mitglied der K-Pop-Boygruppe TNX seinen Fans Autogramme beim MyK Festa, das im Handballstadion im Olympiapark in Songpa-gu, Seoul stattfand ⓒ Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus
Kim erklärte: „K-Pop wird künftig weltweit Einfluss ausüben. K-Pop ist inzwischen über koreanische Inhalte hinaus zu einer globalen Kultur geworden, die von Menschen weltweit erlebt und neu interpretiert wird.“
„Es ist wichtig, mit den Kulturen verschiedener Länder in Austausch zu treten und die Offenheit und Kreativität von K-Pop kontinuierlich weiter auszubauen“, fügte er hinzu.
aisylu@korea.kr