Politik

02.04.2026

Das koreanische Verwaltungsmodell fand über die Landesgrenzen hinaus weltweit Beachtung. Das Ministerium für Inneres und Sicherheit stellte im Dezember vergangenen Jahres den diplomatischen Delegationen aus 93 Ländern erfolgreiche Beispiele für die Innovation der öffentlichen Verwaltung vor und bestätigte die Möglichkeiten für die Ausbreitung des koreanischen Verwaltungsmodells. Korea.net beleuchtet in einer Artikelserie Beispiele der koreanischen Regierung in fünf Bereichen – Katastrophenbewältigung, intelligente Landwirtschaft, Wiederaufforstung und der Bau einer Verwaltungshauptstadt.


Foto: Die Landschaft des Wanderwegs des Jirisan-Berges

Foto: Die Landschaft des Wanderwegs des Jirisan-Berges



Von Margareth Theresia | Fotos: Koreanischer Forstdienst

Die Republik Korea ist weltweit bekannt für ihre dichten Wälder und herrlichen Gebirgslandschaften. In manchen Großstädten, einschließlich Seoul, kann man schöne Ausblicke auf die Berghänge sehen. Diese Landschaft entstand nicht zufällig, sondern durch die Wiederaufforstungspolitik der Regierung.

Bis diese Erfolge erzielt wurden, war der Weg nicht einfach. Nach der japanischen Kolonialherrschaft und dem Koreakrieg war das Staatsgebiet verwüstet. Im Jahr 1953 wurde etwa die Hälfte der Berge im ganzen Land zu kargen Bergen. Damals betrug das Holzvolumen 36 Millionen m³, das niedrigste Niveau seit Beginn der Erfassung im Jahr 1927.

 Foto: Das Gebiet der Munsan-Station in Paju in der Provinz Gyeonggi-do in den 1960er Jahren

Foto: Das Gebiet der Munsan-Station in Paju in der Provinz Gyeonggi-do in den 1960er Jahren


Daher trieb die koreanische Regierung in den 1970er und 1980er Jahren eine umfassende Wiederaufforstungspolitik voran. Gleichzeitig nahmen die Brandrodung und wahllose Abholzung zu, da in dieser Zeit im Zuge des Wirtschaftswachstums Holz als Hausbrand durch den fossilen Brennstoff ersetzt wurde.

Infolgedessen stieg das Holzvolumen mit Stand vom Jahr 2020 im Vergleich zu 1953 um das 29-Fache. Es ist der Grund, warum das koreanische Beispiel trotz seines Entwicklungsland-Status weltweit als erfolgreiches Vorbild anerkannt wurde.

Nur nach einem halben Jahrhundert nahm das Volumen der Bäume um fast das 15-Fache zu. Die Menge der Forstressourcen stieg von 10 m³ pro Hektar im Jahr 1972 auf 165 m³ im Jahr 2020. Dank dieser Leistungen wurde Korea vom verwüsteten Land und Entwicklungsland zum Industrieland in der Wiederaufforstung.

Zurzeit ist Korea ein waldreiches Land mit einer Waldfläche von etwa 63 % der Landfläche, was den weltweiten Durchschnitt von 31 % übertrifft. Gemessen am Waldanteil liegt Korea unter den OECD-Mitgliedsländern an vierter Stelle.

Foto: Das UNESCO-Weltdokumentenerbe zur Wiederaufforstung in der UNESCO, das den Prozess der Wiederaufforstung von 1973 bis 1977 im Gebiet von Yeongil in Pohang dokumentierte

Foto: Das UNESCO-Weltdokumentenerbe zur Wiederaufforstung in der UNESCO, das den Prozess der Wiederaufforstung von 1973 bis 1977 im Gebiet von Yeongil in Pohang dokumentierte


Die Erfahrungen und Leistungen der koreanischen Wiederaufforstung wurden in den Aufzeichnungen zur Wiederaufforstung gebündelt und international anerkannt. Dieses Dokument wurde im April vergangenen Jahres beim 221. UNESCO-Exekutivrat in Frankreich ins Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Dieses Dokument umfasst insgesamt 9619 Dokumente wie Aufforstungsregister, politische Dokumente, Aufzeichnungen über das Saemaeul-Projekt zum Anbau der Setzlinge, Luftaufnahmen und Unterlagen zum Hochwasser. Da diese Aufzeichnungen sowohl den Prozess der Wiederaufforstung als auch das System des Umweltmanagements enthalten, wurden sie für ihren hohen weltgeschichtlichen und politischen Wert gelobt.

In Zukunft wird dieses Dokument für die Ausbildung von Beamten in Entwicklungsländern und das Projekt der öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) im Bereich Forstwirtschaft verwendet. Darüber hinaus hat es eine wichtige Bedeutung als Maßstab der gemeinsamen Politik der Menschheit zur Lösung der weltweiten Umweltfragen.

margareth@korea.kr

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