Die 48. Generalversammlung des UNESCO-Welterbekomitees wird im kommenden Juli in Busan eröffnet. Korea.net stellt sechs der zwölf Stätten vor, die auf der vorläufigen Kandidatenliste Koreas für das UNESCO-Welterbe stehen.
Von Margareth Theresia | Fotos: Lee Jeong Woo/korea.net | Video: Park Daejin/korea.net
Das buddhistische Erbe Koreas wie die Seokguram-Grotte, Bulguksa-Tempel und der Haeinsa-Tempel Janggyeong Panjeon fasziniert die Welt mit seiner Raffiniertheit und Herrlichkeit. Aber in Hwasun in der Provinz Jeollanam-do gibt es ein buddhistisches Erbe, das sich von dem anderen buddhistischen Erbe unterscheidet: Dabei handelt es sich um die Steinbuddhas und Pagoden im Unjusa-Tempel in Hwasun (Stone Buddhas and Pagodas at Hwasun Unjusa Temple).
Die Besonderheit des Unjusa-Tempels liegt in seiner schlichten Form sowie seinem volkstümlichen und humorvollen Charakter. Innerhalb der Tempelanlage sind der Steinbruch, in dem die Steine für die Buddhastatue und Steinpagoden gewonnen wurden, und die Transportspuren in relativ vollständiger Form erhalten geblieben. Da der gesamte Herstellungsprozess vor tausend Jahren heute noch zu sehen ist, hat dieser Tempel einen einzigen wissenschaftlichen Wert.
Der wahre Wert dieses Tempels besteht in seiner Integrationsfähigkeit, verschiedene religiöse Glaubensrichtungen zu vereinen. Die vom 10. Jahrhundert bis zum Ende des 16. Jahrhunderts hergestellten Stein-Buddhastatue und Steinpagoden in verschiedenen Formen und die Spuren von Taoismus und Astralkult an den Sieben-Sterne-Steinen zeigen, dass der Volksglaube und der Buddhismus miteinander verbunden wurden. Es ist der Grund dafür, dass der Unjusa-Tempel als das Erbe der Menschheit anerkannt wurde.
Der liegende Buddha auf dem westlichen Hügel des Unjusa-Tempels
Der Standort des Unjusa-Tempels ist ebenfalls ungewöhnlich. Er befindet sich im Oberlauf des Daechocheon, eines Nebenflusses des Flusses Yeongsangang, und in einem sanft abfallenden Gebirgstal auf ungefähr 100 m über dem Meeresspiegel. Indem Pagoden und Stein-Buddhastatuen auf den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Bergrücken entlang des Tals errichtet wurden, wurde die natürliche Landschaft bestmöglich genutzt.
Es ist unklar, wann dieser Tempel erbaut wurde, aber es kann vermutet werden, dass er seine Blütezeit von der Mitte bis zum Ende der Goryeo-Zeit hatte. Nachdem er in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundets während des Jeongyu-Kriegs, der zweiten japanischen Invasion in Korea (1597-1598), durch einen Brand zerstört worden war, wurde er ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts durch mehrere Renovierungen wiederhergestellt.
Derzeit sind in der Tempelanlage insgesamt etwa 141 Relikte der Steinpagoden und etwa 115 Steinbuddha-Statuen erhalten, einschließlich unvollendeter oder beschädigter Relikte.
Die Größe der Buddhastatuen variiert von mehreren Dutzend Zentimetern bis zu über 10 Metern. Die Form und die Musterdarstellungen der Steinpagoden sind sehr unterschiedlich und die Anzahl der Stockwerke ist nicht einheitlich, wodurch sie sich deutlich von der typischen buddhistischen Steinpagode unterscheiden.
Das repräsentative Erbe des Unjusa-Tempels ist der liegende Buddha auf dem westlichen Hügel des Tempels. Die Länge dieser Statue beträgt etwa 12 m und ihre Breite etwa 10 m. Es gilt auch in Korea als ein seltenes Beispiel. Die Legende vom liegenden Buddha, dass sich eine neue Welt eröffnet, wenn dieser Buddha aufsteht, enthält die Wünsche und die Hoffnung des Volkes auf eine neue Welt.
Foto: Sieben-Sterne-Steine in der Nähe des liegenden Buddhas