Kultur

12.02.2026

Die 48. Generalversammlung des UNESCO-Welterbekomitees wird im kommenden Juli in Busan eröffnet. Korea.net stellt sechs der zwölf Stätten vor, die auf der vorläufigen Kandidatenliste Koreas für das UNESCO-Welterbe stehen.


Von oben im Uhrzeigersinn: die Yeongdo-Brücke, das Grabsteindorf von Ami-dong, der UN-Gedenkfriedhof, der Provisorische Regierungskomplex und Gyeongmudae

Von oben im Uhrzeigersinn: die Yeongdo-Brücke, das Grabsteindorf von Ami-dong, der UN-Gedenkfriedhof, der Provisorische Regierungskomplex und Gyeongmudae



Von Margareth Theresia | Fotos: Lee Jeong Woo/korea.net


Die “Stätten der Kriegshauptstadt Busan während des Koreakriegs” sind die großartigen Dokumente von 1.023 Tagen, die inmitten der schlimmsten Tragödie der Menschheit entstanden. Elf Orte zeigen die Geschichte der Stadt Busan, die nach Ausbruch des Koreakriegs als Hauptstadt fungierte.

Diese Stätten unterstützten damals die Verwaltung, Diplomatie und das Militär des Landes und erhielten die Republik Korea aufrecht. In diesem Sinne verfügen sie über einen herausragenden universellen Wert, der weltweit beispiellos ist.

Foto des provisorischen Regierungskomplexes

Foto des provisorischen Regierungskomplexes


Provisorischer Regierungskomplex

Der provisorische Regierungskomplex wurde während des Koreakriegs als Zentrum benutzt, es beherbergte das Büro des Ministerpräsidenten und acht wichtige Ministerien wie das Ministerium für Justiz und das Ministerium für Verteidigung.

Er wurde ursprünglich im Jahr 1925 als Regierungssitz der Provinz Gyeongsangnam-do errichtet und diente nach der Unabhängigkeit Koreas diesem Zweck. Als der Koreakrieg ausbrach, diente er als provisorischer Regierungskomplex. Danach wurde er über 90 Jahre als Staatsanwaltschaftsgebäude genutzt und fungierte als das Zentrum der öffentlichen Verwaltung Koreas.

 Foto von Gyeongmudae. Das Gebäude fungierte während des Koreakriegs als provisorische Residenz des Präsidenten

Foto von Gyeongmudae. Das Gebäude fungierte während des Koreakriegs als provisorische Residenz des Präsidenten


Gyeongmudae als provisorische Residenz des Präsidenten und Bühne für Politik und Diplomatie

“Gyeongmudae” war neben dem provisorischen Regierungskomplex eine weitere Säule der nationalen Verwaltung. Während der provisorische Regierungskomplex die Verwaltungsfunktionen übernahm, diente “Gyeongmudae” als provisorische Residenz des Präsidenten. Darüber hinaus war es ein symbolischer Ort, an dem staatliche Entscheidungen getroffen wurden.

Dieses Gebäude wurde im Jahr 1923 als Residenz des Gouverneurs der Provinz Gyeongsangnam-do erbaut. Nach dem Koreakrieg wurde sein historischer Status aufgewertet, da es als provisorische Residenz des Präsidenten genutzt wurde. Heute sind in diesem Gebäude der damalige Arbeits- und Wohnraum des Präsidenten nachgebildet.

Foto der Yeongdo-Brücke, die Busan und die Insel Yeongdo verbindet

Foto der Yeongdo-Brücke, die Busan und die Insel Yeongdo verbindet


Yeongdo-Brücke, ein Symbol für Trennung und Wiedervereinigung

Die Yeongdo-Brücke war ein Ort der Hoffnung für Flüchtlinge, an dem sie sicherstellten, dass ihre Familienmitglieder noch am Leben waren.

Diese im Jahr 1934 gebaute Yeongdo-Brücke ist ein Symbol von Busan, das eine über die erste Brücke Koreas hinausgehende Bedeutung besitzt. Während des Koreakriegs war diese Brücke auch ein symbolischer Ort, an dem sich der Schmerz der Trennung mit der Sehnsucht nach einem Wiedersehen der Flüchtlinge vermischte.

Damals versprachen die Familien, die durch den Krieg auseinandergerissen worden waren: „Wenn wir uns verlieren, treffen wir uns an der Yeongdo-Brücke wieder.” Daher versammelten sich die Flüchtlinge auf der Yeongdo-Brücke, um nach ihren Familienmitgliedern zu suchen. Hier warteten sie sehnsüchtig auf den Moment der Wiedervereinigung.

Foto des Grabsteindorfs von Ami-dong der Flüchtlinge in Seo-gu, Busan

Foto des Grabsteindorfs von Ami-dong der Flüchtlinge in Seo-gu, Busan


Das Grabsteindorf von Ami-dong der Flüchtlinge

Das Grabsteindorf von Ami-dong der Flüchtlinge ist ein Ort, der zeigt, wie traurig das Leben der Flüchtlinge während des Koreakriegs war. Die Flüchtlinge, die keinen Platz zum Wohnen hatten, errichteten auf dem Gelände des japanischen Gemeinschaftsgrabs Bretterhütten und spannten Zelte auf.

Die Spuren von Renovierungen und Anbauten blieben im Laufe der Zeit als Schichten zurück, die durch verschiedene Baumaterialien geschaffen wurden. Dies zeigt, wie schwer das Leben der Flüchtlinge während des Koreakriegs war.

Aber es dient als Nachweis dafür, dass die Flüchtlinge trotz der verzweifelten Lage ihr Leben nicht aufgaben und einen starken Überlebenswillen zeigten.


 Foto des UN-Gedenkfriedhofs in Nam-gu, Busan

Foto des UN-Gedenkfriedhofs in Nam-gu, Busan


Der UN-Gedenkfriedhof

Der Gedenkfriedhof der Vereinten Nationen ist der einzige offizielle Friedhof für UN-Soldaten auf der Welt. Um die Überreste von im Koreakrieg gefallenen UN-Soldaten in sichere Gebiete zu verlegen, wurde er ab dem Jahr 1951 angelegt.

Während des Kriegs wurden dort über 11.000 Überreste beigesetzt. Im Moment befinden sich dort noch etwa 2.300 Leichen, weil die meisten nach dem Krieg in ihre Heimatländer überführt wurden.

Jährlich am 11. November um 11 Uhr 11 findet die nationale Gedenkveranstaltung “Turn Toward Busan” im UN-Gedenkfriedhof statt, um an die Opfer der im Koreakrieg gefallenen UN-Soldaten zu erinnern.

Sie zeigt, dass der Koreakrieg nicht nur eine Tragödie auf der koreanischen Halbinsel war, sondern auch ein Ort des Friedens, eines universellen Wertes, den die Menschheit gemeinsam bewahren muss.

margareth@korea.kr