Das koreanische Verwaltungsmodell fand über die Landesgrenzen hinaus weltweit Beachtung. Das Ministerium für Inneres und Sicherheit stellte im Dezember vergangenen Jahres den diplomatischen Delegationen aus 93 Ländern erfolgreiche Beispiele für die Innovation der öffentlichen Verwaltung vor und bestätigte die Möglichkeiten für die Ausbreitung des koreanischen Verwaltungsmodells. Korea.net beleuchtet in einer Artikelserie Beispiele der koreanischen Regierung in fünf Bereichen – Katastrophenbewältigung, intelligente Landwirtschaft, Wiederaufforstung und der Bau einer Verwaltungshauptstadt.
Foto: Die Landschaft des Regierungskomplexes Sejong
Von Margareth Theresia | Fotos: Nationale Behörde für den Bau der Verwaltungsstadt
Die Republik Korea treibt die Dezentralisation administrativer Funktionen als nationale Strategie voran, um die hohe Bevölkerungsdichte in Metropolregionen zu verringern und die ausgewogene Entwicklung des Landes zu verwirklichen.
Daher begann im Jahr 2007 das “Happycity Sejong” der Regierung, ein groß angelegtes nationales Projekt, mit dem die in Seoul zentralisierten Verwaltungsfunktionen nach Sejong verlagert werden. Nach dem Plan wird das Projekt bis 2030 vollständig abgeschlossen.
Der Aufbau der Verwaltungsstadt Sejong begann nach dem Erlass des “Sondergesetzes für den Bau der Verwaltungsstadt” im Jahr 2005, wobei die Verlagerung der zentralen Verwaltungseinrichtungen und der Bau der Infrastrukturen der Stadt parallel vorangetrieben wurden. Derzeit entwickelt sich die Stadt Sejong zu einer multifunktionalen Stadt mit Verwaltung, Wohnen, Industrie und Stadt.
Die Fläche von Sejong beträgt 73,01 km², was etwa einem Achtel der Fläche von Seoul entspricht. Die Regierung plant, die Einwohnerzahl dieser Stadt bis 2030 von derzeit 310.000 auf 500.000 zu erhöhen.
Die Verwaltungsstadt Sejong ist in sechs Lebensbereiche gegliedert: zentrale Verwaltung, Kommunalverwaltung, kommerzieller, kultureller und internationaler Austausch, Industrie, Universität und Forschung, Gesundheitswesen und Soziales sowie wissensbasierte Hightech-Industrien
Die Nationale Behörde für den Bau der Verwaltungsstadt definierte die Stadt Sejong als ein Zukunftsmodell einer dezentralisierten Stadt, die im Zentrum des Landes errichtet wurde.
Die Stadtstruktur ist auch innovativ. Das Zentrum der Stadt wurde als großflächige Grünanlage gestaltet und zentrale Funktionen wie Verwaltung, Kultur, Industrie und Universität sind entlang des äußeren Bereichs ausgewogen verteilt. Darüber hinaus wird der innerstädtische Verkehr durch ein Verkehrssystem mit getrennten inneren und äußeren inneren Autobahnringen effizient verteilt.
Die größte Leistung von Sejong ist die Ansiedlung der zentralen Verwaltungsbehörden. Seit dem Umzug des Amtes des Ministerpräsidenten im Jahr 2012 verlegten insgesamt 44 zentrale Behörden ihren Sitz nach Sejong.
Als mittel- und langfristige Aufgabe sind das Präsidialamt und der Sejong-Komplex der Nationalversammlung im Bau. Mit der Errichtung der kulturellen und wissensbezogenen Anlagen im Zentrum des Nationalmuseumskomplexes wird die Stadt Sejong über eine Verwaltungsstadt hinaus zu einer multifunktionalen Stadt.
Foto: Die Draufsicht des Nationalmuseums in Sejong
Das Verwaltungsstadtsmodell von Sejong verbreitet sich weltweit. Die Nationale Behörde für den Bau der Verwaltungsstadt schloss mit Indonesien, Ägypten, Mongolei, Tansania und den Philippinen Absichtserklärungen zum Bau der Verwaltungsstadt und zur Verlagerung der Hauptstadt ab.
Vor allem entsandte Korea seit 2019 koreanische Fachkräfte nach Indonesien, um die Gründung der Nusantara Capital Authority, einer Verwaltungsbehörde der neuen indonesischen Hauptstadt Nusantara, die Stadtplanung der neuen Hauptstadt und den Aufbau der Infrastrukturen zu unterstützen. Auf dieser Grundlage wurde die Teilnahme koreanischer Unternehmen am Bau der neuen Hauptstadt in Indonesien gefördert.
margareth@korea.kr