Politik

01.06.2026

Die Regierung des Präsidenten Lee Jae Myung feiert ihr erstes Amtsjahr. Nach seinem Amtsantritt am 4. Juni 2025 versuchte er viele Veränderungen in den verschiedenen Bereichen. Korea.net beleuchtet in fünf Teilen die wichtigsten Erfolge der Regierung in fünf Teilen. Im vierten Teil geht es um die bisherigen Fortschritte zur starken Kulturnation.


Von Xu Aiying | Fotos: Cheong Wa Dae

Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt setzt die Regierung des Präsidenten Lee Jae Myung verstärkt auf die Verwirklichung einer „kreativen Kulturnation für alle “. Die Regierung sieht Kultur, Kunst, Sport und Tourismus als zentrale Wachstumsmotoren und stellte die Vision einer „Top-5-Kulturnation“ sowie eines „K-Culture-Zeitalters mit einem Marktvolumen von 300 Billionen Won“ vor.

Im vergangenen Jahr wurde vor allem eine institutionelle Basis geschaffen, die kreative Freiheit gewährleistet und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Content-Industrie stärkt. Auch die kulturelle Diplomatie im Rahmen internationaler Staatsbesuche wurde auf K-Culture als nationale Strategie ausgerichtet. Bei Auslandsreisen und Gipfeltreffen rückten K-Content, Kulturinvestitionen, Tourismusförderung und Sprachkooperationen in den Mittelpunkt. So wurde die Kulturdiplomatie enger mit der Wirtschaft verknüpft.

Präsident Lee Jae Myung lächelt bei einem Treffen mit Preisträgern aus Kultur und Kunst im Präsidialamt in Yongsan (Seoul).

Präsident Lee Jae Myung lächelt bei einem Treffen mit Preisträgern aus Kultur und Kunst im Präsidialamt in Yongsan (Seoul).


K-Content als strategische Schlüsselindustrie – Ausbau von Steuervergünstigungen und KI-Investitionen

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Content-Industrie (u. a. Webtoons, Games, Filme, Musicals und K-Pop) zu stärken, weitete die Regierung Steuervergünstigungen und Förderprogramme erheblich aus.

Die Steuervergünstigungen für Produktionskosten im Content-Bereich wurden erweitert. Zudem wurde ein staatlicher Content-Fonds in Höhe von insgesamt 731,8 Milliarden Won aufgelegt. Zur Förderung KI-basierter Inhalte erhöhte die Regierung das Forschungs- und Entwicklungsbudget (R&D) im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf insgesamt 151,5 Milliarden Won, den höchsten Wert bislang.

Auch die Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen und illegales Streaming wurden verschärft. Darüber hinaus wurde die direkt dem Präsidenten unterstellte Kommission für den Austausch populärer Kultur eingerichtet, um die Content-Industrie als nationale Schlüsselindustrie zu etablieren. Unterstützt durch diese Maßnahmen erreichten die K-Content-Exporte im vergangenen Jahr mit 14,9 Milliarden US-Dollar einen historischen Höchststand.

Gruppenfoto bei der Gründungszeremonie der Kommission für den Austausch populärer Kultur am 1. Oktober im KINTEX in Goyang mit Präsident Lee Jae Myung, Park Jin-young, Straykids und Le Sserafim.

Gruppenfoto bei der Gründungszeremonie der Kommission für den Austausch populärer Kultur am 1. Oktober im KINTEX in Goyang mit Präsident Lee Jae Myung, Park Jin-young, Straykids und Le Sserafim.


Ausbau der globalen Kulturdiplomatie – Rekordzahl ausländischer Touristen

Auch die globale Kulturdiplomatie, die K-Culture als nationales Marken- und Diplomatieinstrument nutzt, gewann deutlich an Dynamik. Besonders hervorzuheben ist die erstmalige Durchführung eines hochrangigen APEC-Dialogs zur Kulturindustrie, bei dem die „kulturelle Kreativindustrie“ offiziell auf die Agenda gesetzt wurde. Mit einer einstimmig verabschiedeten gemeinsamen Erklärung schuf das Treffen die Grundlage für eine internationale Plattform der kulturellen Zusammenarbeit.

Im Tourismussektor verfolgt die Regierung das Ziel eines „30-Millionen-Touristen-Zeitalters“. Dafür wurden unter anderem zeitlich begrenzte visafreie Einreisen für chinesische Gruppenreisende sowie Erleichterungen beim Fast-Track-Verfahren für Teilnehmer internationaler Konferenzen eingeführt. Infolgedessen überschritt die Zahl der ausländischen Besucher in der Republik Korea im ersten Quartal dieses Jahres erstmals 4,76 Millionen und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Auch die Zahl der Einreisen über Regionalflughäfen stieg um 49,7 Prozent, was zu einer Belebung des regionalen Tourismus beiträgt.

Präsident Lee Jae Myung (rechts) und First Lady Kim Hea Kyung posieren am 26. Februar nach dem Besuch der Sonderausstellung

Präsident Lee Jae Myung (rechts) und First Lady Kim Hea Kyung posieren am 26. Februar nach dem Besuch der Sonderausstellung "The Great Admiral Yi Sun-sin" im Nationalmuseum Koreas mit Museumsartikeln.


Ausweitung kultureller Teilhabe in den Regionen – Stärkung kreativer Freiheit und kultureller Wohlfahrt

Die Regierung weitete die Unterstützung kultureller Teilhabe für sozial benachteiligte Gruppen durch Programme wie den integrierten Kulturpass und die „Culture Nuri Card“ aus und erweiterte zugleich den „Tag der Kultur“ auf jeden Mittwoch. Mit jährlich mehr als 6,5 Millionen Besuchern gehört das Nationalmuseum Koreas zu den drei größten Museen der Welt. Zudem startete für Regionen mit Bevölkerungsrückgang das Programm „Regionale Urlaubsförderung“ („Halbpreis-Reisen“). Auf diese Weise sollen die Konzentration der Kultur in der Metropolregion reduziert und der regionale Zugang zu Kulturangeboten deutlich verbessert werden.

Im vergangenen Jahr bekräftigte die Regierung zudem konsequent das sogenannte „Arm’s Length Principle“ in der Kulturszene und hielt an der Linie fest: „Unterstützen, aber nicht eingreifen.“ Ein Wohlfahrtsfonds für Künstler und ausgeweitete Förderprogramme für junge Kulturschaffende stärkten die kreative Autonomie und schufen stabile Rahmenbedingungen für künstlerisches Schaffen.

xuaiy@korea.kr

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