In der Krise der verfestigten demografischen Klippe wurde ein kleines, aber deutliches Zeichen der Hoffnung wahrgenommen: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Neugeborenen im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 %. Korea.net beleuchtet den aktuellen Stand der koreanischen Politik, die zu einer bedeutenden Veränderung der extrem niedrigen Geburtenrate führte, und die besondere koreanische Geburtskultur.
Foto: Öffentliche Wochenbettklinik in Sokcho in der Provinz Gangwon-do ⓒ Hong Angie/korea.net
Von Hong Angie
Früher war Geumjul, gedrehte Strohseile, ein repräsentatives Symbol für die Geburt von Babys. Im Vergleich dazu symbolisieren heute Wochenbettkliniken, Einrichtungen für gemeinschaftliche Betreuung, Kulturzentren und Indoor-Spielcafés die Kinderbetreuung. Im Folgenden werden Beispiele dafür vorgestellt, wie Mütter und Väter ihre Belastungen bei der Kinderbetreuung erleichtern können.
In der öffentlichen Wochenbettklinik
In Korea etablierte sich die konventionelle Wochenbettpflege als eine gewerbliche Einrichtung. Normalerweise bleiben die Wöchnerinnen dort bis zu zwei Wochen unter professioneller Betreuung. Diese Einrichtung bietet nicht nur eine ausgewogene Ernährung und die Versorgung der Neugeborenen an, sondern bringt auch den Wöchnerinnen bei, wie sie Windeln wechseln, Babys baden und stillen.
Da die Rolle dieser Einrichtung bedeutender wurde, begannen die Kommunen, öffentliche Wochenbettkliniken zu betreiben. Diese Einrichtungen stellen qualifizierte Dienste zu einem angemessenen Preis bereit, der nur der Hälfte der privaten Einrichtungen entspricht. Es wird davon ausgegangen, dass sie die finanzielle Belastung der Familien mit Neugeborenen verringern.
Die im Jahr 2013 eingeführten öffentlichen Wochenbettkliniken werden bis zum ersten Halbjahr dieses Jahres auf 23 bis 25 Einrichtungen ausgeweitet. Sie entwickelten sich zu einem zentralen Modell der öffentlichen Betreuung im Zeitalter niedriger Geburtenraten.
Foto: Öffentliche Wochenbettklinik in Sokcho in der Provinz Gangwon-do ⓒ Offizielle Website der öffentlichen Wochenbettklinik in Sokcho
In der Einrichtung für gemeinschaftliche Betreuung
Um ein kinderfreundliches Umfeld zu schaffen, werden im ganzen Land Einrichtungen für gemeinschaftliche Betreuung betrieben. Hier können die Eltern das Zusammengehörigkeitsgefühl mit ihren Kindern stärken, und die Teilnahme der Väter an der Kinderbetreuung wird gefördert.
In diesem Jahr stieg die Zahl dieser Einrichtungen dank der Unterstützung des Ministeriums für Gleichstellung der Geschlechter und Familie und der Provinzregierung Gyeongig-do auf 77.
Kinder und Eltern in der Einrichtung für gemeinschaftliche Betreuung in Nonsan ⓒ Stadt Nonsan
In Kulturzentren
Die Kulturzentren in Korea bieten verschiedene Spielprogramme für Babys im Alter von wenigen Monaten an. Während die Kinder dort die Welt kennenlernen, unterhalten sich die Eltern mit anderen Eltern und teilen ihre Sorgen. Damit etablieren sich diese Zentren als Gemeinschaftsräume, in denen Eltern und Kinder erste Kontakte zur Gesellschaft aufbauen.
In Indoor-Spielcafés
In jüngster Zeit verbreiten sich öffentliche Indoor-Spielcafés, die von Kommunen betrieben werden, um die finanzielle Belastung von Familien zu reduzieren und eine sichere Betreuungsinfrastruktur zu schaffen.
Auf diese Weise baut die koreanische Regierung ein System für die gemeinschaftliche Betreuung auf, damit Eltern nicht von der Gesellschaft isoliert werden. Dank der Bemühungen der koreanischen Regierung und der Kommunen etablierten sich diese Einrichtungen im Zeitalter niedriger Geburtenraten als ein stabiles gesellschaftliches Netzwerk für Eltern und Kinder.
shong9412@korea.kr