Gesellschaft

06.05.2026

Die Sichtweise auf Tiere in der koreanischen Gesellschaft verändert sich grundlegend. Da die Zahl der Haushalte mit Haustieren zunimmt und sich das Bewusstsein für das Tierwohl wächst, zeigen sich Veränderungen in der Politik. Die Reportage “Koexistenz von Mensch und Tier” beleuchtet anhand von Diskussionen über die Rechtsstellung von Tieren, Beispiele von Tier-Sanctuaries und tierfreundliche politische Maßnahmen der Kommunen den gesellschaftliche Wandel der Beziehungen zwischen Mensch und Tier.


Foto: Die öffentliche Tierklinik in Gimpo in der Provinz Gyeonggi-do ⓒ Öffentliche Tierklinik in Gimpo

Foto: Die öffentliche Tierklinik in Gimpo in der Provinz Gyeonggi-do ⓒ Öffentliche Tierklinik in Gimpo



Von Kim Hyelin

Die Tierschutzpolitik der Kommunen verändert den Alltag der Menschen und der Haustiere.

Laut dem dritten Gesamtplan für Tierschutz des Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und ländlichen Raum betrug der Anteil der Haushalte im Jahr 2024 28,6 %. Dementsprechend erklärten etwa 100 Kommunen im ganzen Land die Unterstützung von Familien mit Haustieren zur politischen Aufgabe.

Zum Beispiel betreibt die Stadt Gimpo seit Juli 2024 die erste öffentliche Tierklinik Koreas. Darin wurden innerhalb von eineinhalb Jahren 2.551 Haustiere medizinisch behandelt. Darüber hinaus richtete die Stadtregierung Gimpo erstmal im ganzen Land eine Abteilung für Haustierkultur ein.

In jüngster Zeit werden Strände in Ulsan, Geoje und Yangyang als hundefreundlich genutzt. Foto: Eine Schwimmerin und Hunde am Sageunjin-Strand ⓒ Yonhap News

In jüngster Zeit werden Strände in Ulsan, Geoje und Yangyang als hundefreundlich genutzt. Foto: Eine Schwimmerin und Hunde am Sageunjin-Strand ⓒ Yonhap News


Die Provinz Chungcheongnam-do belegt beim Tierwohl-Index, der im Dezember vergangenen Jahres vom The Animal Futures Forum basierend auf relevanten Regelungen, zuständigem Personal und Budgetanteil veröffentlicht wurde, den ersten Platz.

Nur in Provinzen wie Chungcheongnam-do und Ganwon-do übertrifft der Budgetanteil für das Tierwohl 0,1 % des gesamten Haushalts. Die Provinz Chungcheongnam-do betreibt außerdem einen integrierten Dienst für die Adoption ausgesetzter Tiere, Vermisstenanzeigen und Informationen zu Futterstellen. Darüber hinaus plant die Provinz, Kastrationen von Tieren zu unterstützen und einen Park für Haustiere zu errichten.

Andere Regionen ergriffen vielfältige Maßnahmen für den Tierschutz. Die Stadt Geoje eröffnete im Jahr 2023 am Myeongsa-Strand einen Hundestrand. Die Stadt Pocheon betreibt einen Campingplatz mit Spielplatz und Spazierweg für Haustiere. Die Stadt Suncheon errichtet ein tierfreundliches Dorf und betreibt im letzten Jahr einen Hundezug.

Foto: Das Companion Animal Support Center in der Provinz Gangwon-do, das am 6. November vergangenen Jahres eröffnet wurde ⓒ Provinz Gangwon-do

Foto: Das Companion Animal Support Center in der Provinz Gangwon-do, das am 6. November vergangenen Jahres eröffnet wurde ⓒ Provinz Gangwon-do


Die Stadt Seoul betreibt seit 2018 eine Schule für Haustiere, in der jährlich etwa 2.000 Haustierbesitzerinnen und -besitzer in der Sozialisierung, den Spaziergängen und dem Verhaltentraining der Hunde geschult werden. Der Bezirk Gangbuk-gu von Seoul bietet seit 2021 ein Programm an, in dem professionelle Hundtrainer Haushalte besuchen und ein 1:1‑Verhaltenstraining für Hunde durchführen.

kimhyelin211@korea.kr

Ähnlicher Inhalt