K-Kultur ist längst mehr als ein vorübergehender Trend und inzwischen im Alltag der Menschen weltweit angekommen. Korea.net analysiert die Faktoren für die Beliebtheit von K-Inhalten in fünf Bereichen, darunter Musik, Filme, Kulinarik, Beauty und Literatur.
Am 24. Juni findet im COEX in Gangnam-gu, Seoul, die Seoul International Book Fair statt ⓒ Kim Seon Ah/korea.net
Von Kim Seon Ah
Koreanische Literatur überschreitet die Landesgrenzen und findet ihren Weg in die Welt.
Das Literature Translation Institute of Korea teilte am 28. Juli mit, dass die kumulierten Verkäufe von 1.026 geförderten Übersetzungen, die zwischen 2021 und 2025 in 40 Sprachräumen veröffentlicht wurden, mit rund 3,58 Millionen Exemplaren einen Rekordhoch erreicht hatten. Damit übertraf der Absatz das kumulierte Verkaufsvolumen des Vorjahres um rund 900.000 Exemplare.
Dies zeigt, dass koreanische Literatur nicht allein vom Effekt des Nobelpreises für Literatur oder von einigen wenigen viel beachteten Werken profitiert, sondern sich in verschiedenen Sprachräumen eine breite Leserschaft erschloss.
Das weltweite Interesse an den koreanischen Schriftstellern und den koreanischen Verlagen wurde auch bei der Seoul International Book Fair (SIBF) bewiesen.
Die indonesische Beschäftigte in der Verlagsbranche Resita nannte die „Authentizität” und „Empathie” als die größten Stärken der koreanischen Literatur. Sie besuchte die SIBF auf die Einladung der koreanischen Regierung und der Publication Industry Promotion Agency of Korea und sagte in einem Interview mit Korea.net, dass in Indonesien bereits viele koreanische Bücher übersetzt und veröffentlicht worden seien und großen Anklang fänden. Von Dramen über Suspense bis hin zu Geschichten über Heilung fänden verschiedene Genres bei der Leserschaft großen Anklang.
Die Indonesierin erklärte auch, dass die erste koreanische Autorin, mit der sie in Berührung gekommen sei, die Nobelpreisträgerin Han Kang gewesen sei. Über Baek Se-hees Essay „Ich will sterben, aber Tteokbokki essen will ich auch“ sagte sie, dass das Werk psychische Gesundheit aufrichtig behandelte und damit vielen Menschen Trost und Inspiration schenkte.
Als ihr Lieblingsbuch nannte sie „Willkommen in meiner Buchhandlung“ von Hwang Bo-reum, da es sich um eine Geschichte handelt, mit der sich jeder, der Bücher liebt, identifizieren kann.
Resita führte die weltweite Beliebtheit koreanischer Literatur darauf zurück, dass die Gedanken und Gefühle der Autorinnen und Autoren aufrichtig in ihren Werken zum Ausdruck kommen. Zugleich fügte sie hinzu: „Diese Aufrichtigkeit berührt die Herzen der Leserinnen und Leser.“
Englischsprachige Übersetzungen koreanischer Literatur im Kyobo Book Centre in Jongno-gu, Seoul © Lee Jihae/korea.net
Ewa Kaletyn, die polnische Grafikdesignerin und Art-Directorin, entdeckte ihr Interesse für koreanische Literatur, nachdem sie von der Gestaltung und Ästhetik koreanischer Bücher fasziniert war. Sie sagte, dass sie im Moment Koreanisch lernt.
„Auch wenn es noch schwierig ist, Bücher im Original zu lesen, lerne ich die koreanische Verlagskultur vor allem durch Bilderbücher kennen, weil mir das für Korea typische ästhetische Empfinden sowie die Illustrationen, Farbgebung und das Layout gefallen“, fügte sie hinzu.
Auch Ewa sagte, K-Dramen seien für sie der erste Anlass gewesen, sich für die koreanische Kultur zu interessieren. Resita berichtete auch, dass viele K-Pop-Fans Bücher lesen, die von Künstlern empfohlen wurden.
Wie K-Pop und K-Dramen findet auch K-Literatur über Sprachgrenzen hinweg Anklang bei Leserinnen und Lesern und wird zu einer neuen Brücke zwischen Korea und der Welt.
sofiakim218@korea.kr