UNESCO Schätze in Korea
Die Koreaner haben aufgrund der topographischen Besonderheiten ihres Landes — eine Halbinsel, die aus dem größten Kontinent der Welt hervorragt — verschiedene spezifische Eigenheiten entwickelt. Die ozeanischen und kontinentalen Einflüsse prägten die Identität der Bewohner, die wiederum Kunst und Kultur prägte. Im Lauf von Jahrtausenden haben sich die Koreaner und die vorherrschenden Kulturen des asiatischen Kontinents gegenseitig beeinflusst, trotz der peripheren Lage Koreas im Nordosten. Es ist bemerkenswert, dass das Land eine ganz eigene, ausgeprägte Kultur entwickelt hat, obwohl es religiöse Strömungen und Traditionen aus anderen asiatischen Regionen aufgenommen hat. Man spricht in diesem Zusammenhang von der "Zentralität der koreanischen Kultur".
Aufgrund dieser topographischen Einflüsse entwickelten die Koreaner einen friedliebenden und gleichzeitig dynamischen Charakter und schufen so eine Kultur, die gleichzeitig kontemplativ und dynamisch, lebensbejahend und gefühlsbetont ist.
UNESCO-Schätze in Korea
Welterbe
Die UNESCO hat in Anerkennung der Einzigartigkeit der koreanischen Kultur einige ihrer Kulturschätze auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. 1995 fügte die UNESCO den Bulguksa-Tempel und die Seokguram-Grotte, beide in Gyeongju, in der Provinz Geongsangbuk-do gelegen ebenso hinzu wie die Holzblöcke der Tripitaka Koreana zum Druck buddhistischer Schriften, das Janggyeongpanjeon (die alte Lagerstätte dieser Holzblöcke) im Haeinsa-Tempel in der Provinz Gyeongsangnamdo und den Jongmyo-Schrein in Seoul.
Der Changdeokgung-Palast in Seoul und die Festung Hwaseong in Suwon wurden 1997 auch in die Liste eingetragen. Im Jahr 2000 wurden zwei weitere koreanische Kulturschätze in die Liste aufgenommen: die prähistorischen Dolmen in Gochang, Hwasun und Ganghwa und das gesamte Gebiet von Gyeongju, der Hauptstadt des alten Silla-Reiches (57 v.Chr. - 935 n.Chr.), wo unzählige Kulturschätze und historische Stätten sorgfältig erhalten werden. 2007 nannte die UNESCO Koreas Vulkaninsel Jejudo und ihre Lavagrotten eine naturgegebene Besonderheit von außergewöhnlicher Schönheit, die Zeugnis von der Geschichte unseres Planeten ablegt. 2009 wurden 40 königliche Gräber der Liste hinzugefügt. Sie waren gemäß der alten Theorie der Prophezeiung angelegt worden, die ihrerseits auf der Topografie basiert, die im Englischen unter ihrem chinesischen Namen Feng Shui bekannt ist.
Der Tempel Bulguksa und die Seokguram-Grotte wurden zur Zeit des Silla-Königreichs ab dem Jahr 751 über einen Zeitraum von 23 Jahren vom Obersten Minister, Kim Dae-seong (701- 774), erbaut. Es ist überliefert, dass Kim als Sohn eines Obersten Ministers wiedergeboren wurde, weil er in seinem vorherigen Leben der rechtschaffende Sohn einer armen Witwe war. Er selbst wurde Oberster Minister, trat aber im Jahr 750 von diesem Amt zurück, um den Bau des Tempels Bulguksa zu überwachen und so die Eltern seines derzeitigen Lebens zu ehren. Zur Ehrung der Eltern seines frühreren Lebens ließ er die Seokguram-Grotte erbauen. Bulguksa diente der öffentlichen Verehrung des Königs und die Seokguram-Grotte seiner persönlichen Verehrung.

Der majestätische Eingang zum Bulguksa-Tempel
Errichtet auf einer Reihe von Steinterrassen, scheint der Tempel auf natürliche Weise aus dem felsigen Terrain der bewaldeten Ausläufer des Tohamsan-Berges herauszuragen.
Zum Bulguksa-Tempel gehören die Seokgatap- (Pagode des historischen Buddha) und die Dabotap-Pagode (Pagode der vielen Schätze), die Cheongungyo- (Brücke der blauen Wolke), die Baegungyo-(Brücke der weißen Wolke) und die Chilbogyo-Brücke (Brücke der sieben Schätze) — die drei Treppen werden Brücken genannt, da sie symbolisch von der diesseitigen Welt in das Land Buddhas, Bulguk, führen. Ferner finden sich in- und außerhalb der Tempelanlagen einige vergoldete Buddha-Statuen und andere herausragende Kunstschätze.
Zwei der schönsten Pagoden Koreas findet man im Hof der Daeungjeon-Halle. Die 8,3 Meter hohe Seokgatab-Pagode (Pagode des Sakyamuni) und die 10,5 Meter hohe Dabotab-Pagode (Pagode der zahlreichen Schätze) wurden beide um 756 erbaut. Die Seokgatab-Pagode zeichnet sich durch einen insgesamt eher maskulinen, schlichten Charakter aus. Ihre erhabene Würde deutet auf den geistigen Aufstieg durch die Befolgung der Lehren des Sakyamuni hin. Die Dabotab-Pagode ist reich verziert, von eher femininer Ausstrahlung und symbolisiert die Komplexität der Welt.
Die Seokguram-Grotte wurde zur gleichen Zeit erbaut wie der Bulguksa-Tempel und im Laufe der Jahre mehrfach neu gestaltet. Sie ist eine künstlich geschaffene Steingrotte, in der sich 38 Buddhastatuen befinden. Wie die Bauwerke in der Nähe des Bulguksa-Tempels ist auch sie aus Granit.
Sie besteht aus einem rechtwinkligen Vorraum und einer runden Innenkammer mit einem kuppelförmigen Dach. Beide Räume werden durch einen rechtwinkligen Durchgang miteinander verbunden. Die aus einem einzigen Granitblock gemeißelte 3,5 Meter hohe Hauptstatue zeigt einen mit gekreuzten Beinen sitzenden Buddha auf einem Lotusthron, dessen Gesicht nach Osten gewandt ist. Seine Augen sind in stiller Meditation geschlossen, und ein gelassener und allwissender Ausdruck spiegelt sich in seinem Gesicht wider. Die Seokguram-Grotte aus der Silla-Zeit ist ein Beispiel dafür, wie groß das Wissen auf den Gebieten der Architektur, Mathematik, Geometrie und Physik zu jener Zeit schon war, und wie gut es gelungen ist, diese Kenntnisse mit Religion und Kunst harmonisch zu verbinden. Die Seokuram-Grotte ist eines der größten buddhistischen Meisterwerke Koreas.

Die wichtigste Räumlichkeit der Seokguram-Grotte ist dieser Rundbau
Das Janggyeonpanjeon, eine zweistöckige Halle im Bereich des Haeinsa-Tempels, dient als Aufbewahrungsort der Tripitaka Koreana, die aus 81.258 hölzernen Druckplatten besteht und die Goryeo-Version des buddhistischen Kanons enthält. Mit der präzisen Wiedergabe von mehr als 52 Millionen chinesischen Schriftzeichen gilt sie als eine der ältesten und umfassendsten Sammlungen der Lehren Buddhas, die heute in der Welt existieren.
Der Jongmyo-Schrein wurde 1395, drei Jahre nach Beginn der Joseon-Zeit, errichtet, um die sterblichen Überreste der Könige und Königinnen aufzubewahren. Die traditionellen Ahnengedenkfeiern werden jeden ersten Sonntag im Mai am Jongmyo-Schrein abgehalten. Während dieser Zeremonie wird eine besondere Musik, die so genannte Jongmyo Jeryeak, gespielt.

Hölzerne Druckplatten der Tripitaka Koreana
Der Changdeokgung-Palast wurde 1405 errichtet. Er brannte 1592 während der japanischen Invasion nieder und wurde später erneut aufgebaut. Der Palast an sich ist ein Meisterwerk, der hintere Garten, Huwon genannt, ist jedoch aufgrund seiner wunderschön gestalteten Anlagen besonders erwähnenswert. In diesem Garten, der fast drei Viertel des insgesamt 405.636 qm großen Palastgrundstücks umfasst, sind inmitten eines dichten Waldes auf geschmackvolle Weise malerische Pavillons und Hallen, Lotusteiche, einzigartig geformte Felsen, Steinbrücken, Treppen, Kanäle und Springbrunnen angelegt. Sie alle sind wichtige Bestandteile eines traditionellen Gartens im koreanischen Stil.
Die Festung Hwaseong wurde 1796, nach 34 Monaten Bauzeit, in Suwon, südlich von Seoul, fertig gestellt. In die Konstruktion der Festung flossen sowohl die neuesten Technologien und Theorien über militärische Verteidigung ein, als auch ästhetische Prinzipien, um Hwaseong zur fortschrittlichsten Festung der damaligen Zeit zu machen. Sie erstreckte sich über bergiges Gelände und Flachland und umschloss städtisches Gebiet. Hwaseong umfasste vier Haupttore, sieben kleinere Tore, Gefechtsstände, Beobachtungstürme, Festungsmauern, Wachposten und Bunker. Die 5.743 Meter lange Festungsmauer ist größtenteils noch erhalten.
Das historische Gebiet Gyeongju und die Dolmenstätten der Gemeinden Gochang, Jeollabuk-do; Hwasun, Jeollanam-do und Ganghwa in der Provinz Gyeonggi-do, wurden 2000 ebenfalls der Liste hinzugefügt. Gyeongju war für 1000 Jahre die Hauptstadt des Königreiches Silla; das Gebiet wird aufgrund des Reichtums an historischen Besitztümern als "Museum ohne Wände" bezeichnet.


- 1. Changdeokgung-Palast
- 2. Dolmen
- 3. Die Festung Hwaseong in Suwon
- 4. Grabstätten der Silla-Dynastie in Gyeongju
- 5. Jongmyo-Schrein
Die Vulkaninsel Jeju und die Lavagrotten umfassen zusammen drei Orte auf einer Fläche von 18.846 ha. Einer dieser Orte ist Geomunoreum, das mit seinen vielfarbigen Karbonatdecken und -böden sowie seinen schwarzen Lavawänden überall als das schönste Lavahöhlensystem betrachtet wird. Ein weiterer Ort ist der festungsähnliche Krater Seongsan Ilchulbong, der sich aus dem Ozean erhebt und Hallasan, Südkoreas höchster Berg, mit seinen Wasserfällen, vielgestaltigen Felsformationen und seinem kleinen Kratersee. Diese Orte überragender Schönheit bezeugen ebenfalls die Geschichte des Planeten, seine Besonderheiten und Prozesse, die unsere Welt gestalteten.
Die königlichen Gräber der Joseon-Dynastie wurden in Anlehnung an die Prinzipien des Konfuzianismus, der herrschenden Ideologie der Zeit, und des "Pungsu", der koreanischen Version der geografischen Weissagung erbaut, die in China als Feng Shui bekannt ist. Sie sind von einer Art Schönheit, die in den Gräbern anderer Länder kaum zu finden ist. Die Gräber werden als Zeugen gepriesen, die aufgrund der räumlichen Gestaltung, des architektonischen Designs, der Nutzung und der Größe der Steinobjekte die Ansichten über die Natur und über das Universum während der Jeseon-Zeit reflektieren. Der kulturelle Wert der Gräber wird auch in der Aufrechterhaltung der Ahnenbräuche während der langen Geschichte der Jeseon-Dynastie bis heute sichtbar.
Im Juli 2010 hat die Kommission des Weltkulturerbes auf der 34. Versammlung in Brasilia, Brasilien die Aufnahme der Dörfer Hahoe und Yangdong als Weltkulturerbe bestätigt, beide befinden sich in der Provinz Gyeongsangbuk-do, wegen ihres einzigartigen kulturellen Wertes. Sie wurden anerkannt für die Wahrung des zivilen Lebens der Konfuzius-orientierten, Klan-zentrierten Joseon-Ära.

- 1. Das Dorf Hahoe in Andong
- 2-3. Hallasan und Lava-Grotte auf Jeju-do
- 4. Die königlichen Gräber der Joseon-Dynastie

Welterbe
1997 legte die UNESCO ein Register zum Schutz bedrohter Aufzeichnungen und Dokumente an, mit dem Ziel, solche Schriften zu erhalten, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung neue technologische Horizonte eröffneten. In dieses Register wurden aus Koreas schriftlichen Hinterlassenschaften das Hunminjeongeum (Korrekte Laute zur Unterweisung des Volkes), das Joseonwangjosillok (Annalen der Joseon-Dynastie), das Buljo Jikjisimcheyojeol (Ausgewählte Predigten buddhistischer Weiser und Seon-Meister), das Seungjeongwon Ilgi (Tagebücher des königlichen Sekretariats), die hölzernen Druckplatten der Tripitaka Koreana, diverse buddhistische Schriften und die Uigwe (Königliche Protokolle der Joseon-Dynastie) aufgenommen.
Das Hunminjeongeum war der Vorläufer eines Lehrbuches für den Unterricht des Hangeul, des koreanischen Alphabetes, das von König Sejong dem Großen, dem vierten König der Joseon-Zeit (Regierungszeit: 1418 - 1450), entwickelt wurde. Das neue Alphabet wurde 1446 eingeführt.
Das Joseonwangjosillok entstand aus der Tradition, für jede Regentschaft ein historisches Dokument anzulegen. Es beginnt 1413 mit den Annalen von König Taejo, dem Gründer und ersten König des Joseon-Reichs, und wurde bis zum Niedergang des Reiches fortgeführt. Diese Annalen wurden von den Historikern des "Amtes für die Sammlung von Annalen" (Chunchugwan) aufgezeichnet. Um ihren Erhalt zu gewährleisten, fertigte man Kopien an, die in speziellen Lagerstätten im ganzen Land aufbewahrt wurden.

Hunminjeongeum war ein Lehrbuch für das Unterrichten des Hangeul, des koreanischen Alphabets, das von dem vierten Monarchen der Joseon-Dynastie, König Sejong dem Großen (Regierungszeit: 1418-1450), entwickelt wurde.
Das Buljo Jikjisimcheyojeol, das 1372 von dem Mönch Baegun (1398-1374) verfasst wurde, enthält die Grundlagen des Seon- (Zen-) Buddhismus. Die Schlüsselwörter des Titels "Jikjisimche" wurden einer berühmten Redensart über das Erlangen der Erleuchtung durch das Praktizieren des Seon entnommen. Eine Schlussschrift auf der letzten Seite des Buches besagt, dass es 1377 mit beweglichen Metall-Lettern im Tempel Heungdeoksa gedruckt wurde, etwa 70 Jahre vor dem Druck der Gutenberg-Bibel in Deutschland. Es ist also das älteste, mit beweglichen Metall-Lettern gedruckte Buch der Welt.

Buljo Jikjisimcheyojeol

Uigwe
Königliche Protokolle der Joseon-Dynastie
Das Seungjeongwon, das Königliche Sekretariat zur Zeit des Königreichs Joseon, war verantwortlich für das Verfassen des Seungjeongwonilgi, eines detaillierten Berichts über die täglichen Ereignisse und den offiziellen Zeitplan des Königshofes, der vom ersten König des Joseon-Reiches Taejo (Regierungszeit: 1392- 1398) bis zum letzten König Sunjong (Regierungszeit: 1907-1910) geschrieben wurde. Heute existieren allerdings nur 3.243 dieser Tagebücher. In den Seungjeongwonilgi ist die größte Sammlung von authentischen, historischen Informationen und Staatsgeheimnissen des Königreichs Joseon enthalten. Sie dienten als Primärquelle für die Annalen des Königreichs Joseon, ihr historischer Wert ist also noch größer, als der der Annalen.
Bei der Goryeo Daejanggyeong (Goryeo-Dynastie-Tripitaka), die modernen Wissenschaftlern als "Tripitaka Koreana" bekannt ist, handelt es sich um eine Sammlung der Tripitaka (buddhistische Schriften). Im Auftrag der Könige der Goryeo-Dynastie (918-1392) wurde sie im 13. Jahrhundert in 81.258 hölzerne Druckplatten geschnitzt. Sie wird gegenwärtig im Haeinsa-Tempel in der Provinz Gyeongsangnam-do aufbewahrt.
Eine einzigartige Form von dokumentarischer Hinterlassenschaft ist die Uigwe, eine Sammlung Königlicher Protokolle der 500 Jahre währenden Joseon-Dynastie. Als umfassende und systematische Sammlung von Schriften und Bildern handelt es sich um detaillierte Beschreibungen bedeutender Feierlichkeiten und Riten am Hof der Joseon-Ära. Ihr besonderer Stil dokumentarischer Hinterlassenschaft ist nirgendwo sonst in der Welt zu finden.
Donguibogam (Prinzipien und Anwendung der östlichen Medizin) ist eine Enzyklopädie des medizinischen Wissens und der Behandlungstechniken, zusammengefasst und herausgegeben von Heo Jun (1539-1615) Anfang des 17. Jahrhunderts, mit Unterstützung von Medizinexperten und Literaten, gemäß den Anweisungen des königlichen Hofes. Die Arbeit zeigt die Entwicklung der Medizin in Ostasien und darüber hinaus. In Bezug auf das Gesundheitssystem wurden Vorbilder der präventiven Medizin und der öffentlichen Gesundheitsfürsorge durch den Staat entwickelt, bei denen es sich bis zum 19. Jahrhundert praktisch um beispiellose Ideen handelte.

Donguibogam
Immaterielles Kulturerbe
Zum Schutz des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit beschloss die UNESCO 1998, auch Meisterwerke aus diesem Bereich in ein Register aufzunehmen. Seit der ersten Bekanntmachung dieses Beschlusses im Jahr 2001 wurden drei immaterielle Kulturschätze Koreas zu Meisterwerken erklärt. Zu diesen gehören Jongmyojerye und Jongmyojeryeak (Königliche Ahnenriten und königlich rituelle Musik), Pansori (Epischer Gesang) und das Gangneung-Danoje-Festival.
Im Jahr 2010 fügt die UNESCO Gagok zu ihrer Liste hinzu, lyrische Liedtexte die von einem Orchester begleitet werden; Daemokjang, traditionelle Holzarchitektur; und Falknerei.
Als die Konvention zum Schutz des immateriellen Kulturerbes im Jahr 2003 übernommen wurde, wurden alle Gegenstände die als Meisterwerke eingestuft waren, automatisch in der repräsentativen Liste immateriellen Kulturerbes im Jahr 2008 aufgenommen. Im Jahr 2009 wurden fünf Gegenstände neu in der repräsentativen Liste aufgenommen, zu ihnen zählen Ganggangsullae Kreistanz, Namsadang Spiel der Vagabond Clowns, die Riten von Vulture Peak, Jeju Riten für die Göttin des Windes und der Tanz Cheoyong.
Jongmyojerye sind die Ahnengedenkriten, die für die Unterhaltung der Könige und Königinnen der Joseon-Zeit am königlichen Ahnenschrein Jongmyo, der ihre Ahnentafeln beherbergt, abgehalten wurden. Jongmyojeryeak, die königliche rituelle Ahnenmusik, wurde während der Riten aufgeführt. Botaepyeong ("Großen Frieden bewahren") war eine aus elf Teilen bestehende Suite, die von rituellem Tanz begleitet war und die zivilen Errungenschaften der Gründer der Dynastie pries. Jeongdaeeop ("Eine große Dynastie gründen") war eine Suite aus 15 Teilen, die die militärischen Errungenschaften rühmte. Diese beiden Werke wurden 1447 verfasst. Zwei zusätzliche Stücke, die als Jongmyoakjang bekannt sind, entstanden einige Jahre später.

Jongmyojeryeak (Königliche rituelle Ahnenmusik)
Hunderte von Priestern, Musikern, Tänzern und Dienern nehmen an dem Ereignis teil, das die Feierlichkeit und Großartigkeit konfuzianischer Rituale widerspiegelt. Es ist ein seltenes Beispiel für ein immaterielles kulturelles Meisterwerk, das seine Originalform 500 Jahre beibehalten hat.
Pansori ist ein Genre des musikalischen Geschichtenerzählens, das von einem Sänger mit Trommelbegleitung aufgeführt wird. Diese volkstümlichen, epischen Einzelgesänge, die durch einen ausdrucksstarken Gesang, durch stilisierte Sprache und nachahmende Gesten charakterisiert sind, schließen sowohl aristokratische als auch volkstümliche Kultur ein. Das Wort Pansori setzt sich aus den Bestandteilen Pan (ein öffentlicher Platz, wo sich Menschen versammeln) und Sori (Lied) zusammen. Aufführungen können bis zu acht Stunden dauern, bei denen ein Sänger oder eine Sängerin Texte improvisiert, die sowohl ländliche Dialekte als auch gelehrte literarische Ausdrücke enthalten. Die Vertonung, die Charaktere und die Szenerie des Pansori stammen aus der Joseon-Zeit (1392-1910).

Pansori-Darbietung

Maskentanz beim Gangneung-Danoje-Festival
Das Danoje-Fest, das gefeiert wird, um für eine gute Ernte zu beten, fällt auf den fünften Tag des fünften Monats nach dem Mondkalender und kennzeichnet das Ende der Gerste- und Reispflanzzeit. Traditionell war dies neben dem Neujahrstag und Chuseok, dem Erntefest, einer der drei wichtigsten Feiertage. Das Gangneung-Danoje-Fest ist das größte traditionelle Fest in Korea. Es findet in der Provinz Gangwon-do, hauptsächlich in der Stadt Gangneung, statt. Es wird im vierten bis Anfang des fünften Monats nach dem Mondkalender gefeiert, dauert also fast vier Wochen. Musik, Tanz, Literatur und Schauspiel haben einen hohen künstlerischen Wert, da das Fest schon seit fast tausend Jahre veranstaltet wird und die Geschichte und das Leben des einfachen Volkes widerspiegelt. Das Fest schließt auch religiöse koreanische Traditionen des Konfuzianismus, des Schamanismus, des Buddhismus und des Taoismus ein und präsentiert eine Vielfalt von Zeremonien und Aufführungen.
Traditionell wurde der Ganggangsullae Kreistanz in Korea nachts aufgeführt, als Teil repräsentativer, saisonaler Feiertage und Festivals, wie Seollal, Daeboreum (der erste Vollmond des neuen Jahres im Mondkalender), Danoje, Baekjung (buddhistische Zeremonie am 15. Juli zu Ehren der Seelen der Toten), Chuseok und Junggu (Feier am 9. September des Mondkalenders). Besonders der größte Ganggangsullae Kreistanz wurde nachts bei Chuseok aufgeführt.

Der Ganggangsullae Kreistanz ist eine primitive Kunstform, die Lied, Tanz und Musik verbindet und zu einer koreanischen Ballade aufgeführt werden kann.
Der Ganggangsullae Kreistanz ist eine primitive Kunstform, die Lied, Tanz und Musik verbindet und zu einer koreanischen Ballade aufgeführt werden kann. Die Aufführung des Ganggangsullae Kreistanzes involviert tanzende Frauen die sich an der Handhalten. Während eine Dame als Leadsänger (Sori) fungiert, antwortet der Rest der Frauen in der Gruppe dem Leadsänger mit der nächsten Zeile des Lieds. Die Folklore und der Volkstanz in dieser Kunst werden von Volksmusik begleitet, die auf traditionellen koreanischen Instrumenten gespielt wird, wie Buk (Trommel) und Janggu (Trommel in Form einer Sanduhr).
Jeju Chilmeoridang Yeongdeunggut (Jeju Riten für die Göttin des Windes) ist ein Schamanenritual (gut) das am Chilmeoridang Schrein durchgeführt wird, in Geonip-dong, Jeju. Geonip-dong ist ein kleines Dorf auf der Insel Jejudo, deren Bewohner ihren Lebensunterhalt mit Fischen, Muschelsammeln und der Arbeit als Haenyeo (weibliche Taucher) verdienen. Traditionell haben die Dorfbewohner Schamanenrituale durchgeführt, in denen sie um Frieden und eine gute Ernte für das Dorf gebetet haben, an den Gott des Friedens und die Göttin des Meeres. Zu einer bestimmten Zeit, wurden auf der ganzen Insel Jeju Riten abgehalten, um Yeongdeung (Göttin des Windes) um ein ruhiges Meer und zahlreichen Fang zu bitten. In dieser Hinsicht umfasst der Ritus bekannt als Jeju Chilmeoridang Yeongdeunggut sowohl den Glauben Haenyeoals auch Volksglauben in Verbindung mit Yeongdeung. Seine Einzigartigkeit und der Wert liegen in der Tatsache, dass es der einzige Ritus ist, der für Haenyeo durchgeführt wird.
Namsadangnori (Namsadang Spiel der Vagabond Clowns') bezieht sich im Allgemeinen auf Aufführungen der Namsadangpae, einer Landstreichergruppe von 40 oder mehr Männern. Ausgelegt auf normale Menschen, wurde der Namsadangnori in ländlichen Gebieten aufgeführt, oder in Vorstädten.

Namsadangnori bezieht sich im Allgemeinen auf Aufführungen der Namsadangpae, einer Landstreichergruppe von 40 oder mehr Männern.
Mit anderen Worten konnten die Wurzeln des Namsadangnori zurückverfolgt werden bis zur bürgerlichen Schicht, solche Aufführungen wurden für sie vorbereitet und aufgeführt. Diese Aufführungen sollten die Massen aufmuntern, die unter der Unterdrückung zu leiden hatten, sie boten durch ihren sozial relevanten Humor auch eine Möglichkeit für die Kritik der Unsterblichkeit der Yangban (Adelsklasse), und dienten als Katalysator für die Entwicklung des Bewusstseins der Minjeong (Menschen).
Yeongsanjae (Brauch des Vulture Peak) bezieht sich auf eine buddhistische Zeremonie, die im Allgemeinen am 49ten Tag nach dem Tod einer Person aufgeführt wird, um der Seele des Verstorbenen zu helfen den Weg ins Nirvana zu finden. Der Ursprung liegt in einem Brauch der von Sakyamuniin Mt. Gridhrakuta in Indien durchgeführt wird, da letzterer die Lotus Sutra predigte, symbolisiert Yeongsanjaenun die Reproduktion von Yeongsan Hoesang (Versammlung von Sakyamuni die am Vulture Peak predigen). Als ein leuchtendes Beispiel für die traditionelle Kultur Koreas, soll Yeongsanjae nicht nur den Seelen der Verstorbenen helfen, sondern auch den Lebenden, damit diese erleuchtet werden mit der Wahrheit von Buddha und ihnen dadurch hilft mit den weltlichen Angelegenheiten umzugehen. Diese Veranstaltung ist weniger eine Aufführung als vielmehr eine majestätische buddhistische Zeremonie, die die Teilnahme der Menschen einbezieht.
Cheoyongmu (Tanz vonCheoyong) ist ein Tanz, der mit einer Maske von Cheoyong aufgeführt wird. Es ist das einzige Menuett das auf der Bühne aufgeführt wird und bei dem Masken mit menschenähnlichen Gestalten getragen werden. Dieser Maskentanz basiert auf der Legende von Cheoyong, in Verbindung mit der Herrschaft von König Heongang (r. 875-886) von Unified Silla. Cheoyong soll das Singen und Tanzen genutzt haben um die bösen Geister (Gott der Pest) auszutreiben, die seine Frau verführt haben. Der Cheoyong Tanz soll auch das Böse fernhalten, basierend auf den Theorien des Yin-Yang und der fünf Elemente. Mit kraftvollen und farbigen Tanzbewegungen strahlen die dynamischen Bewegungen des Tanzes ein Gefühl von Großherzigkeit und Lebhaftigkeit aus, das sich zusammen mit den Masken entfaltet.
Gagok (langer lyrischer Song) ist ein Genre der koreanischen traditionellen Gesangsmusik, die von einer kleinen Gruppe koreanischer traditioneller Musikinstrumente begleitet wird. Anders als der Pansori (Musical Drama), Minyo ("Volkslieder") und Japga ("verschiedene Lieder"), ist Gagokeine Form der klassischen Musik mit Namen Jeongga, oder 'richtiger Song.' Gagokkam auf während der Joseon Periode. Es nutzt Sijo, traditionelle koreanische Poesie, als Lyriken, wodurch ein Blick auf den Geist der Koreaner vor langer Zeit und deren Schätzung der Künste geworfen werden kann. In modernen Zeiten wurde Gagokals Lied entwickelt, das sowohl der Sänger als auch das Publikum genießt.

Daemokjang bezieht sich auf Zimmermeister oder Handwerker, die wichtige Gebäude bauen, wie Paläste, Tempel und Häuser, oder deren Handwerk. (links)
Falknerei, die traditionelle Aktivität des Haltens und Trainierens von Falken und anderen Greifvögeln, um Wild oder Geflügel für den Jäger zu fangen, ist eine der ältesten Jagdsportarten, die bekannt ist. (rechts)
Daemokjang bezieht sich auf Zimmermeister oder Handwerker, die wichtige Gebäude bauen, wie Paläste, Tempel und Häuser, oder auf deren Handwerk. Daemokjang kann als traditioneller Titel angesehen werden, der heute einem Architekten entspricht. Die Aufnahme von Daemokjang auf der Liste der immateriellen Kulturgüter ist bedeutend, da es die erste Form des koreanischen Handwerks ist, das so aufgenommen wurde. Die Restaurierung des Changdeokgung Palastes, einem UNESCO Weltkulturerbe und aktueller des Gwanghwamun Gates und Sungnyemun Gates, wurde von Daemokjang durchgeführt.
Falknerei, die traditionelle Aktivität des Haltens und Trainierens von Falken und anderen Greifvögeln, um Wild oder Geflügel für den Jäger zu fangen, ist eine der ältesten Jagdsportarten, die bekannt ist. Die Aufnahme der Falknerei in die Liste der UNESCO der immateriellen Kulturgüter ist für Korea bedeutend, da die Falknerei mit 10 anderen Ländern geteilt wird, einschließlich der Vereinten Arabischen Emirate, Belgien, Frankreich und der Mongolei.
Für weitere Schätze der UNESCO in Korea, gehen Sie zu www.cha.go.kr

Taekkyeon (Foto mit freundlicher Genehmigung des Amtes für Kulturerbeverwaltung)
Taekkyeon ist eine traditionelle koreanische Kampfsportart, die durch fließende Bewegungen der Hände und Füße charakterisiert wird, welche die Elastizität des menschlichen Körpers betonen. Die natürlichen Bewegungen des Taekkyeon ähneln einem Tanz. In einem einzigartigen, nahezu musikalischen Rhythmus setzen die Kämpfer Beinklemmen, Tritte und Überwürfe ein, um ihre Gegner zu überwältigen. Gemalte Taekkyeon-Kampfszenen auf Gräberwänden aus der Goguryeo-Ära (37 v. Chr. - 668 n. Chr.) verweisen auf die Herkunft dieses Sportes bis in die Zeit der Drei Königreiche (1. Jahrhundert v. Chr. - 7. Jahrhundert n. Chr.). Während der Goryeo-Dynastie (918 – 1392) haben die Kampfsportler die Techniken weiterentwickelt, und es sollte bis zur Joseon-Ära (1392 - 1910) dauern, bis die allgemeine Öffentlichkeit sich dieser Kampfsportart annahm und Taekkyeon für den eigenen Gebrauch einsetzte.
Jultagi-Aufführungen vereinen Akrobatik, Musik und Erzählkunst. Wenngleich keine eindeutigen Dokumente über die Herkunft von Jultagi erhalten geblieben sind, ist bekannt, dass diese Aktionskunst während der Joseon-Dynastie ihre Blütezeit erlebte. Während Jultagi-Vorführungen für die Adelsklasse die Präsentation von Fähigkeiten und Techniken beinhalteten, mischten die Darbietungen für das gemeine Volk Akrobatik mit Geschichten, Musik und einem einzigartigen gesellschaftlichen und partizipatorischen Element, das nur für den koreanischen Seiltanz charakteristisch ist. Begleitet vom Rhythmus der Trommeln und Flöten haben Seiltänzer ihre Zuschauer üblicherweise mit witzigen und satirischen Erzählungen einbezogen. Die Darstellungen von Jultagi, die 2005 in dem beliebten Film "The King and the Clown" ("Der König und der Clown") gezeigt wurden, haben im In- und Ausland erneutes Interesse und Wertschätzung für die Leistungen hervorgerufen.

Jultagi (Foto mit freundlicher Genehmigung des Amtes für Kulturerbeverwaltung)
Das Weben von Mosi oder feinem Ramie ist eine traditionelle kulturelle Praxis, die in der Region Hansa, im Süden der Provinz Chungcheong, von Frauen mittleren Alters von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Kennzeichnend für die Webtechnik ist die Methode der Vererbung durch weibliche Familienmitglieder, bei der Mütter die Tradition auf ihre Töchter und ihre Schwiegertöchter übertragen. Zu der Tradition gehören monatelange Prozesse, angefangen beim Ernten, Kochen und Bleichen der Ramie-Pflanzen bis hin zum Spinnen des Garns und dem abschließenden Weben an einem traditionellen Webstuhl. Das Weben von Mosi wurde auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gesetzt, weil durch diese Tätigkeit die Gemeinschaft eingebunden wird, und weil sie die weltweite Anerkennung der Vielfalt von handgewebten Textilien fördert. Heute gibt es etwa 500 Leute, die diese Technik in der Region immer noch praktizieren.

Das Weben von Mosi (Foto mit freundlicher Genehmigung des Amtes für Kulturerbeverwaltung)
Weitere Informationen über das von der UNESCO aufgelistete Kulturerbe in Korea finden Sie unter: www.cha.go.kr
http://german.korea.net/AboutKorea/Culture-and-the-Arts/UNESCO-Treasures-in-Korea
URL KopieAbteilung Abteilung für globale Kommunikation und Inhalte





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