Südkorea, das Epizentrum des Schönheitswahns und des millionenschweren Medizin-Tourismus. Nirgendwo sonst auf der Welt, so scheint es, werden Schönheit und Makellosigkeit tagein tagaus derart hartnäckig auf die Spitze der Perfektion getrieben. Angefangen bei unzähligen Pflege- und Schminkutensilien über Anleitungen zur Hungerdiät bis hin zu Schönheitsoperationen bietet Südkorea alles, was das Herz begehrt - oder zu begehren hat.
Südkoreas Hauptstadt Seoul, insbesondere der Stadtteil Gangnam, ist gepflastert mit Werbeplakaten für Schönheitsoperationen. „Be the same!“ ist auf Anzeigen in der U-Bahn und anderswo zu lesen: Ein kleineres Gesicht, ein spitzes Kinn, Haut wie ein Porzellanpüppchen oder eine Doppellidfalte. Zahlreiche Kliniken reihen sich aneinander, behandeln Frauen aus dem In- und Ausland, sodass der Anblick verpflasterter und just „verschönerter“ Gäste in den Frühstücksräumen der nahegelegenen Hotels keine Seltenheit ist. Das ist keine Beschreibung eines klischeehaften K-Dramas, sondern Alltag. Südkorea hat sich dank Medizin-Tourismus und extravaganter K-Beauty-Branche in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Länder auf dem Schönheitssektor entwickelt. Doch dieser Wahn der optischen Perfektion hat auch seine Schattenseiten. Frauen berichten von abgelehnten Bewerbungen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Figur ohne Modelmaße. Der Druck ist immens, sodass sie Unmengen an Geld für Kosmetika, Diäten und Verschönerungen aller Art ausgeben, die der Annäherung an das optische Ideal dienen sollen. Wer diesem Bild nicht entspricht, ist Außenseiterin. So stecken die meisten Frauen im gesellschaftlichen Korsett, um ein vermeintlich erfolgreiches Leben zu führen. Genau das jedoch wollen mittlerweile nicht mehr alle akzeptieren.