Dank der starken Halbleiterexporte erzielte die Republik Korea im vergangenen Jahr den höchsten Leistungsbilanzüberschuss seiner Geschichte. Foto: Containerterminal im Hafen von Gwangyang ⓒ Stadt Gwangyang
Von Kim Hyelin
Gestützt auf die kräftigen Halbleiterexporte überschritt Korea Leistungsbilanzüberschuss im vergangenen Jahr die Marke von 123 Milliarden US-Dollar und erreichte damit einen historischen Rekord. Erstmals überstieg der jährliche Leistungsbilanzüberschuss die Marke von 120 Milliarden US-Dollar.
Wie die Bank of Korea am 6. die vorläufigen Zahlungsbilanzdaten bekanntgab, belief sich der Leistungsbilanzüberschuss im Dezember auf 18,7 Milliarden US-Dollar und erreichte damit einen historischen Höchststand für diesen Monat.
Der kumulierte Leistungsbilanzüberschuss für das Gesamtjahr lag bei insgesamt 123,05 Milliarden US-Dollar und ließ den bisherigen Höchststand von 105,1 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2015 deutlich hinter sich. Der Wert überstieg zudem die Prognose der Bank of Korea vom November des vergangenen Jahres (115 Milliarden US-Dollar) um mehr als 8 Milliarden US-Dollar.
Der Überschuss der Warenbilanz belief sich auf 18,85 Milliarden US-Dollar. Er weitete sich sowohl gegenüber dem Vorjahresmonat als auch gegenüber dem Vormonat aus und markierte auf Monatsbasis ein Allzeithoch. Die Exporte betrugen 71,65 Milliarden US-Dollar und lagen damit um 13,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nach Warengruppen verzeichneten Halbleiter (plus 43,1 Prozent), Computerzubehör (plus 33,1 Prozent) und drahtlose Kommunikationsgeräte (plus 24 Prozent) deutliche Exportzuwächse. Regional nahmen die Exporte nach Südostasien (plus 27,9 Prozent), China (plus 10,1 Prozent) und in die USA (plus 3,7 Prozent) zu.
Die Importe stiegen auf 52,8 Milliarden US-Dollar und verzeichneten nur einen geringen Anstieg von 1,7 Prozent. Aufgrund gesunkener Energiepreise gingen die Rohstoffimporte wie Mineralölprodukte, Kohle, Gas und Rohöl insgesamt zurück.
Dagegen stiegen die Importe von Investitionsgütern, insbesondere von Halbleitern und Informations- und Kommunikationsgeräten, um 5,8 Prozent. Die Importe von Konsumgütern nahmen, vor allem bei Gold und Personenkraftwagen, um 17,9 Prozent zu.
Die Dienstleistungsbilanz wies ein Defizit von 3,69 Milliarden US-Dollar auf.
Die Primäreinkommensbilanz verzeichnete einen Überschuss von 4,73 Milliarden US-Dollar und erholte sich damit deutlich gegenüber dem Vormonat. Insbesondere der Überschuss bei den Dividendeneinkommen stieg stark auf 3,71 Milliarden US-Dollar und trug maßgeblich zur Verbesserung der Gesamtbilanz bei.
Im Dezember stieg das Nettovermögen der Finanzbilanz (Aktiva minus Passiva) um 23,77 Milliarden US-Dollar.
Im Bereich der Direktinvestitionen stiegen die Auslandsinvestitionen inländischer Investoren um 6,49 Milliarden US-Dollar, während die Inlandsinvestitionen ausländischer Investoren um 5,17 Milliarden US-Dollar zunahmen. Im Bereich der Wertpapieranlagen weiteten inländische Investoren ihre Auslandsinvestitionen, vor allem in Aktien, um 14,37 Milliarden US-Dollar aus. Die Investitionen ausländischer Anleger im Inland stiegen überwiegend durch Anleihekäufe um 5,68 Milliarden US-Dollar.
kimhyelin211@korea.kr