Bei der 16. archäologischen Ausgrabung der historischen Stätte Gwanbuk-ri in Buyeo (Provinz Chungcheongnam-do) entdeckte Querflöte aus der Baekje-Zeit.
Von Yoon Sojung | Fotos: Buyeo National Research Institute of Cultural Heritage.
In der archäologischen Fundstätte Gwanbuk-ri in Buyeo, die als Standort des letzten Königspalasts gilt, als das Königreich Baekje seine Hauptstadt in Sabi (das heutige Buyeo, Provinz Chungcheongnam-do) hatte, wurden eine Flöte sowie über 300 beschriftete Holztafeln, sogenannte Mokgan, entdeckt. Diese werden als staatliche Verwaltungsdokumente interpretiert.
Zum ersten Mal wurde ein original erhaltenes Blasinstrument aus der Zeit der Drei Reiche entdeckt.
Das Buyeo National Research Institute of Cultural Heritage teilte am 5. mit, dass bei der 16. Ausgrabung an der archäologischen Fundstätte Gwanbuk-ri insgesamt 329 Mokgan sowie ein waagerecht gespieltes Querblasinstrument entdeckt wurden.
Die Flöte besteht aus Bambus, ist flachgedrückt und wurde in teilweise beschädigt geborgen. Das erhaltene Fragment misst etwa 22,4 Zentimeter. Nach Radiokarbondatierung wurde die Flöte vermutlich zwischen 568 und 642 hergestellt.
Die Flöte wurde in der Nähe eines als Toilettenbereich vermuteten Ortes entdeckt, der dem Jodang zugeordnet ist, einem Bereich, in dem der König Staatsangelegenheiten erörterte und staatliche Zeremonien abhielt. An der Flöte wurden insgesamt vier Öffnungen festgestellt, darunter ein Mundloch und drei Grifflöcher, wobei ein Ende des Instruments verschlossen ist. Die Analyse ergab, dass es sich nicht um eine senkrechte, sondern um eine waagerecht gespielte Flöte handelt, was sie von den bislang aus anderen historischen Stätten in Buyeo bekannten Darstellungen unterscheidet.
Auch die gemeinsam entdeckten 329 Mokgan sind die größte Anzahl von Holztafeln, die bislang an einer einzelnen Fundstätte in der Republik Korea gefunden wurde, und zählen zugleich zu den frühesten Materialien aus der Zeit unmittelbar nach der Verlegung der Baekje-Hauptstadt nach Sabi.
Den auf den Mokgan verzeichneten Angaben zufolge stammen sie aus den Jahren 540 und 543, also aus der frühen Phase nach der Verlegung der Hauptstadt von Ungjin (das heutige Gongju) nach Sabi. Die Holztafeln wurden vor allem in einem Wasserkanal geborgen. Auf den Tafeln sind Aufzeichnungen zu Finanzangelegenheiten, Amtsrängen und -positionen sowie zu lokalen Verwaltungseinheiten vermerkt, die Einblicke in die staatliche Organisation und das Herrschaftssystem der damaligen Zeit ermöglichen.
Das Forschungsinstitut bewertete die Ergebnisse der Ausgrabung als von großer Bedeutung, da sowohl Mokgan entdeckt wurden, die Einblicke in die staatliche Verwaltung Baekjes vor rund 1.500 Jahren geben, als auch ein originales Musikinstrument, das zur Rekonstruktion der damaligen Klang- und Musikkultur beiträgt.
Replik der Baekje-Querflöte, die zusammen mit den Ergebnissen der 16. Ausgrabung an der archäologischen Fundstätte Gwanbuk-ri in Buyeo am 5. vom Buyeo National Research Institute of Cultural Heritage vorgestellt.
Einige der Mokgan, die bei der 16. Ausgrabung an der archäologischen Fundstätte Gwanbuk-ri in Buyeo, Provinz Chungcheongnam-do, entdeckt und am 5. vom Buyeo National Research Institute of Cultural Heritage vorgestellt wurden. Sie enthalten Aufzeichnungen über Verwaltung und Personalwesen im Baekje-Königreich.
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