Politik

20.03.2026

Foto: Ausländische Kinder, die im Gimpo Intercultural Exchange Center in Gimpo in der Provinz Gyeonggi-do an Koreanischunterrichten teilnehmen ⓒ Gimpo Intercultural Exchange Center

Foto: Ausländische Kinder, die im Gimpo Intercultural Exchange Center in Gimpo in der Provinz Gyeonggi-do am Koreanischunterricht teilnehmen ⓒ Gimpo Intercultural Exchange Center



Von Lee Jihae

In der Republik Korea besteht eine neunjährige Schulpflicht: sechs Jahre Grundschule und drei Jahre Mittelschule. Es sind grundlegende Rechte, die allen Kindern ohne Diskriminierung zustehen und die vom Staat gewährleistet werden müssen.

Jedes Jahr schicken die Kommunen im Dezember vor dem Beginn des neuen Semesters im März einen Einschulungsbescheid an die Familien von Kindern, die sechs Jahre alt sind und in die Grundschule eingeschult werden sollen.

Aber es gibt diejenigen, die von diesem System ausgeschlossen sind – ausländische Kinder in Korea. Wegen des dualistischen Systems, in dem die Daten der Koreaner vom Ministerium für Sicherheit und Inneres und die der Ausländer vom Ministerium für Justiz verwaltet werden. Aber es ist für die Kommunen nicht einfach zu erfassen, welche ausländischen Kinder in ihrem Verwaltungsgebiet leben.

Doch die Stadt Gimpo in der Provinz Gyeonggi-do fand eine Lösung für dieses Problems. Seit 2023 fordert die Stadtregierung von Gimpo beim Justizministerium die Daten ausländischer Kinder an, um deren Bildungsrechte zu gewährleisten. Doch es wurde mit Verweis auf das Datenschutzgesetz verweigert.

Dennoch gab die Stadt Gimpo nicht auf. Sie überzeugte die dem Premierminister unterstellte Kommission zum Schutz personenbezogener Daten und betonte die Notwendigkeit für die Gewährleistung der Bildungsrechte.

Schließlich erhielt Gimpo die Genehmigung für den Zugang zu den Daten und versandte Ende 2024 als erste Kommune im ganzen Land die Einschulungsbescheide an 112 ausländische Kinder im Alter von sechs Jahren.

Am 4. März macht Lee Hoe sook, Abteilungsleiterin für Familie und Kultur der Stadtregierung von Gimpo, im Rathaus der Stadt Gimpo ein Interview mit Korea.net ⓒ Park Daejin/korea.net

Am 4. März macht Lee Hoe sook, Abteilungsleiterin für Familie und Kultur der Stadtregierung von Gimpo, im Rathaus der Stadt Gimpo ein Interview mit Korea.net ⓒ Park Daejin/korea.net


Der von der Stadt Gimpo angestoßene Wandel breitete sich in der gesamten Provinz Gyeonggi-do aus. Im Jahr 2024, dem ersten Jahr nach Inkrafttreten, erhielten 2.037 ausländische Kinder in 21 Städten und Landkreisen den Einschulungsbescheid.

Im vergangenen Jahr nahmen 30 Städte und Landkreise daran teil und 3.629 Kinder ergriffen die Chancen auf Bildung. Von den insgesamt 31 Städten und Landkreisen der Provinz Gyeonggi-do beteiligten sich fast alle, abgesehen von der Stadt Uiwang, in der keine ausländischen Kinder im Alter von sechs Jahren leben.

Die Bescheide wurden in der Muttersprache der Empfänger, Englisch und Koreanisch zugestellt und dazu außer Englisch und Koreanisch in 18 Sprachen übersetzt.

Nach der Versendung überprüfte die Stadt Gimpo, ob diese ausländischen Kinder eingeschult wurden. Laut der Untersuchung der Top-5-Schulen in Gimpo sollen 78 % der ausländischen Kinder an der Grundschule in der Nähe die Schule besuchen.

Die Stadt Gimpo betreibt darüber hinaus das Gimpo Intercultural Exchange Center, das den ausländischen Kindern Unterrichte in Koreanisch und Mathematik sowie Programme, die Kunst und Fußball und psychische Beratung umfassen, anbietet.

Für ihre Verdienste wurde die Stadt im Dezember vergangenen Jahres beim 2025 Wettbewerb für vorbildliche Maßnahmen zur Unterstützung der ausländischen Bewohner mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Abteilungsleiterin Lee sagte: „Die Stadtregierung Gimpo wird zukünftig eine Stadt entwickeln, in der koreanische und ausländische Bewohner einander respektieren und gemeinsam wachsen werden.”

jihlee08@korea.kr